Um über Gewalt in den Medien zu sprechen, ist es vorab erforderlich den Gewaltbegriff zu definieren. Dabei gehen wir von zwei Fragen aus:
1. Welcher Typus von Gewalt wird in den Medien dargestellt?
2. Mit welchem Typus von Gewalt hat sich die Medienwirkungsforschung in ihren Untersuchungen befaßt?
In erster Linie handelt es sich bei der in den Medien gezeigten um personale Gewalt. Unter dieser wird die beabsichtigte physische und / oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person verstanden.
Außerdem muß zwischen realer und fiktiver Gewaltdarstellung unterschieden werden. Während bei der Darstellung realer Gewalt tatsächlich physisch und psychisch schädigende Verhaltensweisen präsentiert werden, ist dies bei der fiktiven Gewaltdarstellung nicht der Fall, Gewalt wird hierbei nur "vorgespielt", entsprechende Verhaltensweisen imitiert.
Weiterhin gibt es sowohl künstliche wie auch natürliche Darstellungen von Gewalt. Unter der ersten wird die lebensechte Präsentation , zum Beispiel mit Schauspielern, unter der zweiten die artifizielle Präsentation, zum Beispiel im Zeichentrickfilm, verstanden.
Die bisher durchgeführten Inhaltsanalysen und Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von Mediengewalt haben sich zumeist mit dem Typus natürlicher, fiktiver Gewalt befaßt. Die Darstellung anderer Gewalt und deren Wirkung sind in der Forschung bislang demgegenüber vergleichsweise vernachlässigt worden.
Gewaltdarstellungen findet man in jedem Massenmedium der heutigen Zeit, im Fernsehen, Film, Radio, in den Printmedien und auch im Internet. Da sich die Medienwirkungsforschung am intensivsten mit Gewalt in Film und Fernsehen beschäftigt hat, können nur wenig Aussagen über die anderen Medien gemacht werden.
Inhaltsverzeichnis
- I. Definition des Gewaltbegriffes
- II. Zur Faszination von Gewalt
- III. Gewaltdarstellungen in den Massenmedien von heute
- III.1 Fernsehen
- III.2 Horror-Filme
- III.3 Zeichentrick
- III.4 Computerspiele
- III.5 Internet
- III.6 Zusammenfassende Beurteilung
- IV. Wirkungsforschung der Mediengewalt
- IV.1 Wirkungsforschungsgeschichte
- IV.2 Katharsisthese
- IV.3 Inhibitionsthese
- IV.4 Stimulationsthese
- IV.5 Habitualisierungsthese
- IV.6 These von der Wirkungslosigkeit der Medien
- V. Medienpädagogische und rechtliche Maßnahmen
- V.1 Gesetzgebung
- V.2 Medienpädagogik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Gewalt in den Medien und deren mögliche Auswirkungen. Es wird der Gewaltbegriff definiert und die Faszination an Gewaltdarstellungen analysiert. Die Arbeit beleuchtet verschiedene Medien wie Fernsehen, Film und Internet.
- Definition von Gewalt in medialen Kontexten
- Analyse der Faszination von Gewalt
- Gewaltdarstellungen in verschiedenen Medien
- Wirkungsforschung der Mediengewalt
- Medienpädagogische und rechtliche Maßnahmen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel I definiert den Begriff der Gewalt, indem es zwischen verschiedenen Arten von Gewalt (personale, reale, fiktive) und deren Darstellung in den Medien unterscheidet. Kapitel II befasst sich mit der Faszination von Gewalt und beleuchtet deren Wurzeln in der menschlichen Geschichte und Gesellschaft. Die Kapitel III.1 - III.5 untersuchen die Darstellung von Gewalt in verschiedenen Medien wie Fernsehen, Horrorfilmen, Zeichentrick, Computerspielen und dem Internet.
Kapitel IV gibt einen Überblick über die Wirkungsforschung zur Mediengewalt und stellt verschiedene Thesen (Katharsis, Inhibition, Stimulation, Habitualisierung und Wirkungslosigkeit) gegenüber.
Schlüsselwörter
Mediengewalt, Gewaltdarstellung, Medienwirkungsforschung, Katharsisthese, Inhibitionsthese, Stimulationsthese, Habitualisierungsthese, Medienpädagogik, Gesetzgebung, Faszination, Aggression.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Gewalt in den Medien definiert?
In der Medienforschung wird primär personale Gewalt untersucht, also die beabsichtigte physische oder psychische Schädigung von Lebewesen oder Sachen durch Personen.
Was ist der Unterschied zwischen realer und fiktiver Gewaltdarstellung?
Reale Gewalt zeigt tatsächlich stattfindende Schädigungen, während fiktive Gewalt (z. B. in Spielfilmen) nur vorgespielt wird und Verhaltensweisen lediglich imitiert.
Was besagt die Katharsisthese?
Die Katharsisthese geht davon aus, dass das Betrachten von Gewalt in Medien zu einem Abbau eigener Aggressionen führt (Reinigungseffekt).
Was bedeutet Habitualisierung im Kontext der Medienwirkung?
Habitualisierung beschreibt einen Gewöhnungseffekt: Durch häufigen Konsum von Mediengewalt sinkt die emotionale Sensibilität gegenüber realer Gewalt.
Welche Maßnahmen gibt es gegen übermäßige Mediengewalt?
Es gibt rechtliche Maßnahmen (Gesetzgebung zum Jugendschutz) sowie medienpädagogische Ansätze, die die Medienkompetenz und den kritischen Umgang fördern sollen.
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- Magister Artium Jennifer Moos (Author), 2000, Gewalt in den Medien. Zur Wirkungsforschung der Mediengewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122582