Nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges sollte eine neue Zeit anbrechen, in der die
Menschen nach modernen Lebens- und Gesellschaftsformen suchten, da sie die Erlebnisse der
Hitlerdiktatur hinter sich lassen wollten.
Die Deutsche Demokratische Republik die - mit neuen Ideen - in eine neuartige Staatsform
einsteigen wollte, bewegte viele Menschen, sich in der DDR niederzulassen. Der ursprünglich
politische Grundgedanke in der DDR klang viel versprechend und vor den zuziehenden
Menschen, wie auch den bereits in der DDR lebenden Bürgern schien eine Zukunft zu liegen,
in der sie ihr Leben augenscheinlich neu ausrichten konnten. Doch bald sollte sich die
„goldene Zukunft“, die die Führenden versprachen, als gar nicht so „golden“ herausstellen.
Die Flüchtlingsproblematik, ein immer größer werdendes Problem in der Deutschen
Demokratische Republik, warf einen großen Schatten auf die DDR. Die Menschen verließen
ihre Heimat zu tausenden und kehrten dem Staat, durch den sie sich ein sozialeres und
erfolgreicheres Leben gewünscht hatten, den Rücken zu.
Was bewegte nun diese Flüchtlinge - vor allem junge Menschen - aus der DDR zu flüchten?
Welche Gründe veranlassten die Heranwachsenden zu gehen und wie verlief deren Integration
in Westdeutschland? Meine Fragen und Erörterungen beziehe ich auf die Zeit vor dem
Mauerbau August 1961, da in diesem Zeitabschnitt die meisten Menschen aus der DDR nach
Westdeutschland flüchteten. Der Aufbau dieser Proseminararbeit richtet sich nach folgenden
Überlegungen und Kriterien: Der Flüchtling eine Begriffserklärung, das Erziehungssystem
der DDR, Fluchtgründe und Integration der jungen Zuwanderer in Westdeutschland.
Die Literatur die ich verwendet habe, bezog sich auf den Zeitausschnitt 1945 – 1961. Die
häufigsten Arbeitschritte habe ich mit Volker Ackermanns Migrationsforschung, [Der
„echte“ Flüchtling, Deutsche Vertriebene und Flüchtlinge aus der DDR 1945-1961] erarbeitet.
Dieses Buch erschien mir hervorragend geeignet, um diese Arbeit anzufertigen. Die
Forschungsliteratur von Bettina Effner [Flucht im geteilten Deutschland], war ebenso
hilfreich.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition des Begriffs Flüchtling, Einbezug der Jugendlichen
- Anlass für das Inkrafttreten eines „Flüchtlingsgesetzes“
- Politische - & wirtschaftliche Flüchtlinge aus der DDR
- Das Notaufnahmegesetz
- Abgelehnte Flüchtlinge
- Anlass für das Inkrafttreten eines „Flüchtlingsgesetzes“
- Das Erziehungssystem und die schulische Ideologie in der DDR
- Sozialistische Persönlichkeit
- Die Sowjetpädagogik
- Gründe für junge Zuwanderer aus der DDR in die BRD zu flüchten
- Motivation für den Westen
- Die jugendlichen Bedürfnisse
- Primärer Fluchtgrund
- Die wirtschaftlichen Beweggründe der Flucht
- Die Jahre, die zwischen dem Kriegsende und dem Mauerbau
- Ankunft in Westdeutschland
- Der schulische und universitäre Werdegang
- Die Freie Deutsche Jugend
- Jugendlichen meist „blauäugig“ in den Westen
- Integration der jungen Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland
- Die Jugendhilfsorganisationen
- Die Wohnheime
- Jugendgemeinschaftswerke
- Die Probleme während der Eingliederung
- Integrierung Jugendlicher aus einem anderen Werte - und Gesellschaftssystem
- Unterscheidung der Eingliederung
- Geldverdienen stand an erster Stelle
- Die Hürde des Notaufnahmegesetzes
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Flucht junger DDR-Bürger in die Bundesrepublik Deutschland vor dem Mauerbau 1961. Sie beleuchtet die Motive hinter dieser Fluchtbewegung und analysiert den Integrationsprozess der Jugendlichen in Westdeutschland.
- Definition des Begriffs „Flüchtling“ im Kontext der DDR-Flucht
- Das Erziehungssystem und die Ideologie der DDR als Fluchtmotiv
- Wirtschaftliche und politische Gründe für die Flucht junger Menschen
- Der Integrationsprozess der Jugendlichen in Westdeutschland
- Die Rolle des Notaufnahmegesetzes
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beschreibt den Kontext der Nachkriegszeit und die Forschungsfrage. Kapitel 2 definiert den Begriff Flüchtling und beleuchtet das Notaufnahmegesetz und die Herausforderungen bei der Unterscheidung zwischen politischen und wirtschaftlichen Flüchtlingen. Kapitel 3 beschreibt das Erziehungssystem der DDR und seine Rolle im Kontext der Flucht. Kapitel 4 untersucht die verschiedenen Motive der Flucht junger Menschen aus der DDR, während Kapitel 5 den Integrationsprozess in Westdeutschland beleuchtet, einschließlich der Rolle von Jugendhilfsorganisationen und den Herausforderungen der Eingliederung.
Schlüsselwörter
DDR-Flucht, Jugendliche Flüchtlinge, Notaufnahmegesetz, Integration, wirtschaftliche Fluchtgründe, politische Fluchtgründe, Erziehungssystem DDR, Kalter Krieg.
Häufig gestellte Fragen
Warum flohen vor 1961 so viele junge Menschen aus der DDR?
Hauptgründe waren die ideologische Einengung im Erziehungssystem, mangelnde wirtschaftliche Perspektiven und der Wunsch nach einem freieren Lebensstil im Westen.
Was war das „Notaufnahmegesetz“?
Es regelte das Verfahren zur Anerkennung als Flüchtling in Westdeutschland und unterschied zwischen politischen und rein wirtschaftlichen Fluchtgründen.
Welche Rolle spielte das DDR-Erziehungssystem bei der Flucht?
Die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ und der Druck zur Konformität in Organisationen wie der FDJ stießen bei vielen Jugendlichen auf Ablehnung.
Wie verlief die Integration der jungen Zuwanderer im Westen?
Die Integration wurde durch Jugendhilfsorganisationen und Wohnheime unterstützt, war jedoch durch den Wechsel des Wertesystems oft mit psychologischen Hürden verbunden.
Was bedeutete es, ein „abgelehnter Flüchtling“ zu sein?
Flüchtlinge, die keine politischen Gründe nachweisen konnten, erhielten oft keinen offiziellen Status, was den Zugang zu Arbeit und Wohnraum in der BRD erschwerte.
- Quote paper
- Svenja Anderson (Author), 2008, Weshalb zog es bis 1961 tausende junger DDR-Bürger in den Westen Deutschlands? Welche unterschwelligen Faktoren spielten eine bedeutende Rolle?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122471