Ist Bargeld in Deutschland aus Sicht der Bevölkerung bald Geschichte?
Wie steht die Bevölkerung zu einer Abschaffung des kompletten Bargelds oder lediglich einer Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen?
Seien es Münzen oder Scheine, Papier oder Metall. In unserer heutigen Gesellschaft ist Bargeld immer noch nicht wegzudenken. Doch wie sieht es in fünf oder zehn Jahren aus? Die Möglichkeiten zu alternativen Zahlungsmitteln und –methoden werden immer präsenter und lassen das Bargeld in den Hintergrund rücken. Doch wie lange wird es dauern, bis wir Deutschen uns zu einer bargeldlosen Gesellschaft zählen können? Während wir Deutschen das Bargeld lieben und mehr als die Hälfte unserer Einkäufe bar bezahlen, ist Schweden der Vorreiter unter den europäischen Ländern wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht. Alternative Zahlungsformen haben die Schweden längst in ihren Alltag integriert. Kleinbeträge wie das Brötchen beim Bäcker oder die Parkuhr am Straßenrand werden längst mit dem eigenen Smartphone via App oder mit der EC-Karte bezahlt. Hierbei werden die Beträge elektronisch über einen Finanzdienstleister weitergeleitet. Vor allem schwedische Banken greifen den Trend des bargeldlosen Bezahlens auf und reduzieren ihre Bargeldbestände in den dafür zuständigen Bankfilialen enorm. Bereits heute geben ein Drittel der Kreditinstitute nicht einmal mehr Bargeld an ihre Kunden heraus. Analysten sehen ein Ende des Bargeldes bis zum Jahr 2030 als durchaus realistisch an. Nicht nur Schweden gilt als Vorreiter im bargeldlosen Zahlungsverkehr, auch in China wird beispielsweise der Kaffee mit der Smartphone-App bezahlt. Hotelbuchungen, Essenslieferungen oder Zugtickets können nur noch mit einem mobilen Zahlungsdienstleister getätigt werden. Andere Euroländer wie Italien, Belgien und Finnland haben als ersten Schritt zur Bargeldabschaffung begonnen, sich von den meist unnötigen 1- und 2-Cent-Münzen zu trennen. Nicht nur die Politik sondern auch der Einzelhandel ist für ein bargeldloses Bezahlen an den Ladenkassen. Schnelligkeit ist an den Kassen gefordert. Aus diesem Grund bleibt keine Zeit für lästige Suchen nach der passenden Münze.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Bargeld vs. Buchgeld
2.2 Funktionen des Geldes
2.3 Elektronische Zahlungsmittel
2.3.1 Debitkarte
2.3.2 Kreditkarte
2.3.3 Mobile Zahlung
2.4 Voraussetzungen für eine bargeldlose Gesellschaft
3 Hypothesen
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Forschungsdesign
4.2 Datenerhebung
4.3 Erhebungsinstrument
4.4 Datenaufbereitung
5 Auswertung der Ergebnisse
5.1 Zahlungsverhalten der Befragten
5.2 Veränderungen in der Bargeldlandschaft
5.2.1 Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen
5.2.2 Vollständige Abschaffung des Bargeldes
5.3 Interpretation der Ergebnisse
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Akzeptanz der deutschen Bevölkerung gegenüber der Bargeldabschaffung zu untersuchen und zu analysieren, inwieweit alternative elektronische Zahlungsmittel im Alltag bereits etabliert sind bzw. wie skeptisch die Bevölkerung dem Thema gegenübersteht.
- Analyse des aktuellen Zahlungsverhaltens in Deutschland
- Vergleich von Bargeld und bargeldlosen Zahlungsmethoden (Debit-/Kreditkarte, Mobile Payment)
- Untersuchung der Einstellung zu einer möglichen Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen
- Evaluation der Vorbehalte gegen eine vollständige bargeldlose Gesellschaft
- Einfluss von sozioökonomischen Faktoren wie Alter und Geschlecht auf die Wahl des Zahlungsmittels
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Wie bereits erwähnt sind die skandinavischen Länder und deren Bevölkerungen sehr vertraut im Umgang mit elektronischen Zahlungsmitteln. Es herrscht ein starkes Vertrauen in die Sicherheit der elektronischen Zahlungsmittel. Die Bezahl-App Swish wurde beispielsweise von sieben schwedischen Banken entwickelt und von staatlicher Stelle unterstützt. Ganz anders sieht es hingegen bei der deutschen Bevölkerung aus. Sie lieben das Bargeld und bezahlen fast ausschließlich mit Geldscheinen und Münzen. Bargeldloses und kontaktloses Bezahlen wird mit großer Skepsis betrachtet, dabei spielen Sicherheitsbedenken und die Gewohnheiten der Bevölkerung eine große Rolle.
Experten sehen durch die derzeit anhaltende Coronapandemie eine Verbesserung der Akzeptanz und Nutzung von elektronischen Zahlungsmitteln in Deutschland. Bargeld wird als unhygienisch angesehen. Aus diesem Grund haben immer mehr Ladenbesitzer das kontaktlose und bargeldlose Bezahlen an den Ladenkassen gefordert. Durch den Virus wurde diese Bezahlweise stark vorangetrieben. Da der Kunde bei seinem Bezahlvorgang seine EC-Karte nicht mehr aus der Hand gibt und sie Dank des RFID Chips nur an das Lesegerät halten muss gilt diese Art der Bezahlung als besonders hygienisch. Diese Akzeptanz hat sich jedoch in Deutschland noch nicht gleichmäßig in allen Gesellschafts- und Altersgruppen durchgesetzt. Die Bargeldabschaffung ist auch in Deutschland immer wieder ein präsentes Thema, welches jedoch einen großen Diskussionsbedarf mit sich bringt. Erste Schritte in diese Richtung wurden am 26. April 2019 von der EZB mit der Einstellung der Produktion des 500 Euro-Scheines gemacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Trend zum bargeldlosen Bezahlen im internationalen Vergleich und führt in die deutsche Skepsis gegenüber der Bargeldabschaffung ein.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Bargeld und Buchgeld, erklärt die Funktionen des Geldes und erläutert die gängigen elektronischen Zahlungsmittel sowie die Voraussetzungen für eine bargeldlose Gesellschaft.
3 Hypothesen: Hier werden auf Basis der Literaturrecherche drei Hypothesen zum Zahlungsverhalten der Deutschen und zur Einstellung gegenüber der Abschaffung von Münzen sowie Bargeld im Allgemeinen aufgestellt.
4 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der quantitativen Umfrage, die Datenerhebung, das Instrument des Fragebogens sowie die anschließende Aufbereitung der erhobenen Daten.
5 Auswertung der Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die empirischen Ergebnisse der Umfrage, unterteilt in das Zahlungsverhalten und die Meinungsbilder zu den verschiedenen Szenarien der Bargeldabschaffung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfragen, wobei betont wird, dass Bargeld in Deutschland trotz digitaler Entwicklungen ein wichtiger Alltagsbegleiter bleibt.
Schlüsselwörter
Bargeld, bargeldlose Gesellschaft, Zahlungsverhalten, elektronische Zahlungsmittel, Debitkarte, Kreditkarte, Mobile Zahlung, Bargeldabschaffung, 1-Cent-Münzen, 2-Cent-Münzen, quantitative Forschung, Verbraucherverhalten, Datenschutz, Digitalisierung, bargeldloses Bezahlen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das aktuelle Zahlungsverhalten in Deutschland und die Einstellung der Bevölkerung gegenüber einem möglichen vollständigen oder teilweisen Wegfall des Bargelds.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung von Bar- und Buchgeld, der Akzeptanz elektronischer Zahlungsmittel und den gesellschaftlichen sowie sicherheitstechnischen Vorbehalten gegenüber bargeldlosen Systemen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob Bargeld in Deutschland aus Sicht der Bevölkerung bald Geschichte sein wird und wie die Einstellung zu spezifischen Maßnahmen wie der Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine quantitative Forschungsmethode, basierend auf einer Umfrage mittels Fragebogen, die durch eine fundierte Literaturrecherche ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Zahlungsmitteln, die Formulierung von Hypothesen, die methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die Auswertung und Interpretation der Umfrageergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Bargeld, elektronische Zahlungsmittel, Zahlungsverhalten, Bargeldabschaffung, Datenschutz, Digitalisierung und Verbraucherverhalten.
Wie unterscheidet sich das Zahlungsverhalten nach Altersgruppen?
Die Ergebnisse zeigen, dass jüngere Altersgruppen (insbesondere 26–35-Jährige) seltener Bargeld mit sich führen, während ältere Teilnehmer tendenziell häufiger auf Bargeld angewiesen sind.
Welche Rolle spielt der Datenschutz bei der Akzeptanz bargeldloser Zahlungen?
Datenschutzbedenken werden von der Mehrheit der Befragten als ein entscheidender Grund gegen eine vollständige Bargeldabschaffung genannt.
Welches Fazit zieht der Autor zur Bargeldnutzung in Deutschland?
Der Autor schlussfolgert, dass die Deutschen Bargeld weiterhin als unverzichtbaren Alltagsbegleiter ansehen und eine komplette Abschaffung für die Mehrheit der befragten Personen derzeit nicht in Frage kommt.
- Arbeit zitieren
- Manuel Bullinger (Autor:in), Ist Bargeld in Deutschland bald Geschichte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224501