Der Sudan – Afrikas flächenmäßig größter Staat ist uns aus den Medien fast ausschließlich durch negative Schlagzeilen bekannt. Im Moment fokussieren sich die Berichte beinahe ausnahmslos auf das Flüchtlingsdrama in der Provinz Darfur, welches wohl eine humanitäre Katastrophe von noch ungeahntem Ausmaß nach sich ziehen wird.
Seitdem das Land 1956 von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen wurde, wurden die vorwiegend kurzen Perioden ziviler Regierungen stets durch Militärdiktaturen abgelöst. Der Bürgerkrieg, der das Land seit 1955, bis auf eine kurze und äußerst brüchige Friedensphase zwischen 1972 und 1983 erschüttert, wird darüber hinaus beinahe vergessen. Als längster Bürgerkrieg der Welt hat der Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden leider schon traurige Berühmtheit erlangt.
Diese Arbeit wird die zwei Phasen des Konfliktes genauer untersuchen. Im Zentrum wird dabei die Frage stehen, ob es sich bei der zweiten Phase des Bürgerkrieges um einen sogenannten „neuen“ Krieg handelt, dem andere Motivationen zugrunde liegen, als dies noch in der ersten Phase des Konfliktes der Fall war.
Zunächst ist jedoch eine theoretische Annäherung an das Thema „alte“ versus „neue“ Kriege nötig, um die möglichen Veränderungen im Verlauf des Sudankonfliktes analysieren zu können.
Nach einem kurzen historischen Abriss werden anschließend die Konfliktphasen auf die dahinterliegenden politischen und ökonomischen Motive untersucht, um in der abschließenden, vergleichenden Analyse die Bedeutung der aktuellen Theorien hinsichtlich der „neuen“ Kriege zu beurteilen. Dabei wird vor allem die Frage, ob es sich beim Konflikt im Sudan tatsächlich um einen „neuen“ Krieg handelt, im Zentrum stehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Annäherung an die „neuen“ Kriege
- Der Bürgerkrieg im Sudan – ein „neuer“ Krieg?
- Historie des Bürgerkrieges
- Die erste Phase des Bürgerkrieges 1955 – 1972
- Politische Motive
- Ökonomische Motive
- Die zweite Phase des Bürgerkrieges 1983 – heute
- Politische Motive
- Ökonomische Motive
- Theoriebezogene, vergleichende Analyse der zwei Konfliktphasen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die zwei Phasen des Bürgerkriegs im Sudan und analysiert, ob die zweite Phase als „neuer“ Krieg im Sinne aktueller Theorien zu klassifizieren ist. Dabei werden die politischen und ökonomischen Motive beider Phasen verglichen.
- Charakterisierung des Bürgerkriegs im Sudan
- Vergleich der ersten und zweiten Phase des Konflikts
- Analyse der zugrundeliegenden politischen Motive
- Untersuchung der ökonomischen Hintergründe
- Anwendung aktueller Theorien zu „neuen“ Kriegen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Forschungsfrage nach der Einordnung des sudanesischen Bürgerkriegs als „neuer“ Krieg. Kapitel zwei bietet einen Überblick über aktuelle Theorien zu „alten“ und „neuen“ Kriegen. Kapitel drei beschreibt den Verlauf des sudanesischen Bürgerkriegs, unterteilt in zwei Phasen (1955-1972 und 1983-heute). Für jede Phase werden die politischen und ökonomischen Motive detailliert dargestellt.
Schlüsselwörter
Bürgerkrieg im Sudan, neue Kriege, alte Kriege, politische Motive, ökonomische Motive, Konfliktanalyse, Sudan, postkoloniale Konflikte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit über den Sudan?
Die Arbeit untersucht die zwei Phasen des sudanesischen Bürgerkriegs und analysiert, ob die zweite Phase als ein „neuer“ Krieg im Sinne aktueller politikwissenschaftlicher Theorien eingestuft werden kann.
Welche Zeiträume des Bürgerkriegs werden unterschieden?
Es werden zwei Hauptphasen analysiert: Die erste Phase von 1955 bis 1972 und die zweite Phase von 1983 bis heute.
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen „alten“ und „neuen“ Kriegen?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Annäherung, um zu prüfen, ob sich die Motivationen und ökonomischen Motive im Verlauf des Konflikts grundlegend verändert haben.
Welche Motive werden für die Konfliktphasen untersucht?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die dahinterliegenden politischen und ökonomischen Motive beider Kriegsphasen.
Welche Rolle spielt die Unabhängigkeit des Sudan in diesem Kontext?
Seit der Entlassung aus der britischen Unabhängigkeit im Jahr 1956 war das Land geprägt von einem Wechsel zwischen kurzen zivilen Regierungen und Militärdiktaturen.
Welche Bedeutung hat die Provinz Darfur in der aktuellen Berichterstattung?
Aktuelle Berichte fokussieren sich oft auf das Flüchtlingsdrama in Darfur, während der langfristige Nord-Süd-Konflikt häufig in den Hintergrund rückt.
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- Alexandra Mörz (Author), 2005, Der Bürgerkrieg im Sudan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122426