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Zur Komplexität der Sprachensituation in Luxemburg

Title: Zur Komplexität der Sprachensituation in Luxemburg

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Jenny Camen (Author)

German Studies - Linguistics
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Im Rahmen dieser Hausarbeit soll die sprachliche Entwicklung des Großherzogtums Luxemburg aufgezeigt werden. Anhand der historischen Betrachtung und der gegenwärtigen Sprachensituation soll die Komplexität des Sprachensystems Luxemburgs nachvollzogen werden, - die Triglossie aus Französisch, Deutsch und Luxemburgisch . Besonderer Augenmerk gilt unter anderem der Verdrängung des Deutschen in der Nachkriegszeit und dem Aufschwung des Luxemburgischen. Hierbei sollen einerseits Konflikte diskutiert und andererseits Chancen der Mehrsprachigkeit aufgezeigt werden. Es stellt sich die Frage, ob die Triglossie Luxemburgs als ein Vorteil auf kultureller oder auch gesellschaftlicher Ebene anzusehen ist. Anhand der Bildungssituation in Luxemburg soll nachvollzogen werden, inwiefern die Landesregierung versucht die sprachliche Entwicklung in eine gewisse Richtung zu lenken. Hierzu bedarf es ebenfalls einer Rückschau auf den historischen Sprachenunterricht. In einem Exkurs soll außerdem die literarische Produktion Luxemburgs in Betracht gezogen werden, welche möglicherweise einen Rückschluss auf die gegenwärtige Verbreitung und das Ansehen der drei gesprochenen Sprachen erlaubt.
Hierbei gilt es insgesamt die These, das Luxemburgische sei eine rein gesprochene und somit als Minderheitensprache der Luxemburger anzusehende Sprache, zu widerlegen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Großherzogtum Luxemburg: Gegenwärtige administrative und politische Verhältnisse

3. Die historische Entwicklung Luxemburgs als Grundlage der Triglossie

4. Die Entstehung und Entwicklung des Letzebuergeschen

5. Gegenwärtige Sprachensituation in Luxemburg

5.1 Die Stellung der Sprachen im Bildungssystem

5.2 Luxemburgische Literatur

6. Chancen und Konflikte der Dreisprachigkeit

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexe Sprachensituation in Luxemburg, insbesondere die historische Entwicklung und Etablierung der Triglossie aus Deutsch, Französisch und Luxemburgisch. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle der Mehrsprachigkeit und die Frage, inwieweit die Triglossie als kultureller oder gesellschaftlicher Vorteil gegenüber den Herausforderungen durch politische Einflüsse und Minderheitenproblematiken zu bewerten ist.

  • Historische Genese des luxemburgischen Mehrsprachensystems
  • Die Entwicklung des Letzebuergeschen zur eigenständigen Sprache
  • Stellung der Sprachen im luxemburgischen Bildungssystem
  • Literaturgeschichte im Kontext der sprachlichen Fremdprägung
  • Soziolinguistische Chancen und Konfliktpotenziale der Dreisprachigkeit

Auszug aus dem Buch

4. Die Entstehung und Entwicklung des Letzebuergeschen

Das Letzebuergesche ist eine Sprache, die durch eine langwierige Entwicklung und den Einfluss vieler verschiedener Sprachen gekennzeichnet ist. Die Form des Luxemburgischen, die heute weitgehend von allen Einwohnern Luxemburgs beherrscht bzw. verstanden wird, ist das Produkt aus mehreren Jahrtausenden sprachlicher Entwicklung. Allgemein zählt das Letzebuergesche zum westfränkischen Sprachkreis. „Mit der Völkerwanderung erreichte das Westfränkische zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert n.Chr. den luxemburgischen Raum.“ (Hoffmann 1979: 11). Die ältesten Wurzeln jedoch, die man dem Luxemburgischen zuschreibt, lassen sich auf das letzte Jahrtausend vor Christi zurückverfolgen. Dabei handelt es sich um Einflüsse des Keltischen, welches zu dieser Zeit im europäischen Raum aufkam. Zeugen des keltischen Erbes sind unter anderem einige Ortsnamen wie Widdenberg oder Wawer (s. Hoffmann 1979: 11).

Während der Römerherrschaft, die über 500 Jahre andauerte, gingen zahlreiche Bestandteile romanischen Sprachguts in die Luxemburgische Volkssprache mit ein. Der Einfluss der Franken, die um 285 in den luxemburgischen Raum vordrangen, lag darin, dass sie die unterschiedlichen romanischen und germanischen Kulturen vereinen wollten. Dies führte auf sprachlicher Ebene zu einer noch stärkeren Vermischung des westfränkischen Dialekts mit der romanischen Sprache. Doch eine wirkliche Assimilation der verschiedenen Sprachstämme im heutigen Luxemburg konnte nicht erreicht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die sprachliche Entwicklung Luxemburgs und die spezifische Triglossie zu analysieren und die These zu widerlegen, das Luxemburgische sei lediglich eine reine Minderheitensprache.

2. Das Großherzogtum Luxemburg: Gegenwärtige administrative und politische Verhältnisse: Dieses Kapitel liefert den administrativen Rahmen und beschreibt die demografische Situation sowie die politische Struktur des Großherzogtums.

3. Die historische Entwicklung Luxemburgs als Grundlage der Triglossie: Hier wird der historische Hintergrund beleuchtet, insbesondere wie Fremdherrschaft und Grenzlage die sprachliche Komplexität über Jahrhunderte geprägt haben.

4. Die Entstehung und Entwicklung des Letzebuergeschen: Das Kapitel widmet sich der sprachlichen Herkunft des Luxemburgischen und seinem Weg durch keltische, fränkische und romanische Einflüsse.

5. Gegenwärtige Sprachensituation in Luxemburg: Dieser Abschnitt untersucht das aktuelle funktionale Nebeneinander der drei Sprachen sowie deren spezifische Rollen im Alltag, im Bildungswesen und in der Literatur.

6. Chancen und Konflikte der Dreisprachigkeit: Es werden die soziolinguistischen Herausforderungen diskutiert, die mit einer Triglossie einhergehen, sowie die Vorteile für die nationale Identität und die europäische Integration.

7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über den Status der Mehrsprachigkeit als Chance und die Verwurzelung des Luxemburgischen als Ausdruck des Nationalgefühls.

Schlüsselwörter

Luxemburg, Triglossie, Mehrsprachigkeit, Letzebuergesch, Amtssprache, Sprachensituation, Sprachgeschichte, Identität, Soziolinguistik, Fremdherrschaft, Sprachpolitik, Minderheitensprache, Bildungssystem, Literaturgeschichte, Sprachwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Sprachensituation des Großherzogtums Luxemburg, die durch eine Triglossie aus Französisch, Deutsch und Luxemburgisch gekennzeichnet ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Sprache, die administrative Rolle der Landessprache und der soziolinguistische Wandel des Luxemburgischen hin zu einer eigenständigen Nationalsprache.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der Triglossie zu erfassen und die These zu widerlegen, dass das Luxemburgische nur eine unbedeutende Minderheitensprache sei.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und soziolinguistische Analyse, die durch Fachliteratur und historische Dokumente untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen, die Entwicklung des Letzebuergeschen, die Rolle der Sprachen im Bildungssystem sowie einen Exkurs zur luxemburgischen Literatur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wesentliche Begriffe sind Triglossie, Letzebuergesch, nationale Identität, Sprachpolitik und das soziolinguistische Gefüge Luxemburgs.

Warum spielt das Französische eine so hohe Rolle im luxemburgischen Prestige?

Das Französische gilt als Sprache der Gebildeten und als Prestige-Sprache für Politik und Verwaltung, was unter anderem durch das Studium luxemburgischer Akademiker an französischen oder belgischen Universitäten gestützt wird.

Welche Auswirkung hatte die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg auf die Sprachenwahl?

Die rigide Germanisierungspolitik führte zu einer Abkehr der Bevölkerung vom Hochdeutschen und stärkte den Wunsch nach einer eigenen, unterscheidbaren Nationalsprache, was den Status des Luxemburgischen nachhaltig festigte.

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Details

Title
Zur Komplexität der Sprachensituation in Luxemburg
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Proseminar: Regionale Variation in den deutschsprachigen Ländern
Grade
2,0
Author
B.A. Jenny Camen (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V122127
ISBN (eBook)
9783640268986
ISBN (Book)
9783640270927
Language
German
Tags
Komplexität Sprachensituation Luxemburg Proseminar Regionale Variation Ländern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Jenny Camen (Author), 2006, Zur Komplexität der Sprachensituation in Luxemburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122127
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