In der vorliegenden Arbeit wird die explizit kulturwissenschaftliche Dimension der Religionswissenschaft hinsichtlich ihres Gegenstandes, aber auch ihrer Methodik vorgestellt. Dabei wird wesentlich auf den gesellschaftlichen und wissenschaftsinternen Wandel eingegangen, der diese Neuorientierung der Religionswissehschaft stetig vorantreibt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Religion und Religionswissenschaft
- Der veränderte Gegenstand des Fachs
- Grundlagen einer kulturwissenschaftlichen Religionswissenschaft nach Gladigow
- Forschungsperspektiven: Die Marktsituation der Sinnangebote
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Religionswissenschaft hin zu einer empirisch ausgerichteten Kulturwissenschaft. Es wird gezeigt, wie sich sowohl die Methoden als auch der Gegenstandsbereich der Disziplin verändert und erweitert haben.
- Kulturwissenschaftliche Einordnung der Religionswissenschaft
- Veränderter Gegenstandsbereich der Religionswissenschaft
- Konkurrierende religiöse Sinnangebote und Heilsgüter in der Gesellschaft
- Neues wissenschaftliches Erkenntnisinteresse im Kontext der Pluralisierung
- Herausforderungen für die Religionswissenschaft durch nicht eindeutig religiös identifizierbare Phänomene
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit skizziert die Verschiebung der Religionswissenschaft hin zu einem kulturwissenschaftlichen Ansatz und kündigt die Untersuchung der veränderten Gegenstände an.
Religion und Religionswissenschaft: Dieses Kapitel charakterisiert Religion und Religionswissenschaft und ordnet letztere kulturwissenschaftlich ein. Es werden verschiedene Definitionen von Religion und die zunehmende gesellschaftspolitische Relevanz der Disziplin im globalen Kontext diskutiert.
Der veränderte Gegenstand des Fachs: Dieser Abschnitt untersucht die theoretischen Grundlagen einer modernen, kulturwissenschaftlichen Religionswissenschaft nach Gladigow. Es wird die Distanzierung von Fragen nach dem Wesen und Wahrheitsgehalt von Religion betont und ein semiotisch orientiertes Verständnis von Religion hervorgehoben. Weiterhin wird die Marktsituation religiöser Sinnangebote analysiert, wobei die Pluralisierung und der Wettbewerb verschiedener Sinnangebote im Fokus stehen.
Schlüsselwörter
Religionswissenschaft, Kulturwissenschaft, Empirie, Pluralisierung, religiöse Sinnangebote, Marktsituation, gesellschaftliche Differenzierung, Gladigow, Bourdieu, funktionale Differenzierung, Symbolsystem.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Religionswissenschaft als Kulturwissenschaft“?
Es beschreibt die Ausrichtung des Fachs auf empirische Methoden und die Einordnung von Religion als kulturelles Phänomen, statt sich mit theologischen Wahrheitsfragen zu befassen.
Wie hat sich der Gegenstand der Religionswissenschaft verändert?
Der Fokus liegt heute verstärkt auf der Pluralisierung und der „Marktsituation der Sinnangebote“, also dem Wettbewerb verschiedener religiöser und säkularer Weltanschauungen.
Welche Rolle spielen die Theorien von Gladigow in dieser Arbeit?
Gladigow liefert die Grundlagen für eine kulturwissenschaftliche Religionswissenschaft, die Religion als Zeichensystem und Marktplatz von Heilsgütern versteht.
Was sind „religiöse Sinnangebote“?
Dies sind verschiedene spirituelle oder weltanschauliche Optionen, aus denen Individuen in einer pluralistischen Gesellschaft wählen können, um ihrem Leben Bedeutung zu verleihen.
Warum ist die Abgrenzung zur Theologie wichtig?
Die kulturwissenschaftliche Religionswissenschaft stellt keine Fragen nach dem „Wesen“ oder dem Wahrheitsgehalt einer Religion, sondern untersucht deren gesellschaftliche Funktionen und Symbole.
Welche Herausforderungen bringt die gesellschaftliche Pluralisierung mit sich?
Sie führt dazu, dass auch Phänomene untersucht werden müssen, die nicht eindeutig religiös identifizierbar sind, aber ähnliche Funktionen wie Religion erfüllen.
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- Philipp Einhäuser (Author), 2007, Religionswissenschaft als Kulturwissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121895