Die Arbeit setzt sich zum Ziel, verschiedene christliche Quellen aus den ersten beiden Jahrhunderten nach Hinweisen auf einen gewaltsamen Tod des Apostels Petrus zu untersuchen. Ausgehend von Joh 21, 18-19 soll zunächst der Versuch unternommen werden, ein neutestamentliches Bild frühchristlicher Auffassungen über den Tod des Apostels zu zeichnen.
Nach der Untersuchung neutestamentlicher Anhaltspunkte für den gewaltsamen Tod des Petrus, sollen zudem, in einem weiteren Kapitel, um eine möglichst umfassende Vorstellung frühchristlicher Erinnerung an das Martyrium Petri zu erhalten, nicht-kanonische Schriften der frühen Kirche in den Blick genommen werden. Diese apokryphen Schriften werden wiederum in zwei Kategorien unterteilt.
In einem ersten Schritt soll in der Arbeit, nachdem zu Beginn eine Untersuchung des vierten Evangeliums nach Hinweisen auf einen möglichen gewaltsamen Tod des Apostels Petrus, insbesondere unter Berücksichtigung des Johannes-Prologs, durchgeführt wurde, die kritische Diskussion zweier außerkanonischer Schriften der Apostolischen Väter, nämlich des ersten Klemensbriefs, sowie des Briefes des korinthischen Bischofs Dionysius an die christliche Gemeinde in Rom, durchgeführt werden. Bevor dann in einem abschließenden Fazit eine Zusammenschau und Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse erfolgen kann, soll in einem weiteren Unterkapitel ein Einblick in frühchristliche Offenbarungsschriften mit apokalyptisch-visionärem Charakter gegeben und diese auf Anhaltspunkte für einen gewaltsamen Tod des Simon Petrus ausgewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Untersuchung möglicher Hinweise auf den gewaltsamen Tod Petri im Johannesevangelium
- 2. Untersuchung möglicher Hinweise auf das Martyrium des Petrus in christlichen Schriften außerhalb des Neuen Testaments
- 2.1. Hinweise bei den Apostolischen Vätern
- 2.1.1. 1 Klemensbrief
- 2.1.2. Dionysius von Korinth
- 2.2. Hinweise in der Offenbarungsliteratur
- 2.2.1. Die Petrusapokalypse
- 2.2.2. Die Himmelfahrt Jesajas
- 2.1. Hinweise bei den Apostolischen Vätern
- Frühchristliche Petrusmemorie- ein Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Untersuchung frühchristlicher Zeugnisse aus den ersten zwei Jahrhunderten, um Hinweise auf einen gewaltsamen Tod des Apostels Petrus zu erforschen. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der johanneischen Überlieferung und der frühchristlichen Schriften, die Einblicke in die Entwicklung der Petrusmemorie gewähren.
- Analyse des Johannesevangeliums hinsichtlich möglicher Hinweise auf den Tod Petri
- Untersuchung nicht-kanonischer Schriften der Apostolischen Väter
- Einblick in die frühchristliche Offenbarungsschriften mit apokalyptisch-visionärem Charakter
- Erforschung der Entwicklung der Petrusmemorie in den ersten beiden Jahrhunderten
- Sichtung von Hinweisen auf das Martyrium Petri in verschiedenen literarischen Quellen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Bedeutung des Apostels Petrus für die Geschichte des Christentums dar und skizziert die Forschungslücke bezüglich seines Todes. Die Arbeit verfolgt das Ziel, die verschiedenen christlichen Quellen aus den ersten beiden Jahrhunderten nach Hinweisen auf einen gewaltsamen Tod des Apostels Petrus zu untersuchen.
- 1. Untersuchung möglicher Hinweise auf den gewaltsamen Tod Petri im Johannesevangelium: Dieses Kapitel widmet sich dem Johannesevangelium, insbesondere dem Epilog (Joh 21,18-19), und analysiert, ob und wie dieser Text auf den gewaltsamen Tod des Petrus hindeuten könnte.
Schlüsselwörter
Apostel Petrus, Martyrium, Johannesevangelium, Apostolische Väter, Offenbarungsschriften, Petrusmemorie, frühchristliche Tradition, gewaltsamer Tod, Kreuzestod, Soεa, ἐkteveĭs tȧs xeчpάç, römische Kreuzigungspraktik.
Häufig gestellte Fragen
Welche Hinweise gibt das Johannesevangelium auf den Tod von Petrus?
Insbesondere Joh 21,18-19 enthält eine kryptische Vorhersage, die traditionell als Hinweis auf das Martyrium und die Kreuzigung des Petrus gedeutet wird ("du wirst deine Hände ausstrecken").
Was sagt der erste Klemensbrief über Petrus aus?
Der 1. Klemensbrief gilt als eines der frühesten außerkanonischen Zeugnisse, das Petrus zusammen mit Paulus als Vorbild für Standhaftigkeit im Martyrium nennt.
Welche Rolle spielen apokryphe Offenbarungsschriften?
Schriften wie die Petrusapokalypse oder die Himmelfahrt Jesajas bieten visionäre Einblicke in die frühchristliche Erinnerung an Petrus und festigen das Bild seines gewaltsamen Todes.
Was bedeutet der Begriff "Petrusmemorie"?
Er bezeichnet die Art und Weise, wie die frühe Kirche das Andenken an den Apostel Petrus bewahrte, insbesondere im Hinblick auf seinen Tod in Rom.
Gibt es historische Belege für die römische Kreuzigungspraktik bei Petrus?
Die Arbeit untersucht literarische Hinweise, die mit den bekannten römischen Kreuzigungspraktiken jener Zeit korrespondieren, wie etwa die Ausdrücke für das Ausstrecken der Hände.
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- Martin de Germareskauuensis (Author), 2020, Das Martyrium des Apostels Petrus im Spiegel christlicher Zeugnisse der ersten zwei Jahrhunderte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1214947