Basierend auf Netzwerktheorien und einem Abgleich mit der Beschaffenheit des Internet soll diese Arbeit zeigen, dass es nicht nur zeitliche sondern auch strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen den Borg aus Star Trek und dem Internet gibt. Die Arbeit ist daher so strukturiert, dass im ersten Schritt die Borg vorgestellt und einige wichtige Aspekte aufgezeigt werden. In den darauffolgenden Abschnitten werden diese Aspekte dann einzeln betrachtet und weiter vertieft. Dabei kann jedoch nicht auf alle Punkte, Themen und Aspekte eingegangen werden – die Borg bieten schlicht zu viel Material und zu viele spannende Detailfragen. Daher muss diese Arbeit zwangsläufig eine Auswahl an Vergleichspunkten darstellen.
Star Trek ist eine der erfolgreichsten und bekanntesten Science-Fiction-Franchises. Seit ihrer Erstausstrahlung 1964 sind zahlreiche Filme und Serien und damit verbunden viele verschiedene Vorstellungen außerirdischer Spezies hinzugekommen. Eine der bemerkenswertesten dieser Spezies sind die kybernetisch integrierten Borg, welche 1989 ihre Premiere bei Star Trek hatten. Damit liegt ihre Entstehung in einer wichtigen Entwicklungsphase der Computervernetzung, die wenige Jahre später dann zur Inbetriebnahme des Internet führte. Fiktionale Darstellungen in Star Trek in Analogie zu technischen und politischen Entwicklungen zu setzen ist keine neue Idee. Sehr populär ist es etwa Star Trek in Bezug auf den kalten Krieg zu betrachten.
So wurde die Feindschaft zwischen Föderation und Klingonischem Reich gerne als Repräsentation der Dichotomie zwischen USA und Sowjetunion gedeutet. Nicht zuletzt basiert diese Deutung sicherlich auch auf der Gleichzeitigkeit der Ausstrahlung der ersten Star Trek Serie und einer Hochphase des kalten Kriegs. In Bezug auf die Borg wurde, etwa von Dietmar Fricke, eine ähnliche Deutung vorgeschlagen. Geprägt durch den Diskurs um den Clash of Civilizations zeigten die Borg etwa eine Angst der Unterlegenheit individualistischer Gesellschaften vor kollektivistischen Modellen. Jedoch ergibt sich aus der zeitlichen Verbindung zwischen der Entstehung der Borg und des Internet ein gerade aus medienwissenschaftlicher Perspektive interessante Analogie.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Wer oder was sind die Borg?
- Netzaufbau - Die Borg und das Internet
- Identität und Identifizierbarkeit
- Kommunikation, Wissensvermittlung und Spam
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die strukturellen und zeitlichen Gemeinsamkeiten zwischen den Borg aus dem Star Trek-Universum und dem Internet. Sie zeigt auf, wie die fiktiven Borg als Repräsentation des Internet verstanden werden können, und beleuchtet dabei verschiedene Aspekte der Borg-Kultur und ihrer Funktionsweise in Analogie zu den Eigenschaften des Internet.
- Die Borg als Repräsentation des Internet
- Kollektivbewusstsein und Redundanzen der Borg
- Die Borg und die Vernetzung des Wissens
- Die Borg und die Herausforderungen der digitalen Identität
- Die Borg und die Verbreitung von Informationen im Internet
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Borg als ein interessantes Beispiel für die Interaktion von Science-Fiction und realen technologischen Entwicklungen vor. Das Kapitel „Wer oder was sind die Borg?“ bietet einen ersten Einblick in die Borg-Kultur und ihre besonderen Merkmale. Hier werden auch die strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen den Borg und dem Internet angedeutet. Die weiteren Kapitel vertiefen diese Aspekte und beleuchten Themen wie den Netzaufbau der Borg in Analogie zum Internet, die Frage der Identität und Identifizierbarkeit in der Borg-Gesellschaft und die Kommunikation, Wissensvermittlung und Spam in diesem fiktiven Kontext.
Schlüsselwörter
Star Trek, Borg, Internet, Science-Fiction, Vernetzung, Kollektivbewusstsein, Identität, Kommunikation, Spam, Wissensvermittlung, Netzwerktheorie, kybernetische Integration.
Häufig gestellte Fragen
Warum werden die Borg aus Star Trek mit dem Internet verglichen?
Die Borg entstanden zeitgleich mit der frühen Entwicklungsphase des Internets (Ende der 80er Jahre). Die Arbeit zeigt strukturelle Analogien zwischen der kybernetischen Vernetzung der Borg und der Computervernetzung auf.
Was ist das Kollektivbewusstsein der Borg in Bezug auf das Internet?
Es dient als Metapher für die Vernetzung des Wissens und die ständige Verfügbarkeit von Informationen in einem globalen Netzwerk, in dem das Individuum Teil eines größeren Ganzen wird.
Welche medienwissenschaftliche Analogie zieht die Arbeit?
Die Arbeit nutzt Netzwerktheorien, um zu zeigen, dass fiktionale Darstellungen wie die Borg oft reale technologische Ängste oder Entwicklungen – hier das Internet – widerspiegeln.
Wie wird das Thema Identität bei den Borg und im Internet behandelt?
Die Arbeit vergleicht die Herausforderungen der digitalen Identität und Identifizierbarkeit im Netz mit dem Verlust der Individualität innerhalb des Borg-Kollektivs.
Gibt es in der Borg-Analogie auch eine Entsprechung zu „Spam“?
Ja, ein Kapitel der Arbeit befasst sich explizit mit Kommunikation, Wissensvermittlung und dem Phänomen Spam innerhalb der vernetzten Strukturen der Borg.
Welche anderen politischen Deutungen der Borg existieren?
Frühere Deutungen sahen in den Borg oft eine Repräsentation des „Clash of Civilizations“ oder die Angst individualistischer Gesellschaften vor kollektivistischen Modellen.
- Arbeit zitieren
- Hendrik Olschewski (Autor:in), 2021, Die Borg aus Star Trek als Repräsentation des Internets. Zeitliche und strukturelle Gemeinsamkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1214617