„Jugendliche sehen sich als players in the continental game, […]. Kulturkompetenz bedeutet, sich durch das Bauen von Sprachbrücken mit anderen zu verbinden – eine vordringliche Aufgabe im mehrsprachigen und vielkulturellen Europa“.
Aufgrund der globalen Verzahnung, die insbesondere die Lebenswelt der Jugendlichen in zunehmendem Maße beeinflusst, besteht eine Kernaufgabe der Verantwortlichen in Schule und Kultusministerium darin, die Schüler in ihren fremdsprachlichen und kulturellen Handlungskompetenzen zu fördern und zu fordern. Eine erfolgreiche Teilhabe an diesem Prozess der Internationalisierung von gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und ökologischen Mechanismen erfordert diesbezüglich „eine entsprechende Vertrautheit mit fremden Sprachen und Kulturen auf möglichst vielen gesellschaftlichen Feldern“.
Diesen Anforderungen versucht der bilinguale Sachfachunterricht durch die Integration einer Fremdsprache in den Fachunterricht zu entsprechen. Im Gegensatz zum traditionellen Fremdsprachenunterricht und dessen Orientierung an grammatikalischer Formeinhaltung ist diese Unterrichtsform auf die „Verwendung der Zielsprache für fachlich-inhaltliche Lernprozesse“ ausgerichtet. Auf diese Weise soll der Erwerb der Fremdsprache auf natürliche Weise geschehen und somit nachhaltigere Ergebnisse erzielen. Würde dies allerdings in der Form eines bloßen „Eintauchen[s] ins Sprachbad der zu lernenden Sprache“, in dessen unterrichtlicher Realisierung die Zielsprache nicht als Unterrichtsfach behandelt, sondern selbst zur Unterrichtssprache, zum „Erkenntnismedium“ instrumentalisiert wird, geschehen, bestünde allerdings die Gefahr einer didaktisch-fragwürdigen Immersion. Auch an dieser Stelle erscheint eine Abgrenzung unumgänglich. Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten, die der bilinguale Unterricht in sich birgt und der damit steigenden Anzahl an Partizipationsalternativen der Schüler hinsichtlich der zunehmenden Internationalisierung, hat der bilinguale Unterricht seit den neunziger Jahren einen erheblichen Aufschwung erfahren. Werners Untersuchungen zufolge findet diese innovative und fächerverbindende Unterrichtsform, die laut Baricelli und Schmieder im Begriff sei, sich „fest in der deutschen Schullandschaft zu etablieren“, aktuell an mehr als 680 Schulen in Deutschland statt, wobei die Verbreitung jede Schulform berücksichtigt. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlagen des mono- und bilingualen Geschichtsunterrichts
- Materialauswahl im bilingualen Geschichtsunterricht
- Derzeitige Materialsituation
- Kriterien der Materialauswahl
- Überprüfung der Kriterien am Beispiel des Lehrbuchs Spotlight on History
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Lehrbuchsituation im bilingualen Geschichtsunterricht. Ihr Ziel ist die Analyse der Kriterien für geeignete Materialien und deren Umsetzung im Lehrbuch "Spotlight on History". Die Arbeit konzentriert sich auf die deutsche Perspektive und die Verfügbarkeit von deutschsprachigen Lehrwerken für den bilingualen Geschichtsunterricht.
- Kriterien für die Auswahl von Lehrmaterialien im bilingualen Geschichtsunterricht
- Analyse der derzeitigen Materialsituation im bilingualen Geschichtsunterricht
- Bewertung des Lehrbuchs "Spotlight on History" anhand der festgelegten Kriterien
- Die Rolle des Schulbuchs im bilingualen Geschichtsunterricht
- Herausforderungen und Chancen des bilingualen Geschichtsunterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung bilingualen Unterrichts im Kontext der Globalisierung und führt in die Thematik ein. Kapitel 2 behandelt die Grundlagen des mono- und bilingualen Geschichtsunterrichts. Kapitel 3 analysiert die Materialauswahl im bilingualen Geschichtsunterricht, einschließlich der aktuellen Situation und der relevanten Auswahlkriterien. Kapitel 4 wendet diese Kriterien auf das Lehrbuch "Spotlight on History" an.
Schlüsselwörter
Bilingualer Geschichtsunterricht, Lehrbücher, Materialauswahl, Spotlight on History, Kriterienkatalog, deutschsprachiger Unterricht, Fremdsprachenunterricht, Internationalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel des bilingualen Sachfachunterrichts?
Ziel ist die Förderung fremdsprachlicher und kultureller Kompetenzen durch die Verwendung einer Fremdsprache für fachlich-inhaltliche Lernprozesse.
Welches Lehrbuch wird in dieser Arbeit analysiert?
Die Arbeit untersucht die Eignung des Lehrbuchs "Spotlight on History" für den bilingualen Geschichtsunterricht.
Nach welchen Kriterien wird Lehrmaterial für bilingualen Unterricht ausgewählt?
Die Auswahl erfolgt auf Basis eines Kriterienkatalogs, der sowohl fachdidaktische als auch sprachliche Aspekte der Zielsprache berücksichtigt.
Was versteht man unter einer "didaktisch-fragwürdigen Immersion"?
Es beschreibt die Gefahr, dass die Zielsprache nur als bloßes Erkenntnismedium instrumentalisiert wird, ohne die notwendige fachdidaktische Begleitung.
Warum hat der bilinguale Unterricht seit den 90er Jahren an Bedeutung gewonnen?
Aufgrund der zunehmenden Globalisierung und Internationalisierung ist eine höhere Sprach- und Kulturkompetenz in der Schullandschaft vordringlich geworden.
Wie viele Schulen in Deutschland bieten bilingualen Unterricht an?
Laut den in der Arbeit zitierten Untersuchungen von Werner findet diese Unterrichtsform aktuell an mehr als 680 Schulen in ganz Deutschland statt.
- Quote paper
- Claas Neumann (Author), 2008, „Locate trouble spots!“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121440