Diese Arbeit setzt sich mit Antonio Gramscis Ansichten zu den Auswirkungen der modernen Produktionsweise auf den Arbeiter auseinander. Es wird herausgearbeitet, was sich dieser Vertreter des Westlichen Marximus von diesen Veränderungen erhoffte, insbesondere in Hinblick auf die Möglichkeit zur Entstehung einer revolutionären Arbeiterbewegung.
Als primäre Quelle dient Gramscis sogenanntes Gefängnisheft zum Thema "Amerikanismus und Fordismus".
Es wird u.a. untersucht, inwiefern Gramscis Hoffungen auf die Entwicklung eines revolutionären Bewusstseins beim modernen Fabrikarbeiter gerechtfertigt waren und warum eine Revolution dennoch ausblieb.
Zu Beginn der Hausarbeit wird die Stellung Gramscis innerhalb des westlichen Marxismus aufgezeigt. Danach werden die zentralen Begriffe "Amerikanismus" und "Fordismus" sowie "Taylorismus" erläutert. Es folgt eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Rationalisierung auf den Arbeiter. Das vorletzte Kapitel beschäftigt sich mit der Entwicklung eines revolutionären Bewusstseins. Die Arbeit schließt mit einem Resümee, welches die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfasst und nochmals kritisch betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Gramsci und der westliche Marxismus
- 1.1 Zur Person Gramscis
- 1.2 Die Gefängnishefte
- 1.3 Das Gefängnisheft „Amerikanismus und Fordismus“
- 2. Zentrale Begrifflichkeiten und Annahmen
- 2.1 Amerikanismus
- 2.2 Fordismus und Taylorismus
- 2.3 Hegemonietheorie
- 3. Fordistische Produktion - fordisierte Menschen?
- 3.1 Einführung des Amerikanismus und Fordismus in Europa
- 3.2 Charakterisierung der Arbeit im rationalisierten Betrieb
- 3.3 Neue Anforderungen an die Menschen
- 3.4 Gramscis Einstellung zur Rationalisierung
- 4. Der Einfluss des Fordismus auf das revolutionäre Bewusstsein der Arbeiter
- 4.1 Die Problematik des Klassenbewusstseins
- 4.2 Freies Denken
- 4.3 Gramscis Theorie in der Praxis
- 5. Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des Fordismus und Amerikanismus auf die Arbeiter im Kontext des westlichen Marxismus, insbesondere anhand der Gefängnishefte von Antonio Gramsci. Sie beleuchtet die Veränderungen der Arbeitsbedingungen und die Auswirkungen auf das revolutionäre Bewusstsein der Arbeiterklasse.
- Gramscis Position im westlichen Marxismus
- Analyse der Begriffe Amerikanismus und Fordismus
- Auswirkungen der fordistischen Produktion auf die Arbeiter
- Entwicklung des revolutionären Bewusstseins unter fordistischen Bedingungen
- Gramscis theoretische Ansätze und ihre praktische Relevanz
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der fordistischen Rationalisierung auf die Arbeiter und ihr revolutionäres Bewusstsein. Kapitel 1 positioniert Gramsci im westlichen Marxismus und beschreibt seine Gefängnishefte als zentrale Quelle. Kapitel 2 erläutert die zentralen Begriffe Amerikanismus, Fordismus und Taylorismus. Kapitel 3 befasst sich mit den Folgen der fordistischen Produktion für die Arbeiter, während Kapitel 4 die Problematik des Klassenbewusstseins und die Möglichkeiten des freien Denkens im Kontext des Fordismus untersucht.
Schlüsselwörter
Westlicher Marxismus, Antonio Gramsci, Fordismus, Amerikanismus, Taylorismus, Klassenbewusstsein, Rationalisierung, Hegemonietheorie, revolutionäres Bewusstsein, Produktionsweise, Arbeiterbewegung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Antonio Gramsci unter den Begriffen Amerikanismus und Fordismus?
Gramsci analysiert mit diesen Begriffen die rationelle Umgestaltung der Produktion, wie sie in den USA durch Henry Ford und F.W. Taylor (Taylorismus) eingeführt wurde. Er untersucht, wie diese Methoden nicht nur die Fabrikarbeit, sondern die gesamte Lebensweise der Arbeiter veränderten.
Welche Rolle spielt Gramsci innerhalb des westlichen Marxismus?
Gramsci gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des westlichen Marxismus. Im Gegensatz zum ökonomischen Determinismus legte er einen starken Fokus auf kulturelle Faktoren, Ideologie und die Theorie der Hegemonie.
Wie wirkt sich die fordistische Rationalisierung laut Gramsci auf den Arbeiter aus?
Die Rationalisierung führt zu einer Mechanisierung des Menschen. Gramsci beschreibt, dass die Arbeit im rationalisierten Betrieb neue psychophysische Anforderungen stellt und versucht, den Arbeiter auch außerhalb der Fabrik zu disziplinieren.
Was erhoffte sich Gramsci von der modernen Produktionsweise für die Arbeiterbewegung?
Gramsci untersuchte, ob die neuen Produktionsbedingungen die Entstehung eines revolutionären Bewusstseins fördern könnten. Er hoffte, dass die Konzentration und Disziplinierung der Arbeiter in modernen Fabriken eine Basis für eine organisierte Arbeiterbewegung bieten würde.
Warum blieb die Revolution trotz Gramscis Hoffnungen aus?
Die Arbeit setzt sich kritisch damit auseinander, warum die Entwicklung eines revolutionären Bewusstseins durch die Hegemonie der herrschenden Klasse und die Anpassung des Menschen an das fordistische System erschwert wurde.
Was sind die "Gefängnishefte" im Kontext dieser Arbeit?
Die Gefängnishefte (Quaderni del carcere) sind Gramscis Hauptwerk, das er während seiner Haft unter dem italienischen Faschismus verfasste. Das Heft zu "Amerikanismus und Fordismus" dient als primäre Quelle für diese Untersuchung.
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- Franziska Loth (Author), 2008, Amerikanismus und Fordismus bei Antonio Gramsci, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121330