Vor fast genau zehn Jahren, kamen in Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen,
Impulse zur Implementierung eines grundlegenden Reformkonzeptes für die öffentliche
Verwaltung auf. Diese wurden Neues Steuerungsmodell (NSM) oder auch New Public Management (NPM) genannt. Die Initialzündung ging gemäß Hilbertz von dem Bericht „Dezentrale Ressourcenverantwortung: Überlegungen zu einem neuen Steuerungsmodell“ aus, der 1991 von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle zur Verwaltungsvereinfachung (KGSt) veröffentlicht wurde. Seinerzeit wurden sechs Kernelemente eines NSM–Bauplanes erarbeitet.
Eines davon sieht die Führung durch Leistungsabsprache statt durch Einzeleingriff
vor. Vielfach ist in der aktuellen Fachliteratur zu lesen, Motivation sei im wesentlichen eine Frage der richtigen Führung. Es besteht demnach eine elementare Dependenz zwischen Führungsverhalten und Mitarbeitermotivation.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, mit Hilfe einer empirische Studie, den Ist-Zustand der
Arbeitszufriedenheit und Leistungsmotivation im öffentlichen Sektor exemplarisch zu ermitteln
und auszuwerten. Selbstverständlich lassen diese Ergebnisse keine repräsentativen Rückschlüsse auf die allgemeine Stimmung in den Verwaltungen der Bundesrepublik zu.
Die Mitarbeiterbefragung zum Thema Motivation wurde im mit freundlicher Unterstützung der Betriebsleitung durchgeführt. Diese Wahl gewährleistet einen relativ breiten Einblick, da in diesem Eigenbetrieb, mit Beamten, Arbeitern und Angestellten, alle Arbeitnehmergruppen vertreten sind. Neben der Mitarbeiterbefragung als Hilfsmittel
zur Stimmungserfassung, werden die wesentlichen Motivationstheorien abgehandelt.
Weiterhin erfolgt die Erläuterung von Elementen einer motivierenden Führungs- und Unternehmenskultur.
Aber auch Gefahren, die durch Motivationsbarrieren für die Unternehmen entstehen können, werden aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Begriffe und Erläuterungen
2.1 Motiv, Motivation, Motivierung
2.2 Der Wertewandel und seine Anforderungen an die öffentliche Verwaltung
3. Motivationstheorien
3.1 Inhaltstheorien der Motivationsforschung
3.1.1 Die Bedürfnishierarchie nach Maslow
3.1.2 Die Zwei – Faktoren Theorie von Herzberg
3.1.3 Tiefenpsychologische Theorien
3.2 Prozesstheorien der Motivationsforschung
3.2.1 Die Erwartungstheorien
3.2.2 Die Gleichgewichtstheorien
3.3 Zusammenfassung und Reflexion
4. Elemente einer motivierenden Führungs- und Unternehmenskultur
4.1 Grundlagen des Führungsbegriffes
4.2 Zielgerichtetes Führen
4.2.1 Vorteile und Befürchtungen
4.2.2 Anforderungen an ein Zielsystem
4.2.3 Arten von Zielen
4.2.4 Delegation
4.2.5 Führungskräfte als Coach
4.3 Kommunikation und Information
4.3.1 Begriffe und Grundlagen
4.3.2 Das Mitarbeitergespräch
4.3.3 Die Mitarbeiterbeurteilung – ein motivierendes Führungsinstrument?
4.4 Motivieren durch zeitgemäße Personalentwicklung (PE)
4.4.1 Der Begriff Personalentwicklung
4.4.2 Ziele und Aufgaben der Personalentwicklung
4.4.3 Der Qualitätszirkel – eine Alternative zur Effizienzkontrolle der PE
4.4.4 Modellkonzeption einer Personalentwicklung
4.5 Motivation durch sinnvolle Gestaltung der Arbeitszeit
4.6 Leistungsmotivation durch materielle Anreize?
4.6.1 Leistungsgerechte Bezahlung im öffentlichen Dienst
4.6.2 Mitarbeiterorientierung durch Cafeteria – Systeme
5. Die Mitarbeiterbefragung - Baustein eines modernen Managements
5.1 Regeln und Funktionen zeitgemäßer Mitarbeiterbeurteilungen
5.2 Mitarbeiterbefragung zum Thema Motivation
5.2.1 Grundlegende Aspekte
5.2.2 Rücklauf und Ergebnis
6. Motivationsbarrieren und ihre Folgen
6.1 Mobbing – Schikane am Arbeitsplatz
6.2 Das Phänomen der inneren Kündigung
7. Gesundheitsmanagement – ein Schlüssel zur Motivation
7.1 Maßnahmen einer aktiven Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
7.2 Exkurs: „Den Stress besiegen“
8. Schlusswort und Danksagung
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, den Ist-Zustand der Arbeitszufriedenheit und Leistungsmotivation im öffentlichen Sektor exemplarisch zu ermitteln, wobei die Forschungsfrage untersucht, wie Führung und Unternehmenskultur motivierend wirken können, um Reformimpulse des New Public Management erfolgreich umzusetzen.
- Analyse theoretischer Grundlagen der Motivationsforschung (Inhalts- und Prozesstheorien).
- Untersuchung von Elementen einer motivierenden Führungs- und Unternehmenskultur, wie Zielvereinbarungen, Delegation und Mitarbeitergespräche.
- Bedeutung der Personalentwicklung und Gestaltung der Arbeitszeit als Motivationsinstrumente.
- Empirische Mitarbeiterbefragung zur Erfassung von Motivationsfaktoren und -barrieren in einem Eigenbetrieb.
Auszug aus dem Buch
Die Zwei – Faktoren Theorie von Herzberg
Im Rahmen ihrer sogenannten Pittsburgh – Studie untersuchten Herzberg und seine Mitarbeiter mittels einer Befragung von über zweihundert Ingenieuren und Buchhaltern, welche Faktoren Unzufriedenheit vermeiden bzw. abbauen und welche insbesondere Zufriedenheit auslösen. Herzberg bezeichnet diese als Motivatoren und diejenigen, deren Verschlechterung Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern erregt Hygiene – Faktoren. Diese sind analog der Hygiene in der Medizin zu sehen, der zwar keinerlei heilende Wirkung zugesprochen wird, die jedoch eine weitere Ausweitung der Krankheit verhindern kann. Zu den Hygiene – Faktoren gehören u.a. die Organisation der Unternehmung, ihre Betriebspolitik, das Management und die Beziehungen zu Vorgesetzten und Kollegen. Diese Faktoren wurden mit Hilfe mehrere empirischer Studien identifiziert.
Maßnahmen, die dem materiellen Lebensunterhalt und der sozialen Sicherheit dienen, sind gemäß Herzberg kaum dazu geeignet, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Zwar seien sie erforderlich, um von außen gesteuerte Arbeitsmotive zu befriedigen, jedoch nicht, um die Leistungsstärke auf Dauer zu erhöhen. Er bezeichnet sie deshalb auch als Instandhaltungsfaktoren.
Zu den typischen Motivatoren rechnet Herzberg Anerkennung, interessante Arbeitsinhalte, Selbstbestätigung, Eigenverantwortung etc.. Bei den Motivatoren handelt es sich vornehmlich um intrinsische Motivationsfaktoren, während die Hygiene – Faktoren, durch ihren Bezug auf das Arbeitsumfeld, extrinsischer Natur sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Mitarbeitermotivation im Kontext der öffentlichen Verwaltung und Vorstellung der Forschungsabsicht.
2. Grundlegende Begriffe und Erläuterungen: Definition zentraler Begrifflichkeiten und Erörterung des gesellschaftlichen Wertewandels.
3. Motivationstheorien: Darstellung wichtiger Inhalts- und Prozesstheorien sowie eine kritische Reflexion ihrer Bedeutung.
4. Elemente einer motivierenden Führungs- und Unternehmenskultur: Analyse moderner Führungskonzepte wie MbO, Delegation, Kommunikation, Personalentwicklung und Arbeitszeitgestaltung.
5. Die Mitarbeiterbefragung - Baustein eines modernen Managements: Erläuterung der Bedeutung und methodischen Durchführung einer Mitarbeiterbefragung zur Stimmungsermittlung.
6. Motivationsbarrieren und ihre Folgen: Untersuchung von negativen Phänomenen wie Mobbing und innerer Kündigung und deren Auswirkungen.
7. Gesundheitsmanagement – ein Schlüssel zur Motivation: Darstellung präventiver Maßnahmen zur aktiven Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz zur Steigerung der Leistungsfähigkeit.
8. Schlusswort und Danksagung: Resümee der Arbeit und Anerkennung der Beteiligten.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, New Public Management, Motivationstheorien, Führung, Unternehmenskultur, Zielvereinbarung, Personalentwicklung, Mitarbeiterbefragung, Mobbing, Innere Kündigung, Gesundheitsmanagement, Arbeitszufriedenheit, Leistungsanreize, Kommunikation, Delegation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen und Instrumenten der Mitarbeitermotivation speziell im öffentlichen Dienst, um die Ziele des New Public Managements effektiv umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen Motivationstheorien, moderne Führungsinstrumente, Personalentwicklung, Mitarbeiterbefragungen sowie Maßnahmen gegen Motivationsbarrieren wie Mobbing und innere Kündigung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, den Ist-Zustand der Arbeitszufriedenheit in einem Eigenbetrieb zu ermitteln und konkrete Ansätze für eine motivierende Führungskultur aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?
Der theoretische Teil stützt sich auf eine Literaturanalyse, ergänzt durch eine empirische Mitarbeiterbefragung im Eigenbetrieb zur Analyse der Arbeitszufriedenheit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Motivationstheorien, Führungsinstrumente wie Zielvereinbarungen, das Mitarbeitergespräch, Personalentwicklungsmodelle und die Mitarbeiterbefragung als Controlling-Instrument detailliert analysiert.
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mitarbeitermotivation, Führung, New Public Management, Zielvereinbarungen, Personalentwicklung und Mitarbeiterbefragung.
Welche Rolle spielen „Hygienefaktoren“ nach Herzberg im öffentlichen Dienst?
Hygienefaktoren wie Betriebspolitik oder Arbeitsumfeld sind notwendig, um Unzufriedenheit zu vermeiden, reichen aber laut Herzberg nicht aus, um dauerhafte Leistungsmotivation zu erzeugen.
Warum ist das Mitarbeitergespräch ein zentrales Instrument der Arbeit?
Es fungiert als Bindeglied für Zielvereinbarung, Beratung und Förderung, wodurch es als Instrument für Effizienzsteigerung und zur Erhöhung der Mitarbeitermotivation dient.
- Citar trabajo
- Martin Hauck (Autor), 2002, Mitarbeitermotivation: Über die Elemente einer motivierenden Führungs- und Unternehmenskultur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12064