War in Japan von Internationalisierung bis in die 80er Jahre wenig zu bemerken, schreitet sie seitdem um so zügiger voran. Dies hat erheblichen Einfluß auf die industriellen Strukturen Japans, vor allem bezüglich der Arbeitsteilung vertikaler Verbundgruppen, aber auch im Bereich technologischer Eigenständigkeit und einer Diversifizierung der Kundenstruktur. [...]
Angesichts der Aktualität dieses Themas möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit die Veränderungen im Bereich japanischer horizontaler Verbundgruppen, den sogenannten Kigyô Keiretsu, aufzeigen und versuchen, einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung zu geben. Dazu werde ich zunächst erklären, wo der historische Hintergrund der Keiretsu zu suchen ist, welche der vielen vorhandenen Definitionen für horizontale Verbundgruppen ich bevorzuge, und inwieweit vertikale und horizontale Verbundgruppen voneinander abzugrenzen sind. Anschließend beschreibe ich Organisation und Wirkung horizontaler Verbundgruppen, um endlich die kürzlichen Veränderungen aufzuzeigen und einen Ausblick auf die Zukunft zu geben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Herausbildung der Keiretsu aus den Zaibatsu
- Organisation und Rolle der Zaibatsu vor dem II. Weltkrieg
- Auflösung: Gründe, Pläne und Art der Umsetzung
- Reaktionen der betroffenen Unternehmen und Banken
- Horizontale Keiretsu: Organisation
- Begriffsklärung
- Spezifika japanischer horizontaler Gruppen
- Überkreuzverflechtungen durch Aktien
- Bank-Firmen-Beziehungen
- Generalhandelshäuser und ihre Funktionen
- Personelle Verflechtungen durch Mehrfachmandate / Entsendungen
- Fazit: Wie japanspezifisch sind die horizontalen Gruppen?
- Horizontale Keiretsu: Wirkung
- Wirkung auf den Kapital- und Finanzmarkt
- Wirkung für die Außenwirtschaftsbeziehungen
- Horizontale Keiretsu im Umbruch?
- Aufbrechen der Über-Kreuz-Verflechtungen
- Veränderungen in den Bank-Firmen-Beziehungen bzw. im Finanzsektor
- Fusionen, auch Keiretsuübergreifend
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die Entwicklung japanischer horizontaler Verbundgruppen, der sogenannten Kigyô Keiretsu, und beleuchtet die Veränderungen im Kontext der zunehmenden Internationalisierung. Ziel ist es, den historischen Hintergrund der Keiretsu aus den Zaibatsu herauszuarbeiten, die Organisation und Funktionsweise horizontaler Gruppen zu beschreiben und schließlich die jüngsten Veränderungen und ihre möglichen Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung zu analysieren.
- Die Entstehung der Keiretsu aus den Zaibatsu
- Die Organisation und Struktur horizontaler Verbundgruppen
- Die Wirkung der Keiretsu auf den Kapitalmarkt und die Außenwirtschaftsbeziehungen
- Der Wandel der Keiretsu im Kontext der Globalisierung
- Der Ausblick auf die zukünftige Entwicklung japanischer Unternehmensverbände
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der japanischen Unternehmensverbände ein und erklärt die Relevanz der Untersuchung. Kapitel 2 befasst sich mit der Herausbildung der Keiretsu aus den Zaibatsu, beschreibt deren Organisation und Rolle vor dem Zweiten Weltkrieg und analysiert die Gründe und Auswirkungen ihrer Auflösung. Kapitel 3 konzentriert sich auf die Organisation horizontaler Keiretsu, beleuchtet ihre Besonderheiten im Vergleich zu anderen Unternehmensverbänden und untersucht verschiedene Formen der Verflechtung. Kapitel 4 analysiert die Wirkung der Keiretsu auf den Kapital- und Finanzmarkt sowie auf die Außenwirtschaftsbeziehungen Japans. Kapitel 5 befasst sich mit dem Wandel der Keiretsu im Kontext der Globalisierung und beschreibt Veränderungen in den Verflechtungsstrukturen, Bank-Firmen-Beziehungen und Fusionen.
Schlüsselwörter
Japanische Unternehmensverbände, Keiretsu, Zaibatsu, horizontale Verbundgruppen, Globalisierung, Internationalisierung, Bank-Firmen-Beziehungen, Kapitalmarkt, Außenwirtschaftsbeziehungen, Fusionen, Unternehmensstruktur, Wirtschaftsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind japanische Keiretsu?
Keiretsu sind japanische Unternehmensverbünde. In dieser Arbeit werden speziell die horizontalen Verbundgruppen (Kigyô Keiretsu) untersucht, die durch enge Verflechtungen zwischen Banken, Handelshäusern und Industrieunternehmen gekennzeichnet sind.
Wie entwickelten sich Keiretsu aus den Zaibatsu?
Zaibatsu waren die großen Familienkonglomerate vor dem Zweiten Weltkrieg. Nach ihrer Auflösung durch die Alliierten formierten sich die Unternehmen in den 1950er Jahren neu als Keiretsu, wobei Banken eine zentralere Rolle einnahmen.
Was versteht man unter Überkreuzverflechtungen durch Aktien?
Dies ist ein spezifisches Merkmal japanischer Gruppen, bei dem Mitgliedsunternehmen gegenseitig Aktienanteile halten, um die Stabilität des Verbundes zu sichern und feindliche Übernahmen zu verhindern.
Welche Rolle spielen Generalhandelshäuser (Sôgô Shôsha)?
Generalhandelshäuser fungieren als Vermittler und Koordinatoren innerhalb der Keiretsu, indem sie den Im- und Export sowie die Logistik für die Verbundunternehmen steuern.
Wie wirkt sich die Globalisierung auf diese Strukturen aus?
Die zunehmende Internationalisierung führt zum Aufbrechen traditioneller Überkreuzverflechtungen, zu Veränderungen in den Bank-Firmen-Beziehungen und zu keiretsu-übergreifenden Fusionen.
Welche Wirkung haben Keiretsu auf den Kapitalmarkt?
Sie stabilisieren den Finanzmarkt durch langfristige Beziehungen, können jedoch den Zugang für ausländische Investoren erschweren und die Flexibilität der Unternehmensstrukturen einschränken.
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- Sonja Wendel (Author), 2001, Japanische Unternehmensverbände: Horizontale Keiretsu, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12051