Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Forschungsfrage, welchen Einfluss der Arbeitgeber auf kritische Lebensereignisse eines Mitarbeiters nehmen kann und wie Kollegen, Vorgesetzte und Betroffene selbst mit solch schwierigen Lebenssituationen umgehen können und welche Folgen sich daraus ergeben. Der Schwerpunkt liegt auf der Krisenbewältigung selbst und wie Unternehmen Mitarbeitern helfen können und dadurch die Mitarbeiterbindung verstärken können.
Kritische Lebensereignisse treffen jeden, den einen früher, den anderen später im Leben. Zu den kritischen Lebensereignissen zählen unter anderem eine schwere Erkrankung, die Pflegebedürftigkeit, oder auch der Verlust eines Angehörigen. Zur Bewältigung dieser Lebensereignisse braucht es eine gewisse Zeitspanne. Oftmals stehen Betroffene den Schicksalsschlägen fassungslos gegenüber. Besonders in der Arbeitswelt empfinden Angestellte die Auseinandersetzung mit einer solchen Lebenssituation neben der alltäglichen Arbeit und den privaten Routinen oftmals als enorme Zusatzbelastung. Betroffene benötigen auch von ihrem Arbeitgeber emotionale und soziale Unterstützung. Die Unternehmen selbst sind zwar oftmals nicht für die Belastungen eines kritischen Lebensereignisses verantwortlich, aber sie sind von deren Auswirkungen betroffen, wodurch sie gezwungen sind zu handeln.
Durch die hohe Anbindung einiger kritischer Lebensereignisse an das kalendarische Alter sowie vor dem Hintergrund des allgemeinen demografischen Wandels, kann angenommen werden, dass die Prävalenz von kritischen Lebensereignissen während des Arbeitslebens zunehmen wird. Hinzukommt, das private Ressourcen zur Krisenbewältigung, aufgrund zunehmender Veränderung von traditionellen Bindungen, zukünftig seltener zur Verfügung stehen, da beispielsweise Familienmitglieder beruflich bedingt weiter wegziehen. Außerdem sind Beschäftigte durch die zunehmende Erosion von Normalarbeitsverhältnissen oft nicht mehr so stabil in die Umgebung der Arbeit eingebettet. Die unternehmerische Herausforderung in diesem Bereich liegt demnach zum einen in der demografischen Entwicklung, der immer älter werdenden Belegschaft und zum anderen im Fachkräftemangel, welcher es für Unternehmen sinnvoll macht, Mitarbeiter an sich zu binden. Unternehmen müssen die Relevanz ihres Einflusses auf Individualkrisen erkennen und personalpolitische Strategien zur Mitarbeitermotivation und –bindung finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Lebenskrisen
2.1 Definitionsansatz und Abgrenzung
2.2 Mögliche Krisenklassifikationen
3. Auswirkungen kritischer Lebensereignisse
3.1 Gesundheitliche Folgen
3.2 Berufliche Auswirkungen
4. Chancen und Hemmnisse zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen
5. Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfestellungen
5.1 Selbsthilfekompetenz
5.1.1 Selbstwirksamkeitsüberzeugung
5.1.2 Coping
5.1.3 Kohärenz
5.1.4 Resilienz
5.2 Was können Unternehmen für betroffene Mitarbeiter tun?
5.2.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement als Grundlage für Hilfe
5.2.2 Konzeptionelle, strukturelle und kulturelle Rahmenbedingungen
5.2.3 Konkrete Einflussnahme durch das Unternehmen
5.2.4 Vorteile der Einflussnahme des Unternehmens
5.3 Einflussmöglichkeiten von Kolleginnen und Kollegen
5.4 Führungskräfte als Schlüsselrolle
6. Zusammenfassung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht den Einfluss von Arbeitgebern auf Arbeitnehmer in kritischen Lebenssituationen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Unternehmen, Führungskräfte und Kollegen betroffene Mitarbeiter unterstützen können, um deren Arbeitsfähigkeit zu erhalten und die Bindung an die Organisation zu stärken.
- Klassifizierung und Definition von Lebenskrisen sowie deren Auswirkungen
- Stärkung der individuellen Selbsthilfekompetenz (Resilienz, Coping, Kohärenz)
- Betriebliches Gesundheitsmanagement als unterstützender Rahmen
- Einflussmöglichkeiten von Führungskräften und Kollegen im Arbeitsalltag
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Kritische Lebensereignisse treffen jeden, den einen früher, den anderen später im Leben. Zu den kritischen Lebensereignissen zählen unter anderem eine schwere Erkrankung, die Pflegebedürftigkeit von Eltern, Kindern oder des Partners oder auch der Verlust eines Angehörigen, sowie eventuell daraus entstehende finanzielle Engpässe. Zur Bewältigung dieser Lebensereignisse braucht es eine gewisse Zeitspanne, die von Mensch zu Mensch sehr individuell ist. Dies liegt vor allem daran, dass nicht jeder gleich gut mit einem schwierigen Lebensereignis umgehen kann und von den gleichen Ressourcen profitieren kann. Oftmals stehen die Betroffenen den Schicksalsschlägen fassungslos gegenüber.
Besonders in der Arbeitswelt empfinden Angestellte die Auseinandersetzung mit einer solchen Lebenssituation neben der alltäglichen Arbeit und den privaten Routinen oftmals als enorme Zusatzbelastung. Kritische Lebensereignisse sind keine neuen Probleme der Menschen. Auch ist bereits bekannt, dass sie sich nicht nur auf das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit im privaten Bereich auswirken. Allerdings gewinnt das Thema und die Notwendigkeit der betrieblichen Auseinandersetzung an Bedeutung, da unter anderem die Fallzahlen der kritischen Lebensereignisse steigen, da sich beispielsweise der Pflegebedarf mit allgemeinen zunehmender Lebenserwartung weiter erhöht oder immer mehr Ehen geschieden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik kritischer Lebensereignisse ein, verdeutlicht deren Relevanz für die moderne Arbeitswelt und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Lebenskrisen: Hier werden Lebenskrisen definiert, von alltäglichen Abläufen abgegrenzt und anhand verschiedener Kriterien klassifiziert.
3. Auswirkungen kritischer Lebensereignisse: Das Kapitel beleuchtet die vielseitigen gesundheitlichen und beruflichen Konsequenzen, die aus solch einschneidenden Erlebnissen resultieren können.
4. Chancen und Hemmnisse zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen: Hier werden die Vorbehalte auf beiden Seiten thematisiert und die Chancen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufgezeigt.
5. Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfestellungen: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der Stärkung der Selbsthilfekompetenz sowie der Rolle von Unternehmen, Führungskräften und Kollegen bei der Krisenbewältigung.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen strukturierten Überblick über die zentralen Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die langfristige Bedeutung einer vertrauensvollen Unternehmenskultur für die Mitarbeiterbindung.
Schlüsselwörter
Kritische Lebensereignisse, Lebenskrisen, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Resilienz, Coping, Selbstwirksamkeit, Kohärenzgefühl, Mitarbeiterbindung, Führungskräfte, Personalpolitik, psychosoziale Belastung, Unternehmenskultur, Arbeitsfähigkeit, Krisenbewältigung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die für Arbeitnehmer durch kritische Lebensereignisse entstehen, und wie Unternehmen, Vorgesetzte und Kollegen diese in einer schwierigen Phase unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Lebenskrisen, die Auswirkungen dieser Krisen auf die psychische Gesundheit und die Arbeitsleistung sowie Strategien zur Unterstützung am Arbeitsplatz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitgeber durch gezielte Unterstützungsmöglichkeiten die Resilienz und Bindung ihrer Mitarbeiter stärken können, um so auch den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche und der Analyse aktueller Studien zum Thema Gesundheitsmanagement und Krisenbewältigung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen von Lebenskrisen, die Bedeutung persönlicher Ressourcen (wie Resilienz und Coping) sowie konkrete Handlungsfelder für Unternehmen und Führungskräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lebenskrisen, Resilienz, betriebliches Gesundheitsmanagement, Mitarbeiterbindung und psychosoziale Unterstützung geprägt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen normativen und nicht-normativen Krisen?
Normative Ereignisse sind altersgebunden und statistisch planbar (z.B. Hochzeit), während nicht-normative Ereignisse ungeplant eintreten und den Betroffenen meist unvorbereitet treffen.
Welche Rolle spielen Führungskräfte laut der Autorin?
Führungskräfte fungieren als Schlüsselpersonen, die durch Empathie, Aufklärung und die Bereitstellung von Unterstützungsangeboten eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, die für betroffene Mitarbeiter existenziell sein kann.
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- Ann-Christin Semmling (Author), 2022, Wie Mitarbeiter Schicksalsschläge überwinden können. Einflussmöglichkeiten von Führungskräften zur Stärkung der Leistungsfähigkeit von Unternehmen und Individuen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1202164