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Das Amerikabild Bertolt Brechts am Beispiel des Stückes „Im Dickicht der Städte“

Titel: Das Amerikabild Bertolt Brechts am Beispiel des Stückes „Im Dickicht der Städte“

Hausarbeit , 2005 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christian Honeck (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die nachfolgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Amerikabild Bertolt Brechts anhand seines frühen Stückes Im Dickicht der Städte. Hierbei sollen zunächst die wichtigsten Einflüsse auf die Entstehung des Stückes und Brechts Amerikabild kurz skizziert werden. Welche Inspirationsquellen hatte der Autor? Was sind die Motive, die er aus anderen Werken übernahm? Unter anderem sollen diese Fragen beantwortet werden.
Die Idee, die Großstadt als Dschungel darzustellen, einige der Gründe, warum die Wahl gerade auf eine amerikanische Großstadt als Schauplatz fiel und das Motiv des ewigen Existenzkampfes in diesem Dschungel der Riesenstadt, sollen weiter in die Thematik führen.
Den Kern der Arbeit bildet schließlich, eingeleitet durch eine kurze Übersicht über die wichtigsten ‘Bewohner’ des Dickichts, der zentrale Kampf zwischen dem Savannenbewohner Garga und seinem Kontrahenten Shlink, als Symbol für den Existenzkampf und die Anpassung an das Leben im Großstadtdschungel. In diesem Zusammenhang wird auch kurz auf die Sportbegeisterung des jungen Brecht, insbesondere für den Boxsport, eingegangen.
Der Zerfall traditioneller, gesellschaftlicher Formen des Zusammenlebens und die Vereinsamung des Menschen in der Stadt schließen den Kern ab. Im Fazit werden dann nochmals Brechts Amerikabild, das von ihm beschriebene Milieu und die Figuren, mit Hilfe der nun gewonnenen Erkenntnisse reflektiert und mit der (nicht nur amerikanischen) Realität in Beziehung gesetzt.
Zitate aus dem Stück selbst stammen in der Regel aus der letzten überarbeiteten Fassung des Dickichts der Städte, von 1927.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einflüsse auf die Entstehung des Dickicht der Städte und Brechts Amerikabild

3. Der Mythos der amerikanischen Großstadt und ihre Bezeichnung als Dschungel

3.1 Das Leben im Großstadtdschungel als Kampf

4. Die Bewohner des Großstadtdschungels

4.1 Shlink

4.2 George Garga

5. Der Kampf zwischen Savannenbewohner und Dschungelmensch

5.1 Die Kampfform und die menschlichen Einsätze

6. Der Zerfall gesellschaftlicher Strukturen und die völlige Vereinzelung der Großstadtbewohner

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert Bertolt Brechts Amerikabild am Beispiel seines frühen Dramas „Im Dickicht der Städte“, wobei der Fokus auf der Darstellung der Großstadt als lebensfeindlichem „Dschungel“ und dem darin stattfindenden Existenzkampf liegt. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Brecht Einflüsse aus Literatur und Zeitgeschehen verarbeitet, um die Entfremdung und den Zerfall menschlicher Beziehungen in einer anonymen, kapitalistischen Welt zu thematisieren.

  • Einordnung der Entstehung des Stückes in den Kontext von Brechts Amerikabild.
  • Analyse der Metapher der Großstadt als „Großstadtdschungel“.
  • Untersuchung des zentralen Konflikts zwischen Garga und Shlink als Sinnbild für den Existenzkampf.
  • Betrachtung der psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Vereinzelung.

Auszug aus dem Buch

3. Der Mythos der amerikanischen Großstadt und ihre Bezeichnung als Dschungel

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzogen die amerikanischen Großstädte eine Entwicklung zu Riesenstädten, mit all ihren sozialen Spannungen und Auswirkungen auf das menschliche (Zusammen-) Leben. Die vermeintlich grenzenlose Freiheit brachte starke Gegensätze mit sich, die gute Voraussetzungen für Brechts Schaffen lieferten:

“[...], mit dem Lineal gezogene Straßen, Nummern statt Namen, großer Reichtum, große Armut, schwarz und weiß, Kapitalismus und Ausbeutung, Gangstertum und Sonntagsschule – dies alles schien Brecht wie geschaffen, seine geometrischen Züge anzulegen.“

In der amerikanischen Riesenstadt mit ihren Straßenschluchten und ihrem Lärm ‘schnupperte’ Brecht eine Mythologie auf, die ihn auf die Idee brachte, die Stadt, den repräsentativen Lebensraum der Moderne, als Dschungel zu beschreiben, mit all ihrer Feindseligkeit, ihren Sprachverwirrungen und ihrer ‘steinernen’ Konsistenz. So wird die Stadt, ähnlich dem tropischen Dschungel, selbst zum lebenden Organismus, wie Marie in der vierten Szene des Stückes treffend beschreibt:

“Marie: Jetzt erwacht Chicago mit dem Geschrei der Milchhändler und dem lauten Rollen der Fleischkarren und den Zeitungen und der frischen Morgenluft.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Amerikabildes bei Brecht ein und erläutert die zentrale Fragestellung sowie die methodische Herangehensweise an das Werk „Im Dickicht der Städte“.

2. Einflüsse auf die Entstehung des Dickicht der Städte und Brechts Amerikabild: Dieses Kapitel skizziert die literarischen Inspirationsquellen und medialen Einflüsse, die Brechts (fiktives) Bild eines amerikanischen Schauplatzes maßgeblich geprägt haben.

3. Der Mythos der amerikanischen Großstadt und ihre Bezeichnung als Dschungel: Hier wird untersucht, warum Brecht Chicago als exotischen Ort für seine Großstadtkritik wählte und wie die Metapher des Dschungels die soziale Feindseligkeit widerspiegelt.

3.1 Das Leben im Großstadtdschungel als Kampf: Dieser Unterpunkt beleuchtet den Überlebenskampf als zentrales Gesetz, das die zwischenmenschlichen Beziehungen im urbanen Raum bestimmt.

4. Die Bewohner des Großstadtdschungels: Das Kapitel differenziert zwischen den „Opfern“ und den „Tätern“ innerhalb des urbanen Gefüges und beschreibt deren jeweiligen Zustand der Entfremdung.

4.1 Shlink: Es wird analysiert, wie Shlinks soziale Prägung zur Gefühlskälte und zur Notwendigkeit führt, den Kampf als Lebensinhalt zu suchen.

4.2 George Garga: Hier wird der Wandlungsprozess Gargas vom naiven Idealisten zum Realisten im Zuge der Auseinandersetzung beschrieben.

5. Der Kampf zwischen Savannenbewohner und Dschungelmensch: Dieses Kapitel erläutert den Boxkampf-Charakter des Duells und die Bedeutung, die Brecht dem „Kampf an sich“ beimaß.

5.1 Die Kampfform und die menschlichen Einsätze: Hier werden die taktischen Vorgehensweisen beider Kontrahenten sowie die Bedeutung finanzieller Mittel als Machtinstrumente dargelegt.

6. Der Zerfall gesellschaftlicher Strukturen und die völlige Vereinzelung der Großstadtbewohner: Das Kapitel bilanziert die Konsequenzen des Existenzkampfes, der zur Zerstörung familiärer Bindungen und zur totalen Vereinsamung führt.

7. Fazit: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse über Brechts Amerikabild und ordnet die Darstellung als realitätsnahe Kritik an der Moderne ein.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Im Dickicht der Städte, Amerikabild, Großstadtdschungel, Existenzkampf, Entfremdung, George Garga, Shlink, Kapitalismus, Urbanisierung, Literaturkritik, Vereinzelung, Chicago, Moderne, Identitätsverlust

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Bild Amerikas, das Bertolt Brecht in seinem frühen Stück „Im Dickicht der Städte“ entwirft, und analysiert, wie dieses Bild als Spiegel für allgemeine gesellschaftliche Prozesse der Moderne dient.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Themen Großstadtleben, Existenzkampf, der Zerfall sozialer Bindungen, Entfremdung und die spezifische „Dschungel“-Metaphorik im Kontext des amerikanischen Raums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Brecht das exotische Setting von Chicago nutzt, um universelle Probleme der Vereinsamung und die Unmöglichkeit echter zwischenmenschlicher Kontakte in einer kapitalistischen Gesellschaft zu veranschaulichen.

Welche methodischen Ansätze verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine textanalytische Herangehensweise, ergänzt durch den Rückgriff auf zeitgenössische Sekundärliteratur, um Brechts dramaturgische Absichten und die Einflüsse anderer Autoren wie Upton Sinclair oder Johannes V. Jensen nachzuzeichnen.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf den „Kampf an sich“ zwischen den Protagonisten Garga und Shlink, die unterschiedliche Lebensmodelle (Idealismus vs. Großstadt-Realismus) verkörpern, sowie auf die Analyse der städtischen Bewohner.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie „Großstadtdschungel“, „Existenzkampf“, „Entfremdung“, „amerikanisches Milieu“ und „gesellschaftliche Erosion“ bilden das begriffliche Fundament der Analyse.

Welche Rolle spielt die „Boxsport-Begeisterung“ des Autors für das Stück?

Sie diente Brecht als Inspiration für die Gestaltung des Konflikts zwischen Garga und Shlink, da der Sport als mythische Vergnügung der amerikanischen Riesenstadt galt und den „Kampf an sich“ ohne moralische oder ideologische Überbauten ermöglichte.

Warum endet das Stück laut Analyse in einem „Trümmerfeld“?

Da der Kampf zwischen Garga und Shlink nicht zu einer Lösung führt, sondern vielmehr in die vollständige Isolation und soziale Vereinzelung der Beteiligten mündet, bleibt am Ende nur die Leere des persönlichen Scheiterns in der Großstadt übrig.

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Details

Titel
Das Amerikabild Bertolt Brechts am Beispiel des Stückes „Im Dickicht der Städte“
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Einführungsseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft II, Bertolt Brecht
Note
1,7
Autor
Christian Honeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V120214
ISBN (eBook)
9783640241033
ISBN (Buch)
9783640247950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amerikabild Bertolt Brechts Beispiel Stückes Dickicht Städte“ Einführungsseminar Neuere Literaturwissenschaft Bertolt Brecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Honeck (Autor:in), 2005, Das Amerikabild Bertolt Brechts am Beispiel des Stückes „Im Dickicht der Städte“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120214
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Leseprobe aus  16  Seiten
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