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Das Doppelgängermotiv in der Romantik anhand E.T.A. Hoffmanns: Die Elixiere des Teufels

Title: Das Doppelgängermotiv in der Romantik anhand E.T.A. Hoffmanns: Die Elixiere des Teufels

Seminar Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Edda Laux (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Lange vor der Etablierung der Psychologie kam es in der deutschsprachigen Literatur zu einer intensiven Auseinandersetzung mit problematischer Identität. Insbesondere das Motiv des Doppelgängers wurde zur Beschreibung wahnhafter Zustände und verunsicherter Ich-Wahrnehmung in der romantischen Literatur häufig verwendet. Doch lassen sich auch Zeitgeist und Lebensgefühl der Romantik anhand schauerlich schöner Romane wie die ELIXIERE DES TEUFELS von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann herausarbeiten.

In einem ersten Schritt wird auf die Epoche der Romantik im Allgemeinen eingegangen. Dazu gehören eine Epochenbestimmung und die kurze Beschreibung wichtiger philosophischer, wissenschaftlicher und geistesgeschichtlicher Strömungen. So der Ich-Philosophie von Fichte, des Mesmerismus, die Stellung Künstlerpersönlichkeit in der Romantik und so weiter.
In einem zweiten Schritt wird das literarische Doppelgängermotiv in seiner Vielfalt vorgestellt.
Schließlich soll anhand DIE ELIXIERE DES TEUFELS von E.T.A. Hoffmann eine Analyse des Doppelgängermotivs in der Romantik unter Berücksichtigung psychologischer und geistesgeschichtlich-philosophischer Momente vorgenommen werden. Die Frage, welche dieser Interpretation zugrunde liegt, ist die nach der romantischen Identität, also auch nach der Selbsterfahrung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Romantik

2.1. Etymologische Bestimmung

2.2. Zeitgeschichte und Epochenbestimmung

2.2.1. Die Frühromantik (1790-1801)

2.2.2. Die Hochromantik (1801-1815)

2.2.3. Die Spätromantik (1820-1850)

2.3. Philosophie

2.3.1. Fichte: Ich-Philosophie

2.3.2. Schelling: Transzendentaler Idealismus

2.3.3. Schlegel: Ästhetische Subjetivität

2. 4. Literatur und Ästhetischer Diskurs

2.5. Psychologie

2.6. Mesmerismus

3. Das Motiv des Doppelgängers

3.1. Antike und Neuzeit

3.3. Romantische Variationen

4. E.T.A. Hoffmann und DIE ELIXIERE DES TEUFELS

4.1. Biographische Notiz

4.2. Inhalt der Elixiere

4.3. Medardus und seine Doppelgänger

4.3.1 Psychologie der Elixiere

4.3.2. Zeitgeist der Elixiere

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Doppelgängermotiv in der Epoche der Romantik am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns Roman "Die Elixiere des Teufels". Ziel ist es, die Verknüpfung zwischen dem literarischen Motiv der Identitätsspaltung und den zeitgenössischen philosophischen, psychologischen und geistesgeschichtlichen Strömungen wie dem Mesmerismus und der Fichteschen Ich-Philosophie zu analysieren und aufzuzeigen, wie das "romantische Ich" in Zeiten gesellschaftlichen Wandels seine eigene Identität erfährt.

  • Epochenbestimmung der Romantik und ihre philosophischen Wurzeln
  • Entwicklung und Funktion des Doppelgängermotivs in der Literatur
  • Analyse der Identitätsproblematik der Figur Medardus
  • Die psychologische Bedeutung von Wahn und Ich-Spaltung bei Hoffmann
  • Der Einfluss von Mesmerismus und gesellschaftlichen Sozialisationszwängen

Auszug aus dem Buch

4.3. MEDARDUS UND SEINE DOPPELGÄNGER

Mehrfach wird der Mönch Medardus im Laufe seines Lebens mit Ich-Verwirrungen und Ich-Spaltungen konfrontiert. In der einschlägigen Literatur konnte man sich auf die genaue Zahl der tatsächlich auftretenden Doppelgänger nicht einigen. Eigentlich gibt es nur einen Doppelgänger, nämlich Viktorin, der Halbbruder des Mönchs. In allen Szenen, in welchen ein wahnsinniger Kapuzinermönch, der sich Medardus nennt, auftritt, handelt es sich um ihn. Aber neben Viktorin tauchen eine Reihe von Gestalten auf, die eindeutig mit dem Ich von Medardus korrespondieren. So der Maler, der den Mönch jedes Mal in kalten Schweiß ausbrechen lässt, wenn er unerwartet auftaucht und der anscheinend auch nur von Medardus wahrgenommen wird. Oder Hermogen, der Bruder Aureliens, der von Anfang an das Rollenspiel zu durchschauen scheint und Viktorin in Medardus Seele erblickt.

Außerdem legt sich Medardus immer wieder neue Lebensläufe und Identitäten zu. Mal ist er Medardus der Mönch, mal der Graf Viktorin, mal Leonard, der Geschäftsmann und mal der verarmte Adelige Krczynski. Zudem gibt es in der Ahnenreihe des Medardus Männer, die sowohl vom Namen her, als auch in ihrem Begehren und frevelhaften Tun einander und Medardus zum verwechseln ähnlich sind und sehen. Das Prinzip der schicksalhaften Wiederholung spielt hier ebenso eine Rolle, wie die Zersplitterung einer Identität in tausend Stücke, wie ein zerbrochener Spiegel, dessen Scherben Teile des immergleichen Gesichts zeigen.

Der häufige Wechsel von Rollen und Namen auf seiner Flucht entspricht seiner zersplitterten und unsicheren Identität. Die Spaltung, die Medardus widerfährt hat ihren Ursprung in verdrängter Triebhaftigkeit. In seinem Streben nach absoluter Reinheit spaltet sich gewissermaßen die sinnlich-physische Seite seines Ichs ab. In der Weise, wie das Ich nach Höherem, Heiligem gar, strebt, werden seine unterdrückten dunklen Triebe wach und ziehen es gleichsam nach unten. Immer wenn Medardus zurückfindet zum Glauben und nach Höherem strebt, tritt der Doppelgänger auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des romantischen Ichs ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Untersuchung im Kontext der literarischen Identitätsdebatte um 1800.

2. Die Romantik: Dieses Kapitel liefert eine epochengeschichtliche Einordnung der Romantik und diskutiert deren philosophische Grundpfeiler wie den Idealismus und den Subjektivismus.

3. Das Motiv des Doppelgängers: Hier wird der historische Wandel des Doppelgängermotivs von der Antike bis zur romantischen Literatur und dessen psychologische Aufladung beleuchtet.

4. E.T.A. Hoffmann und DIE ELIXIERE DES TEUFELS: Der Hauptteil analysiert den Roman in Bezug auf Medardus' Identitätskrisen, die Rolle von Wahnsinn und den Einfluss okkulter Theorien auf das Selbstverständnis der Hauptfigur.

5. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung des Doppelgängers über die Romantik hinaus, unter anderem in der Moderne.

Schlüsselwörter

Romantik, E.T.A. Hoffmann, Doppelgängermotiv, Identität, Ich-Spaltung, Medardus, Mesmerismus, Idealismus, Subjektivismus, Wahn, Literaturgeschichte, Selbstentfremdung, Psychologie, Traum, Schicksal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und psychologische Dimension des Doppelgängermotivs in E.T.A. Hoffmanns Roman "Die Elixiere des Teufels" innerhalb des historischen Kontextes der Romantik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die philosophischen Grundlagen der Romantik, die psychologische Bedeutung des Doppelgängers sowie die Untersuchung von Identitätsdiffusion und Selbstentfremdung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll geklärt werden, inwiefern das Doppelgängermotiv in der Romantik als Ausdruck einer spezifischen Identitätssuche und als Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel und psychische Zerrissenheit zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Textanalyse mit geistesgeschichtlichen sowie psychologischen Perspektiven, um das literarische Motiv in seinen zeitgenössischen Diskursen zu verorten.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Inhalt von "Die Elixiere des Teufels", der Figur des Medardus und dessen verschiedenen Doppelgängern, sowie den psychologischen und zeitgeisttypischen Deutungsmustern des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Romantik, Doppelgängermotiv, Identität, Ich-Spaltung, Medardus, Mesmerismus und Selbstentfremdung.

Wie genau lässt sich der Doppelgänger in dem Roman deuten?

Im Roman wird der Doppelgänger als psychologische Kehrseite des Ichs und als Manifestation des verdrängten Triebwesens interpretiert, das sich in Phantasmen und Wahnsymptomen äußert.

Welche Rolle spielt die Familiengeschichte des Medardus?

Die Familiengeschichte unterstreicht das Motiv des Schicksalsfatalismus, wobei Sünden wie Mord und Inzest als vererbtes psychisches oder dämonisches Erbe dargestellt werden, das Medardus zu seiner Identitätsspaltung führt.

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Details

Title
Das Doppelgängermotiv in der Romantik anhand E.T.A. Hoffmanns: Die Elixiere des Teufels
College
Dresden Technical University  (für Soziologie)
Course
Identität – Überlegungen zu einem ’fragwürdigen’ soziologischen Begriff
Grade
2,0
Author
Edda Laux (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V120042
ISBN (eBook)
9783640240333
Language
German
Tags
Doppelgängermotiv Romantik Hoffmanns Elixiere Teufels Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Edda Laux (Author), 2007, Das Doppelgängermotiv in der Romantik anhand E.T.A. Hoffmanns: Die Elixiere des Teufels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120042
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