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Der Begriff des "Sozialen" im Werk von Max Weber und in der katholischen Soziallehre

Ein Vergleich

Title: Der Begriff des "Sozialen" im Werk von Max Weber und in der katholischen Soziallehre

Term Paper , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Böde (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Es ist zu vergleichen, ob beide Sozialbegriffe synonym gebraucht werden können oder ob sie sich fundamental unterscheiden. Zusätzlich kann aus der historischen Betrachtung erkannt werden, in welcher Tradition der Begriff „sozial“ heute verwandt wird.
Dazu wird das Werk Webers und die katholische Soziallehre zunächst getrennt voneinander betrachtet. Max Weber hat seine Soziologie als Wissenschaft, die „deutend verstehen und ursächlich erklären“ will, angelegt und hat daher auf die Abbildung der beobachteten Wirklichkeit zurückgegriffen. Deshalb ist es zuerst notwendig, den Blick auf die historische Perspektive zu lenken. Aus diesem Grund wird das Ringen Bismarcks (also Preußens) mit der katholischen Kirche im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, welches unter dem Begriff „Kulturkampf“ in die Geschichtsbücher eingegangen ist, beleuchtet. So dann soll auch Webers Verhältnis zur Religion nicht unerwähnt bleiben. Danach wird anhand der Weberschen Bücher „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ (1905) und „Wirtschaft und Gesellschaft“ (1920) sein Sozialbegriff identifiziert und erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Max Weber

1. Der Kulturkampf in Preußen

2. Webers Verhältnis zur Religion

3. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

4. Wirtschaft und Gesellschaft

III. Die katholische Soziallehre

1. Historischer Überblick

2. Begriffsbestimmung

3. Der Sozialbegriff

IV. Die Sozialbegriffe im Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Bedeutung des Sozialbegriffs im soziologischen Werk von Max Weber mit der katholischen Soziallehre, um Gemeinsamkeiten und fundamentale Unterschiede in der theoretischen Fundierung und gesellschaftspolitischen Ausrichtung beider Konzepte herauszuarbeiten.

  • Historische Analyse des Kulturkampfes und dessen Einfluss auf Webers Staats- und Gesellschaftsverständnis.
  • Untersuchung der Weberschen Religionssoziologie und des Einflusses der Rationalität auf das moderne Wirtschaftsleben.
  • Systematische Darstellung der katholischen Soziallehre anhand päpstlicher Enzykliken wie Rerum novarum und Quadragesimo anno.
  • Gegenüberstellung von Webers "legitimer Ordnung" und der "sittlichen Ordnung" der Kirche als ordnungspolitische Konzepte.
  • Diskussion der Transformation dieser Sozialtraditionen im Kontext des modernen intervenierenden Sozialstaates und der Säkularisierung.

Auszug aus dem Buch

Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Das 1905 erschienene Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ stellt den Auftakt der religionssoziologischen Schriften und eines der bekanntesten Werke Max Webers dar. In ihm stützt er sich auf eine empirische Studie seines Schülers Martin Offenbacher, in der dieser die Religionszugehörigkeit verschiedener Berufsgruppen untersucht hat. Dabei stellt Weber die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Zugehörigkeit zu einer Konfession, namentlich der Protestantischen und ihrer Ausprägungen, und wirtschaftlichem Erfolg gibt.

Ausgehend von der Erkenntnis des „(...) ganz vorwiegend protestantischen Charakter des Kapitalbesitzes und Unternehmertums (...)“ sucht Weber nach den Ursachen für diesen Fakt. Die Beantwortung dieser Frage soll hier allerdings nicht Gegenstand der Erörterung sein, sondern vielmehr in welchem Zusammenhang und unter welchen Umständen Max Weber den Begriff „sozial“ verwendet.

Voraussetzung ist für Weber zunächst, dass „(...) auf dem Boden des Okzidents, und nur hier, Kulturerscheinungen auftraten, welche doch (...) von universeller Bedeutung und Gültigkeit (...)“ waren. Zwar gesteht er auch anderen Völkern und Kulturen bedeutende Entwicklungen zu, unter anderem auf dem Gebiet der Wissenschaften, des Rechts, der Kunst und der Architektur, jedoch fehlt diesen was ihrem okzidentalem Pendant gemein ist: die Rationalität. Der Begriff der Rationalität ist insofern von größter Bedeutung, da Weber mit ihm die Einzigartigkeit der Entwicklung des Okzidents und damit das Aufkommen des westlichen Kapitalismus mühelos begründen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die inflationäre Verwendung des Begriffs „sozial“ im heutigen politischen Diskurs und steckt den Rahmen für den Vergleich zwischen Max Webers Soziologie und der katholischen Soziallehre ab.

II. Max Weber: Dieses Kapitel analysiert Webers Denken ausgehend vom preußischen Kulturkampf, seinem Verhältnis zur Religion und seiner systematischen Soziologie in „Wirtschaft und Gesellschaft“.

III. Die katholische Soziallehre: Der Autor gibt einen historischen Überblick über päpstliche Enzykliken, definiert die katholische Soziallehre als Norm- und Seinswissenschaft und expliziert den kirchlichen Sozialbegriff.

IV. Die Sozialbegriffe im Vergleich: Das abschließende Kapitel kontrastiert Webers ordnungspolitischen Ansatz der „legitimen Ordnung“ mit dem normativen, auf dem Naturrecht basierenden Konzept der „sittlichen Ordnung“ der Kirche.

Schlüsselwörter

Max Weber, katholische Soziallehre, Sozialbegriff, Rationalität, Kulturkampf, Protestantische Ethik, Wirtschaft und Gesellschaft, Soziales Handeln, Enzykliken, Rerum novarum, Naturrecht, Ordnungspolitik, Sozialstaat, Säkularisierung, christliches Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer vergleichenden Analyse des Begriffs „sozial“ im Werk des Soziologen Max Weber sowie in der katholischen Soziallehre, um deren unterschiedliche theoretische Fundierungen freizulegen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die religionssoziologischen Schriften Max Webers, die Entwicklung der katholischen Enzykliken seit 1891 sowie die ordnungspolitische Bedeutung der jeweiligen Konzepte für das Individuum und die Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob beide Sozialbegriffe synonym verwendet werden können oder ob sie sich fundamental unterscheiden, und wie sich diese Traditionen historisch auf heutige Gesellschaftsstrukturen ausgewirkt haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wählt einen interpretierenden Ansatz, bei dem die Theorien Webers und die kirchlichen Sozialschreiben getrennt analysiert und anschließend mittels eines Vergleichs ihrer ordnungspolitischen Konzepte gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Webers soziologischen Basiskategorien (Handeln, Ordnung) sowie die Analyse der katholischen Sozialprinzipien (Personenwürde, Subsidiarität, Solidarität).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rationalität, legitimierte Ordnung, Sittlichkeit, Naturrecht, christliches Menschenbild und die Entzauberung der Welt geprägt.

Inwiefern beeinflusste der Kulturkampf Webers Denken?

Der Kulturkampf wird als prägendes historisches Ereignis identifiziert, das die Sichtweise auf den intervenierenden Staat und die Stellung religiöser Organisationen im politischen Gefüge nachhaltig beeinflusste.

Wie unterscheidet sich Webers Konzept von dem der Kirche?

Während Weber seinen Sozialbegriff über staatliche Institutionen und rationale Herrschaft definiert („von oben“), leitet die Kirche diesen aus der natürlichen Würde des Menschen und dessen Ebenbildlichkeit mit Gott ab („vom Einzelnen her“).

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Details

Title
Der Begriff des "Sozialen" im Werk von Max Weber und in der katholischen Soziallehre
Subtitle
Ein Vergleich
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Grade
1,3
Author
Markus Böde (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V119892
ISBN (eBook)
9783640240012
Language
German
Tags
Begriff Sozialen Werk Weber Soziallehre Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Böde (Author), 2008, Der Begriff des "Sozialen" im Werk von Max Weber und in der katholischen Soziallehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119892
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