Der britische Künstler und Theoretiker Victor Burgin versucht eine neue Perspektive auf die Filmwissenschaft zu öffnen. Er entwirft die Idee des sequence-image, das beschreiben soll, wie ein einzelnes Bild, das aus einem Film erinnert wird, weitere Assoziationen auslöst. Durch unbewusste, aber auch bewusste Mechanismen vermischen sich diese Wahrnehmungen mit der eigenen Realität. Es entsteht eine neue oder zumindest eine veränderte Geschichte über sich selbst. Die Fiktion des Films wird so, etwa in ganz alltäglichen Erfahrungen wie dem Tagträumen, Teil der subjektiven Wirklichkeit.
Der Aufsatz "Bild mit Folgen" ordnet Burgins Idee in den Kontext seiner theoretischen Grundpfeiler, der (post-) strukturalistischen Psychoanalyse und Semiologie ein, um sich in den Zeiten zunehmender Medialisierung hochspannenden Thema auf konstruktive Weise zu nähern.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Grundthese Burgins und ihre schwierige Versprachlichung: ein flüchtiges Alltagsphänomen und die Unmöglichkeit etwas Gepfiffenes in Worte zu fassen
- Ausgangspunkte: Fragmentarisierungen der Narrationen
- Im Inhalt
- In Form
- Im Alltag angekommen
- Theoretische Annäherungen
- Geschichtswissenschaft
- Heterotopie
- Foucault
- Burgin
- Erinnerungsorte
- Nora
- Burgin
- Heterotopie
- Psychoanalyse
- Die Erinnerung
- Lacan
- Burgin
- Das Unbewusste
- Lacan und Freud
- Burgin
- Der Traum
- Freud
- Burgin
- Die Erinnerung
- Semiologie
- Der (Nicht-)Satz
- Innere Rede
- Geschichtswissenschaft
- Der ästhetische Mechanismus des sequence-image
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert Victor Burgins Aufsatz „The noise of the marketplace“ und dessen Konzept des „sequence-image“. Ziel ist es, Burgins Argumentation nachzuvollziehen und seine theoretischen Bezugspunkte in der Geschichtswissenschaft, Psychoanalyse und Semiologie zu beleuchten. Der Fokus liegt auf der Beschreibung des Mechanismus, wie filmische Bilder mit dem Unbewussten interagieren und die subjektive Wirklichkeit beeinflussen.
- Das Konzept des „sequence-image“ und seine Bedeutung für die Filmwissenschaft
- Die Interaktion zwischen filmischen Bildern und dem individuellen Unbewussten
- Die Rolle von Erinnerung und Assoziation im Prozess der Identitätsbildung
- Theoretische Bezugspunkte in der Psychoanalyse (Lacan, Freud), Geschichtswissenschaft (Foucault, Nora) und Semiologie (Barthes)
- Die Schwierigkeiten der Versprachlichung flüchtiger Alltagsphänomene
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in Burgins These vom „sequence-image“ ein und skizziert den methodischen Ansatz der Analyse. Kapitel 2 untersucht Burgins Grundthese und die Herausforderungen ihrer Formulierung aufgrund der assoziativen Natur des Themas. Kapitel 3 beleuchtet verschiedene Aspekte der Fragmentierung von Narrationen im Inhalt, in der Form und im Alltag. Kapitel 4 befasst sich mit den theoretischen Annäherungen Burgins an das Thema, unter anderem mit den Konzepten der Heterotopie, Erinnerungsorte und dem Unbewussten, unter Bezugnahme auf Foucault, Nora, Lacan und Freud.
Schlüsselwörter
Sequence-image, Victor Burgin, Filmwissenschaft, Psychoanalyse, Semiologie, Erinnerung, Unbewusstes, Heterotopie, Erinnerungsorte, Identitätsbildung, assoziatives Denken, Roland Barthes, Jacques Lacan, Michel Foucault, Pierre Nora.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das "sequence-image" nach Victor Burgin?
Es beschreibt die Erinnerung an ein einzelnes Filmbild, das im Kopf des Betrachters weitere Assoziationen auslöst und sich mit der eigenen Realität vermischt.
Wie beeinflussen Filmbilder unser Unbewusstes?
Fiktive Szenen können durch unbewusste Mechanismen Teil der subjektiven Wirklichkeit werden, etwa in Tagträumen oder bei der persönlichen Identitätsbildung.
Welche Rolle spielt die Psychoanalyse in Burgins Theorie?
Burgin stützt sich auf Lacan und Freud, um zu erklären, wie Erinnerung, Traum und das Unbewusste durch mediale Bilder strukturiert werden.
Was bedeutet "Heterotopie" bei Burgin?
In Anlehnung an Foucault beschreibt Burgin Orte (auch mediale Räume), die gleichzeitig physisch existieren und symbolische Gegenwelten darstellen.
Warum ist das "sequence-image" schwer in Worte zu fassen?
Weil es sich um ein flüchtiges, assoziatives Alltagsphänomen handelt, das jenseits der linearen Sprache im Bereich der inneren Rede und Bilder stattfindet.
- Quote paper
- Thomas Dören (Author), 2005, Bild mit Folgen - Zum Begriff des sequence-image in Victor Burgins Text „The noise of the marketplace“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119873