Wie stark ausgeprägt sind die patriarchalen Strukturen in Rumänien? Welche Rolle spielt der Machismo in der rumänischen Gesellschaft und welche Rolle spielt er in der heutigen Politik? Und inwieweit stellt Machismo ein Hindernis auf dem Weg der politischen Partizipation der Frauen dar? [...]
In dem Analyseteil werden wir uns auf die Suche nach Antworten auf die Frage begeben, inwiefern der Machismo ein Hindernis für die politische Partizipation der Frauen in der heutigen „Transformationszeit“ darstellt. Wir werden anhand des „Magischen Dreiecks“ die politische Partizipation der rumänischen Frauen analysieren. Bei dem Faktor „politische Kultur“ werden wir die neuen Konzepte der Männlichkeit in den rumänischen Medien und in der öffentlichen Meinung untersuchen, um in einem dritten Schritt zu analysieren, ob der Machismo sich auch in der Politik widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. PROBLEMSTELLUNG UND STRUKTUR DER ARBEIT
1.2. FORSCHUNGSSTAND
2. BEGRIFFLICHKEITEN: MACHISMO, PATRIARCHAT
3. DER THEORETISCHE RAHMEN FÜR DIE ANALYSE DES RUMÄNISCHEN MACHISMO
3.1. TRADITIONALISTISCHE EINFLÜSSE
3.2. DIE ZWISCHENKRIEGSZEIT (1920-1940)
3.2.1. Sozio-ökonomische Einflussfaktoren
3.2.2. Der „traditionalistische“ Machismo
3.2.3. Institutionelle Faktoren: Frauenrechte
3.2.4. Politische Partizipation der Frauen in der Zwischenkriegszeit
3.3. KOMMUNISTISCHE EINFLÜSSE
3.4. DIE KOMMUNISTISCHE ERFAHRUNG (UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES CEAUSESCU REGIMES)
3.4.1. Strukturelle Veränderungen
3.4.2. Der „neue“ Mensch = der neue Mann?
3.4.3. Geschlechtergleichheit auf der politischen Ebene?
4. DIE TRANSFORMATIONSZEIT (1990-2004)
4.1. ÄNDERUNG DER SOZIO-ÖKONOMISCHEN FAKTOREN
4.2. IMAGE DES MACHISMO IM HEUTIGEN RUMÄNIEN
4.2.1. Der Mann in den Medien
4.2.2. Der Mann in der Öffentlichen Meinung
4.3. INSTITUTIONELLE FAKTOREN
4.3.1. Frauen in politischen Institutionen
4.3.1.1. Frauen auf lokaler und kommunaler Ebene
4.3.1.2. Frauen in Parteien
4.3.1.3. Frauen auf Regierungs- und Parlamentsebene
4.3.2. Unverfasste Partizipation: Frauen - NROs und ihre Probleme
4.4. WIDERSPIEGELUNG DES MACHISMO IN DER POLITIK?
4.4.1. Warum so wenige? Gründe der geringen politische Beteiligung der Frauen
4.4.2. Der rumänische Politmachismo und die Formen des Patriarchats
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Machismo im rumänischen Gesellschafts- und Politikgefüge ein Hindernis für die politische Partizipation von Frauen darstellt, und analysiert hierfür die historische Entwicklung vom Traditionalismus über die kommunistische Ära bis zur Transformationszeit.
- Analyse des Einflusses traditionalistischer und kommunistischer Erblasten auf das Geschlechterrollenverständnis.
- Erstellung eines Kriterienkatalogs zur Definition des rumänischen Machismo.
- Untersuchung der institutionellen und sozio-ökonomischen Faktoren für die politische Teilhabe von Frauen.
- Evaluation der Rolle von Medien und öffentlicher Meinung bei der Zementierung von Geschlechterstereotypen.
- Diskussion der politischen Machtlosigkeit und der Rolle von Frauenorganisationen (NROs).
Auszug aus dem Buch
3.1. Traditionalistische Einflüsse
Wofür steht Traditionalismus? Traditionalismus ist ein sehr breit angelegter Begriff, worunter kurzum eine traditionsbewahrende und veränderungsfeindliche Position zu verstehen ist. Dabei ist aber nicht nur ein Festhalten an den Traditionen gemeint, sondern auch
„ein gewissermaßen verstärktes, zur Zeit ärgerliches und kontrafaktisches Festhalten an Traditionen. Der Traditionalismus hängt an den Traditionen fest, obwohl und gerade weil seine gesellschaftliche Umwelt schon ganz anders lebt: er tut es trotzdem.“ (Jörg Stolz)
Traditionalismus ist auch unter „natürlichem Konservatismus“ bekannt, da er ein gesellschaftliches Phänomen darstellt, wo die Menschen an ihren alten Werte festhalten und Angst vor Reformen oder Neuem haben. Es ist auch ein Charakteristikum der menschlichen Psyche, um ein Sicherheitsgefühl zu gewinnen, eine Art Abwehrreaktion, zu allem was Veränderungen hervorruft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Hinführung zur Forschungsproblematik der geringen politischen Partizipation von Frauen in Rumänien im Kontext von gesellschaftlichem Umbruch und EU-Beitritt.
2. BEGRIFFLICHKEITEN: MACHISMO, PATRIARCHAT: Definition der zentralen Konzepte Machismo und Patriarchat als analytisches Instrumentarium für die Untersuchung.
3. DER THEORETISCHE RAHMEN FÜR DIE ANALYSE DES RUMÄNISCHEN MACHISMO: Erarbeitung des theoretischen Fundaments durch die Beleuchtung traditionalistischer und kommunistischer Einflüsse in der Geschichte.
4. DIE TRANSFORMATIONSZEIT (1990-2004): Analyse der Auswirkungen sozio-ökonomischer und institutioneller Faktoren auf die Frauenpartizipation im modernen Rumänien.
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion von Lösungsansätzen zur Verbesserung der politischen Teilhabe.
Schlüsselwörter
Machismo, Patriarchat, politische Partizipation, Rumänien, Transformationszeit, Geschlechterstereotype, Frauenrechte, Traditionalismus, Kommunismus, Zivilgesellschaft, NROs, Gleichstellungspolitik, politische Kultur, Geschlechterrollen, Feminismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Gründe für die geringe politische Partizipation von Frauen in Rumänien und analysiert dabei die Rolle des Machismo und patriarchaler Strukturen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der politischen Partizipation stehen die historische Entwicklung der Geschlechterrollen, der Einfluss der orthodoxen Kirche, der Kommunismus und die Zeit der Transformation (ab 1990) im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit der Machismo ein Hindernis für die politische Teilhabe von Frauen darstellt und wie tief diese Strukturen im rumänischen Gesellschaftsgefüge verankert sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt ein theoretisches Analyseraster, das „Magische Dreieck der politischen Partizipation“, und einen selbst erstellten Kriterienkatalog, um den Machismo zu kategorisieren.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zwischenkriegszeit, der kommunistischen Ära und der Transformationszeit, wobei sozio-ökonomische, kulturelle und institutionelle Faktoren untersucht werden.
Welche Begriffe sind für die Arbeit entscheidend?
Zentrale Begriffe sind Machismo als Geschlechterstereotyp, Patriarchat als Herrschaftsform, politische Partizipation und der Begriff der „Formen ohne Hintergrund“.
Welche Rolle spielt die Kirche bei der Machismo-Bildung?
Die Kirche wird als wesentlicher Träger eines traditionalistischen Weltbildes beschrieben, das den Mann als Familienoberhaupt und die Frau als untergeordnetes, sündhaftes Wesen definiert.
Wie hat sich die Rolle der Frau im Kommunismus verändert?
Der Kommunismus forcierte zwar eine formelle Gleichstellung und Erwerbstätigkeit, instrumentalisierte Frauen aber als Arbeitskräfte und Mütter, ohne die tieferliegenden patriarchalen Strukturen zu beseitigen.
Welchen Einfluss haben die Medien heute?
Medien und Werbung werden als Barometer der kulturellen Werte analysiert, die durch die Reproduktion von Geschlechterstereotypen die traditionelle Rollenverteilung in der Gesellschaft weiter festigen.
- Quote paper
- Dipl. Soz. Wiss. Anca Comaniciu (Author), 2006, Einmal Macho, immer Macho? - Von Machismo und politischer Partizipation der Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119723