In Zeiten des sich weiter verschärfenden Wettbewerbs bei gleichzeitig steigendem Kostendruck durch z.B. die Globalisierung müssen alle Unternehmensbereiche laufend auf Wirtschaftlichkeit und mögliche Verbesserungen hin überprüft werden. Insbesondere die Personalkosten als in Abhängigkeit von der Branche gerade in einem Hochlohnland wie Deutschland wesentlichem Kostenfaktor rücken dabei in den Fokus. Potenziale zur Steigerung der Arbeitsproduktivität sollen aufgedeckt und ausgeschöpft werden. Das kann durch die klassische Personalabteilung allein nicht mehr geleistet werden. Etwa seit den 80er Jahren findet deshalb das Personalcontrolling als Querschnittsfunktion des Personalmanagements Erwähnung und Beachtung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Systematisierung des Personalcontrollings
1.1. Aufgaben des Personalcontrolling
1.2. Ebenen des Personalcontrollings
1.3. Strategisches und operatives Personalcontrolling
1.4. Instrumente des Personalcontrolling
1.4.1. Instrumente des ergebnisorientierten Personalcontrolling
1.4.2. Instrumente des prozessorientierten Personalcontrolling
2. Personalcontrolling mit Humanvermögensrechnung
2.1. Kostenbasierte Verfahren (Outlay-based approach)
2.2. Wertbasierte Verfahren (Inflow-oriented approach)
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die systematische Einordnung des Personalcontrollings als Querschnittsfunktion innerhalb des Personalmanagements und analysiert die Möglichkeiten sowie Grenzen der Humanvermögensrechnung bei der Bewertung von Mitarbeiterpotenzialen.
- Systematisierung und Aufgaben des Personalcontrollings
- Ebenen und Instrumente des Controllings im Personalbereich
- Methoden der Humanvermögensrechnung (kosten- vs. wertbasierte Ansätze)
- Herausforderungen bei der monetären Bewertung von Humankapital
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und Reliabilität der Verfahren
Auszug aus dem Buch
1.4.2. Instrumente des prozessorientierten Personalcontrolling
Hier kommen Instrumente zum Einsatz, die die Erhöhung der Arbeitsleistung des Personals und die Ausschaltung von Hemmnissen im Prozessablauf befördern um so die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen und durch die erreichte Kostentransparenz die Beteiligten für Aufwendungen und Ausgaben zu sensibilisieren.28
Durch das Instrument der Auditierung29 kann die Personalarbeit umfassend und systematisch auch unter Einbeziehung der entwickelten Strategien und Ziele überprüft werden. Es werden hauptsächlich qualitative Nutzenaspekte der Personalarbeit ermittelt. Kriterien sind hier z.B. Flexibilität, Produktivität und Innovationsfähigkeit der Personalarbeit.30
Für die Durchführung der Auditierung gibt es wiederum zahlreiche Verfahren, die auf unterschiedlichen Verhaltenstheorien zurückgehen. Die Datenerhebung erfolgt dabei z.B. durch Beobachtung, mündliche oder schriftliche Befragung, Beobachtungsinterview oder Dokumentenanalyse, wobei die schriftliche Befragung die am häufigsten angewandte Methode ist. Der valide Einsatz der Methoden enthält jedoch eine Vielzahl von Schwierigkeiten, die aufgrund theoretischer und methodischer Defizite in der Praxis bisher nur unbefriedigend bewältigt werden.31
Durch die Prozesskostenrechnung werden die Kostenentstehung und -verursachung eingehend analysiert. Einzelnen Prozessen der Personalarbeit, wie z.B. Bewerbungsgespräch, Selektion von Bewerbern oder Mitarbeitergespräch werden dabei durch Zurechnung der beteiligten Ressourcen konkret Kosten zugeordnet. Im Ergebnis kann bewertet werden, ob die eigene Durchführung des einzelnen Prozesses wirtschaftlich ist oder z.B. ein Assessment Center ausgelagert von einem externen Berater effizienter durchgeführt werden kann (Make-or-Buy-Entscheidung). Auch wird eine übermäßige Inanspruchnahme von eventuell unwirtschaftlichen Prozessen durch die Führungskräfte durch geschärftes Kostenbewusstsein eingedämmt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Personalcontrollings angesichts zunehmenden Wettbewerbsdrucks ein und thematisiert die Notwendigkeit sowie Schwierigkeiten der Quantifizierung von Humankapital.
1. Systematisierung des Personalcontrollings: Dieses Kapitel erläutert die Aufgaben und Ebenen des Personalcontrollings und stellt verschiedene ergebnis- sowie prozessorientierte Instrumente wie Kennzahlensysteme, Prozesskostenrechnung und Benchmarking vor.
2. Personalcontrolling mit Humanvermögensrechnung: Das Kapitel befasst sich mit den theoretischen Ansätzen zur monetären Bewertung von Mitarbeitern, unterteilt in kostenbasierte und wertbasierte Verfahren, und diskutiert deren praktische Probleme.
3. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass trotz der breiten Palette an Instrumenten derzeit kein Verfahren der Humanvermögensrechnung aufgrund mangelnder Reliabilität und Datenunsicherheiten abschließend für die Praxis empfohlen werden kann.
Schlüsselwörter
Personalcontrolling, Humankapital, Humanvermögensrechnung, Personalmanagement, Personalkosten, Prozesskostenrechnung, Benchmarking, Kosten-Controlling, Wertbasierte Verfahren, Effizienz-Controlling, Zielerreichung, Kennzahlensysteme, Arbeitsleistung, Investition, Unternehmensgewinn
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Personalcontrollings als Steuerungsinstrument, das personalwirtschaftliche Maßnahmen auf ihre Effizienz und ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg hin untersucht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Systematisierung des Personalcontrollings und der kritischen Analyse von Methoden zur Bewertung des Humankapitals.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen unterschiedlicher Controlling-Instrumente sowie der Humanvermögensrechnung bei der monetären Bewertung von Mitarbeitern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Konzepte und theoretischer Modelle zur Personalbewertung und Prozesskostenrechnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Controlling-Instrumente auf operativer und strategischer Ebene sowie die detaillierte Erläuterung kosten- und wertbasierter Verfahren der Humanvermögensrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Personalcontrolling, Humankapital, Humanvermögensrechnung, Prozesskostenrechnung und Benchmarking.
Was ist das Hauptproblem bei der Humanvermögensrechnung laut dem Autor?
Das Hauptproblem liegt in der mangelnden Reliabilität der Datenerhebung und der schwierigen Zurechenbarkeit einzelner Mitarbeiterleistungen zum tatsächlichen Unternehmenserfolg.
Eignen sich Kennzahlen laut der Arbeit zur direkten Steuerungsableitung?
Nein, der Autor weist darauf hin, dass Kennzahlen eher der Unterstützung von Entscheidungsprozessen dienen und aufgrund mangelnder Transparenz oder möglicher Fehlinterpretation weniger zur direkten Ableitung von Steuerungsmaßnahmen geeignet sind.
- Quote paper
- Ullrich Janke (Author), 2008, Personalcontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119692