Projektmanagement ist heute mehr als nur ein Modebegriff. „In zunehmenden Maße sehen Behörden und Unternehmen sich heute mit dem Problem konfrontiert, Aufgaben durchzuführen, die einen eindeutigen Projektcharakter haben. Es sind einmalig durchzuführende Vorhaben, die durch eine zeitliche Befristung, besondere Komplexität und eine vielschichtige Aufgabenstellung zu beschreiben sind.“
Fast jedes Unternehmen führt Projekte durch und deren Anzahl wächst kontinuierlich. Der Projektmanager hat innerhalb eines Projektes eine Art Schlüsselposition. Er ist eher Generalist als Spezialist, und wird in Rollen, wie Kommunikator, Motivator, Moderator, Konfliktlöser, Seelsorger, Psychologe und Visionär verstärkt agieren. Um diese anspruchsvollen, zum Teil widersprüchlichen Rollenanforderungen in einer Person zu vereinen, ist es notwendig, sich dem jeweiligen Umfeld anzupassen. Der qualifizierte Projektmanager muß daher die fachlichen und sozialen Kompetenzen beherrschen ohne an Persönlichkeit zu verlieren. Auf die sozialen Kompetenzen wird in den folgenden Kapiteln anwendungsbezogen eingegangen. Die sozialen Kompetenzen wurden nach dem Schwerpunkt gegliedert, welche der sozialen Kompetenzen als wichtige oder nicht so wichtig Kompetenz erachtet werden.
Beispiel: Um als Projektmanager für einen Bauherrn tätig zu werden, ist die soziale Kompetenz Kundenorientierung von großer Wichtigkeit. Kundenorientierung ist eine Grundvoraussetzung und eine der wichtigsten sozialen Kompetenzen. Da zwischenmenschliche Dispute durch unterschiedliche Interessen, wie Konflikte mit dem Bauherrn, aber auch mit den Behörden oder den ausführenden Firmen in der Praxis, vorprogrammiert sind, agiert ein Projektmanager oft als Vermittler. Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick sind die darauf folgenden wichtigen sozialen Kompetenzen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, eine allgemeine Definition der Begriffe Schlüsselkompetenzen und Schlüsselqualifikationen zu geben, weiterhin in die grundsätzlichen fachlichen und sozialen Kompetenzen einzuführen, und dann im Schwerpunkt alle sozialen Kompetenzen zu definieren und vertieft die Fähigkeiten nach der Wichtigkeit zu gliedern und dessen Trainingsmöglichkeiten zu erklären.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Schlüsselkompetenz
2.2 Fachliche Kompetenzen
2.3 Soziale Kompetenzen
3 Welche soziale Kompetenzen gibt es?
3.1 Emotionale Intelligenz
3.2 Einfühlungsvermögen / Empathie
3.3 Selbstmanagement / Selbstdisziplin
3.4 Kundenorientierung
3.5 Verhandlungsgeschick
3.6 Konfliktfähigkeit
3.7 Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen
3.8 Präsentationstechnik / Selbstmarketing
3.9 Teamfähigkeit
3.10 Führungskompetenz
4 Trainingsmöglichkeiten von Soft Skills
4.1. Analyse der Defizite
4.2. Lernen und Trainieren
4.3. Anbieter
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von sozialen Kompetenzen (Soft Skills) für die erfolgreiche Ausübung der Rolle eines Projektmanagers. Ziel ist es, den Begriff der Schlüsselkompetenzen theoretisch einzuordnen, die spezifischen sozialen Anforderungen im Projektmanagement zu definieren und aufzuzeigen, wie diese durch gezieltes Training verbessert werden können.
- Bedeutung der emotionalen Intelligenz im beruflichen Kontext
- Methoden zur Entwicklung von Einfühlungsvermögen und Empathie
- Strategien für professionelles Konfliktmanagement und Verhandlungsführung
- Techniken des Selbstmanagements und der persönlichen Zielsetzung
- Analyse der Führungskompetenz und Teamentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1 Emotionale Intelligenz
Emotionale Intelligenz ist der entscheidende Erfolgsfaktor für die berufliche Karriere. Denn Menschen die einen hohen Intelligenzquotienten haben und nicht nur ihrem Verstand vertrauen, sondern auch auf ihre Gefühle hören, sind erfolgreicher.
Der amerikanische Psychologe Daniel Golemann definiert Emotionale Intelligenz wie folgt: Emotional intelligente Menschen erkennt man daran, daß sie Fühlen und Denken integrieren. Sie wissen, was sie fühlen, was andere fühlen und versuchen den Grund dieser Gefühle herauszufinden und die Auswirkung dieser Gefühle auf andere vorauszusehen. Emotionale intelligente Menschen sind sensibel und kritisch sowohl der eigenen Person, als auch anderen Menschen gegenüber.
Der kluge Umgang mit Gefühlen ist nach Goleman auf die folgenden fünf Komponenten zurückzuführen.
Selbstwahrnehmung – Selbstreflexion: Ehrlich und selbstkritisch mit sich umgehen, die eigenen Schwächen und Stärken kennen, die eigenen Gefühle und dessen Wirkung auf andere einschätzen können. Selbstreflexion: Die Grenzen der eigenen Belastbarkeit kennen und dementsprechend planen.
Selbstkontrolle: „Erst denken, dann handeln“ ist das Motto. Gefühle und Stimmungen in die positiven Bahnen lenken und nicht Gefangener der eigenen Gefühle zu sein.
Beispiel: Selbstkontrolle zeigt sich bei dem Vorgesetzten, der trotz seiner Wut über den Fehler eines Mitarbeiters diesen nicht in Anwesenheit des Kunden lauthals maßregelt.
Selbstmotivation: Selbstmotivierte Menschen besitzen die Fähigkeit, eigene Emotionen zum Leistungsantrieb zu nutzen und Ziele mit Ausdauer zu verfolgen. Sie suchen nach Herausforderungen und lernen gerne. Erfolgswille mit Zuversicht und ausgeprägtes Vertrauen in die eigenen Stärken, optimistisch auch bei Niederlagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Projektmanagement als Schlüsselposition und die Relevanz sozialer Kompetenzen für den Erfolg in anspruchsvollen Rollen.
2 Theoretische Grundlagen: Definition und Abgrenzung von Schlüsselkompetenzen, Schlüsselqualifikationen sowie fachlichen Kompetenzen im Rahmen eines Anforderungsprofils.
3 Welche soziale Kompetenzen gibt es?: Detaillierte Betrachtung einzelner sozialer Kompetenzen, von emotionaler Intelligenz und Einfühlungsvermögen bis hin zu Konfliktfähigkeit und Führungskompetenz.
4 Trainingsmöglichkeiten von Soft Skills: Darstellung konkreter Wege zur Defizitanalyse und Verbesserung der persönlichen sozialen Fähigkeiten durch Selbststudium oder Coaching.
5 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass fachliche und soziale Kompetenzen erst in der Kombination den erfolgreichen Projektmanager ausmachen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Schlüsselkompetenzen, Soziale Kompetenzen, Emotionale Intelligenz, Empathie, Selbstmanagement, Konfliktfähigkeit, Verhandlungsgeschick, Führungskompetenz, Teamentwicklung, Soft Skills, Methodenkompetenz, Selbstmotivation, Kommunikationsfähigkeit, berufliche Karriere.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Schlüsselkompetenzen, die für eine erfolgreiche Tätigkeit als Projektmanager erforderlich sind, mit einem klaren Fokus auf soziale Kompetenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen emotionale Intelligenz, Konfliktmanagement, Selbstmanagement, Verhandlungsführung und Führungskompetenz im Projektumfeld.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, soziale Kompetenzen zu definieren, deren Bedeutung im Vergleich zu fachlichen Qualifikationen zu bewerten und Möglichkeiten für deren gezielte Entwicklung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung durch Literaturanalyse sowie die Erstellung eines Anforderungsprofils, ergänzt durch praktische Beispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und eine detaillierte, anwendungsbezogene Beschreibung von zehn spezifischen sozialen Kompetenzen für Projektmanager.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Projektmanagement, Schlüsselkompetenzen, Soziale Kompetenzen, Emotionale Intelligenz, Selbstmanagement und Konfliktfähigkeit.
Warum wird im Dokument zwischen „heißen“ und „kalten“ Konflikten unterschieden?
Diese Unterscheidung ist notwendig, da die Konfliktstile und damit die Lösungsstrategien für den Moderator oder Projektmanager grundlegend variieren.
Welche Rolle spielt die „Mäeutik“ im Kontext der Arbeit?
Die Mäeutik dient als Grundlage der Kommunikation, um durch aktives Zuhören und gezieltes Fragen die Interessen von Gesprächspartnern in Verhandlungen besser zu erschließen.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Teamfähigkeit?
Die Autorin stellt die These auf, dass für Projektmanager Führungskompetenz eine wichtigere soziale Kompetenz darstellt als die klassische Teamfähigkeit, da sie oft in einer Einzelkämpfer- oder Steuerungsrolle agieren.
Wie lässt sich ein Anforderungsprofil nach der Arbeit nutzen?
Es dient dazu, die Anforderungen an Eigenschaften eines Projektmanagers mittels einer subjektiven Skala zu visualisieren und die persönliche Eignung bzw. den Entwicklungsbedarf objektiv zu prüfen.
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- Andrea Müller (Author), 2003, Schlüsselkompetenzen eines Projektmanagers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119631