Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung über gewalttätige Auseinandersetzugen zwischen einer deutschen und einer multi-ethnischen Fußballmannschaft in Bremen weckte in mir das Interesse, eine Examensarbeit zum Thema „Integration durch den Fußballsport am Beispiel türkischer Fußballvereine in Bremen?“ zu schreiben.
Integrative Impulse des Sports werden vor allem im Spitzen- und Hochleistungssport erreicht, die über nationale und ethnische Grenzen hinweg nicht nur Partizipation, sondern auch den sozialen Aufstieg von ethnischen Minderheiten im und über den Sport ermöglichen. Aber nicht nur im Bereich des Hochleistungssports finden interkulturelle Kontakte statt, auch auf mittlerer und unterer Wettkampfebene, im Freizeitsport und im Schulsport sind solche Tendenzen anzutreffen. Beispielsweise ist die Mitgliedschaft von Kindern- und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den meisten Fußballvereinen alltägliche Pra-xis. In Folge dessen stellt der schulische Sportunterricht eine institutionalisierte Form interkultureller Sportkontakte dar.
Trotzdem existiert neben dieser, von der Aufnahmegesellschaft wie von den Migranten selbst inzwischen als selbstverständlich registrierten Seite der Sporkontakte noch eine andere, oft parallel mitlaufende Realität. Vor allem der organisierte Vereinssport in Deutschland liefert viele Belege für die Fremd- und auch Selbstausgrenzung der Migranten sowie für Konflikte bei ethnischen Sportbewegungen.
Das Ziel meiner Arbeit zum Thema „Integration durch den Fußballsport am Bespiel türkischer Fußballvereine in Bremen? “ besteht darin aufzuzeigen, ob und inwiefern der Fußballsport im Allgemeinen und unter besonderer Berücksichtgung für den Bremer Bereich die Integration unterstützt oder hemmt. Aus disem Grund gehe ich in dieser Arbeit folgendem Problem nach: Kann Fuballsport integrativ wirken?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Hinführung zur Thematik
1.3 Vorgehensweise und Ziel der Arbeit
2. Migration
2.1 Begriffserklärung Migration
2.2 Historischer Hintergrund
2.3 Migration türkischer Arbeiter
2.4 Entstehung türkischer Communities
3. Integration
3.1 Begriffserklärung Integration
3.2 Integrationsmodelle nach Bingemer
3.2.1 Die monistische/assimilative Integration
3.2.2 Die pluralistische Integration
3.2.3 Die interaktionistische Integration
3.3 Sprache als Notwendigkeit der Integration
4. Fußballsport im Zusammenhang mit der Integration
4.1 Fußball – eine nationenübergreifende Sportart?
4.2 Gründe zur Entstehung türkischer Fußballvereine
4.3 Derzeitige Situation im deutsch-türkischen Fußballvereinswesen
4.4 Probleme im deutsch-türkischen Fußballvereinswesen
4.5 Strukturelle Veränderungen im deutschen Jugendfußball
4.6 Integrative Lösungskonzepte im Fußballsport
5. Die Experteninterviews
5.1 Der Zweck von Interviews
5.2 Durchführung von Experteninterviews
5.3 Die Experten
5.4 Fragestellungen der Interviews
5.5 Auswertung der Interviews
5.5.1 Eingrenzung der Fragen
5.5.2 Analyse der Interviews
5.5.3 Ergebnis der Experteninterviews
6. Fazit und Auswertung der Untersuchungsfrage
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern der Fußballsport – speziell am Beispiel türkischer Fußballvereine in Bremen – die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft unterstützt oder hemmt, um zu klären, ob der Sport integrativ wirken kann.
- Migration und Entstehung türkischer Communities
- Theoretische Integrationsmodelle im Sportkontext
- Analyse der Rolle türkischer Fußballvereine in Deutschland
- Strukturelle Veränderungen im deutschen Jugendfußball
- Experteninterviews zu Integrations- und Desintegrationsprozessen
Auszug aus dem Buch
Die interaktionistische Integration
Die interaktionistische Integration ist bestimmt von Toleranz und Akzeptanz und entspricht in etwa der Einstellung: „Ich möchte andere Kulturen kennen lernen und im Dialog Formen des Zusammenlebens entwickeln.“ Sowohl die Mehrheit als auch die Minderheit stehen in einem Entwicklungsgang fortwährender und beiderseitiger Interaktion. Beide Gruppen können im günstigen Fall zu einer weitgehend gemeinsamen Lebensform finden.
BINGEMER sieht die interaktionistische Integration als die förderlichste Integrationsform, da die Minderheit am geringsten in ihren Lebensgewohnheiten beschränkt wird und am idealsten die Koexistenz von Minderheit und Mehrheit fördert. Hierbei ist er der gleichen Ansicht wie TIEMAN und RUMMELT.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der persönlichen Motivation des Autors sowie Erläuterung der Zielsetzung und Vorgehensweise.
2. Migration: Historischer Überblick über die Migration türkischer Arbeiter nach Deutschland und die anschließende Bildung ethnischer Communities.
3. Integration: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Integrationsbegriff und Vorstellung verschiedener Integrationsmodelle nach Bingemer sowie der Bedeutung der Sprache.
4. Fußballsport im Zusammenhang mit der Integration: Analyse des Fußballs als Integrationsmedium, der Rolle türkischer Vereine und der auftretenden strukturellen Probleme und Lösungskonzepte.
5. Die Experteninterviews: Methodische Erläuterung und Durchführung von Experteninterviews mit Funktionären, um theoretische Erkenntnisse auf die Bremer Praxis zu übertragen.
6. Fazit und Auswertung der Untersuchungsfrage: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage, ob der Fußballsport eine integrative Wirkung erzielen kann.
Schlüsselwörter
Integration, Migration, Fußballvereine, türkische Communities, Sportvereine, Migrationshintergrund, interaktionistische Integration, soziale Ausgrenzung, Bremer Fußballverband, Experteninterviews, Jugendfußball, ethnische Minderheiten, gesellschaftliche Integration, Identitätsfindung, Vereinswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle des Fußballsports bei der Integration von Migranten, insbesondere von türkischen Fußballvereinen in Bremen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Migrationsgeschichte, theoretische Integrationsmodelle, die Strukturen und Probleme im deutsch-türkischen Fußballvereinswesen sowie die Frage nach der integrativen Kraft des Sports.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage lautet: "Kann Fußballsport integrativ wirken?" – bezogen auf die Unterstützung oder Hemmung von Integration im Raum Bremen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse nutzt der Autor die Methode des qualitativen Experteninterviews mit Funktionären und Vorstandsmitgliedern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und theoretische Fundierung der Migration und Integration sowie eine detaillierte Analyse der Situation in deutschen Fußballvereinen und der Expertenmeinungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Integration, Migration, türkische Fußballvereine, interaktionistische Integration und sportliche Partizipation sind zentrale Begriffe der Studie.
Warum spielt die Sprache für die Integration eine so wichtige Rolle?
Der Autor betont, dass eine nachhaltige Teilhabe am öffentlichen und Arbeitsleben nur durch den Erwerb der Sprache des Aufnahmelandes möglich ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Wirksamkeit des Fußballs?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass zwar Möglichkeiten der Integration existieren, diese jedoch ein aktives Handeln, die Bereitschaft zum Dialog und eine stärkere praxisorientierte Arbeit innerhalb der Vereine erfordern.
- Quote paper
- Birkan Pirol (Author), 2008, Integration durch den Fußballsport am Beispiel türkischer Fußballvereine in Bremen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119445