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Einführung und Grundlagen der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft

Title: Einführung und Grundlagen der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft

Essay , 2020 , 8 Pages

Autor:in: Fabian Hoppe (Author)

French Studies - Culture
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Die vorliegende Arbeit beinhaltet zwei kurze Essays zur Thematik zur Einführung und Grundlagen der französischen
Literatur- und Kulturwissenschaft.

Flauberts Forderung nach der gottgleichen Präsenz des Autors („présent partout“), der als Erschaffer eines Textes alle Fäden in der Hand hält, lässt sich also über den oben beschriebenen, damals herrschenden Zeitgeist erklären, welcher dem Individuum deutlich mehr Raum gab als je zuvor. Gleichzeitig verfolgte Flaubert einen objektiven und wissenschaftlich-präzisen Ansatz beim Schreiben seiner Romane, den er selbst durch die Grundsätze impersonnalité, impassibilité, impartialité – d.h. Unpersönlichkeit, Leidenschaftslosigkeit und Unparteilichkeit – charakterisiert. Dieser rationale Anspruch an das literarische Schaffen ist ebenfalls typisch für die Epoche der Moderne, welche stark durch die Wissenschaften und mit ihnen durch den Positivismus als grundsätzliche erkenntnistheoretische Haltung geprägt war und die sich durch Exaktheit, Objektivität und eine empirisch-beobachtbare Vorgehensweise auszeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

AUFGABE 1

AUFGABE 2

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit literaturwissenschaftlichen Konzepten der Autorschaft sowie der Interpretation von Charakteren auseinander, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen dem Autor als schöpferische Instanz und der Eigenständigkeit des Textes bzw. der Leserrolle liegt.

  • Die Entwicklung des Autorbegriffs in der Moderne
  • Methoden der literarischen Interpretation (Biographismus bis Poststrukturalismus)
  • Die Rolle von Autor, Erzähler und Leser im Verstehensprozess
  • Figurenanalyse am Beispiel von Racines "Phädra"

Auszug aus dem Buch

AUFGABE 1

Indem Flaubert den Autor mit Gott gleichsetzt („comme Dieu dans l’univers“), ihm also im Rahmen seines Werkes unbedingte Autorität zugesteht, offenbart er sich als Kind seiner Zeit, der Epoche der Moderne bzw. der Aufklärung. Dieser waren mit dem Empirismus in Großbritannien und dem Rationalismus in Frankreich tiefgreifende Entwicklungen in der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie vorausgegangen, welche ihren Ursprung in der sich seit dem 16. Jh. in Europa stark verbreitenden protestantischen Glaubensbewegung haben (Barthes 2009a, S. 186). Die Reformation sowie wissenschaftliche, technologische und gesellschaftliche Neuerungen – im Bereich Literatur wären hier vor allem die Erfindung des Buchdrucks und die fortschreitende Alphabetisierung zu nennen - hatten also zur Folge, dass das Individuum mitsamt seiner persönlichen Leistungen in den Vordergrund rückte, was eine regelrechte Euphorie über die Erkenntnis- und Schaffensmöglichkeiten des modernen Menschen im Vergleich zum mittelalterlichen Subjekt in Gang setzte.

Flauberts Forderung nach der gottgleichen Präsenz des Autors („présent partout“), der als Erschaffer eines Textes alle Fäden in der Hand hält, lässt sich also über den oben beschriebenen, damals herrschenden Zeitgeist erklären, welcher dem Individuum deutlich mehr Raum gab als je zuvor. Gleichzeitig verfolgte Flaubert einen objektiven und wissenschaftlich-präzisen Ansatz beim Schreiben seiner Romane, den er selbst durch die Grundsätze impersonnalité, impassibilité, impartialité – d.h. Unpersönlichkeit, Leidenschaftslosigkeit und Unparteilichkeit – charakterisiert (Hartwig und Stenzel 2017, S. 195).

Zusammenfassung der Kapitel

AUFGABE 1: Dieses Kapitel untersucht die historische Entwicklung des Autorbegriffs von der Aufklärung bis zur Moderne und analysiert, wie sich wissenschaftliche Strömungen wie der Strukturalismus und Poststrukturalismus kritisch zum Status des Autors positionieren.

AUFGABE 2: Hier erfolgt eine detaillierte Figurenanalyse der Oenone in Jean Racines "Phädra", wobei ihr Charakter unter Berücksichtigung des humanistischen Menschenbildes und ihres ambivalenten Verhältnisses zu Phädra beleuchtet wird.

Schlüsselwörter

Autorschaft, Moderne, Aufklärung, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Textinterpretation, Figurenanalyse, Oenone, Phädra, Literaturwissenschaft, Biographismus, Leserrolle, Hermeneutik, Flaubert, Racine

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt zentrale Aspekte der französischen Literaturwissenschaft, insbesondere die theoretische Einordnung von Autorschaft und die praktische Analyse literarischer Figuren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Autorkonzepts, verschiedene literaturtheoretische Ansätze zur Textdeutung und die Charakterisierung von Figuren in klassischen Dramen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte um die Rolle des Autors nachzuvollziehen und diese theoretischen Erkenntnisse auf eine konkrete Figurenanalyse anzuwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden literaturhistorische und texttheoretische Methoden angewendet, unter anderem hermeneutische Ansätze und strukturalistische Analysemodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit der Position des Autors (u.a. Flaubert, Barthes) und eine spezifische Fallanalyse zu Racines "Phädra".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Autorschaft, Poststrukturalismus, Figurenanalyse und Literaturtheorie definieren.

Warum wird Flaubert als Beispiel für den modernen Autorbegriff herangezogen?

Flaubert wird als Paradebeispiel genannt, da er einerseits den Autor als gottgleiche Instanz sah, gleichzeitig aber durch seine Prinzipien der Unpersönlichkeit einen hochgradig objektiven Schreibstil verfolgte.

Wie lässt sich Oenones Rolle in "Phädra" charakterisieren?

Oenone wird als eindimensionaler, statischer Charakter beschrieben, dessen Handeln zwar loyal gegenüber Phädra erscheint, jedoch moralischen Tiefgang vermissen lässt.

Welchen Einfluss hat das humanistische Menschenbild auf die Deutung von Phädra?

Das humanistische Menschenbild unterstreicht die Spannung zwischen Affekt und Verstand, wobei Phädras Unfähigkeit, ihre Gefühle zu beherrschen, als Ausdruck menschlichen Unvermögens interpretiert wird.

Was bedeutet der "Tod des Autors" im Kontext der Arbeit?

Es ist ein Konzept, das die Bedeutung der Autorintention zugunsten der freien Interpretation durch den Leser zurückstellt, wobei die Arbeit kritisch anmerkt, dass dies in der Praxis kaum vollständig umsetzbar ist.

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Details

Title
Einführung und Grundlagen der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft
Author
Fabian Hoppe (Author)
Publication Year
2020
Pages
8
Catalog Number
V1189956
ISBN (PDF)
9783346635143
Language
German
Tags
einführung grundlagen literatur- kulturwissenschaft Flaubert Racine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Hoppe (Author), 2020, Einführung und Grundlagen der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189956
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