Das Konzept des Monsters nimmt eine zentrale Rolle im Horrorfilm ein. Zumeist präsentieren Horrorfilme ein als männlich zu identifizierendes Monster, dem ein junges, weibliches Opfer gegenüber gestellt ist. Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit liegt darin zu untersuchen, wie sich die Figuration des Monsters verändert, wenn es weiblich ausgestaltet wird und wie Weiblichkeit als Strukturmerkmal des Monsters präsentiert wird. Als Beispiel dient der Film Carrie, welcher auf einem Roman von Stephen King basiert.
Erzählt wird von der Außenseiterin Carrie White, die sowohl unter der Ausgrenzung ihrer MitschülerInnen leidet als auch unter den Dogmen ihrer fundamental christlichen Mutter. Ausgangspunkt der Handlung ist das Einsetzen ihrer Menstruationsblutung, woran der Erhalt telekinetischer Kräfte geknüpft ist. Zunehmend lehnt sie sich gegen den radikalen Glauben ihrer Mutter auf und geht schließlich ohne deren Erlaubnis auf den Schulball, wo es zur Katastrophe kommt: Bei ihrer Krönung zur Ballkönigin wird sie von einer Mitschülerin mit Schweineblut übergossen. Daraufhin nutzt sie ihre telekinetischen Kräfte, um den Ball in ein Blutbad zu verwandeln.
Carrie White ist, im Gegensatz zu anderen Monsterfiguren, nicht offensichtlich als monströs markiert. Vielmehr stellt der Film aus, welcher Gewalt sie ausgeliefert ist und unter welchem Kraftaufwand sie sich behaupten muss. Im Verlauf des Filmes entwickelt sie sich vom Opfer ihrer Mitmenschen zu deren Mörderin. Demzufolge lautet die These, die dieser Arbeit zugrunde liegt, dass Carrie White strukturell von vornherein als Monsterfigur angelegt ist, sich ihre Monstrosität jedoch erst im Fortgang der Handlung manifestiert. Katalysatoren hierfür sind ihr geistiger und körperlicher Reifeprozess, ihre soziale Position und die Taten ihrer Mitmenschen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Horrorfilm und die Funktion des Monsters
- Das Horrorgenre
- Das Monster im Horrorfilm
- CARRIE (USA 1976, Brian De Palma)
- Figurenkonstellation: Böse Frauen in CARRIE
- Die Hexe: Margaret White
- Das böse Mädchen: Chris Hargensen
- Das Monster: Carrie White
- Weiblichkeit als Strukturmerkmal des Monsters in CARRIE
- Figurenkonstellation: Böse Frauen in CARRIE
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung von weiblicher Monstrosität im Horrorfilm. Sie untersucht, wie sich die Figur des Monsters verändert, wenn es weiblich gestaltet wird und wie Weiblichkeit als Strukturmerkmal des Monsters präsentiert wird. Als Beispiel dient der Film CARRIE (USA 1976, Brian De Palma), der auf einem Roman von Stephen King basiert.
- Die Funktion des Monsters im Horrorfilm
- Die Darstellung von Weiblichkeit im Horrorfilm
- Die Darstellung von Gewalt und Macht im Horrorfilm
- Die Rolle der sozialen Position und der Beziehungen zwischen den Figuren
- Die Verbindung zwischen körperlicher und geistiger Reifung und der Entwicklung von Monstrosität
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Arbeit stellt die These auf, dass Carrie White strukturell als Monsterfigur angelegt ist, sich ihre Monstrosität jedoch erst im Fortgang der Handlung manifestiert. Sie erläutert den Fokus der Arbeit und die Relevanz des Films CARRIE als Beispiel für die Darstellung weiblicher Monstrosität.
- Der Horrorfilm und die Funktion des Monsters: Dieses Kapitel beleuchtet die Definition des Horrorgenres und die Rolle des Monsters im Horrorfilm. Es werden verschiedene Forschungsansätze vorgestellt, die das Genre und die Monsterfigur aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
- CARRIE (USA 1976, Brian De Palma): Dieses Kapitel analysiert die Figurenkonstellation in CARRIE und zeigt auf, wie die verschiedenen weiblichen Figuren in den Film integriert sind. Es werden die Figuren Margaret White, Chris Hargensen und Carrie White genauer betrachtet und ihre Beziehung zueinander beleuchtet.
Schlüsselwörter
Horrorfilm, Monstrosität, Weiblichkeit, Gewalt, Macht, soziale Position, Beziehungen, Carrie White, Stephen King, Brian De Palma, Filmsemiotik, Raummodell, Figurenkonstellation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere am "weiblichen Monster" im Film Carrie?
Im Gegensatz zu klassischen männlichen Monstern wird Carrie White zunächst als Opfer von Ausgrenzung und religiösem Fanatismus gezeigt, bevor sich ihre Monstrosität manifestiert.
Welche Rolle spielt die Menstruation in der Handlung?
Das Einsetzen der Menstruationsblutung ist im Film der Katalysator für den Erhalt ihrer telekinetischen Kräfte und markiert den Beginn ihres körperlichen Reifeprozesses.
Wer sind die weiteren zentralen Frauenfiguren im Film?
Die Arbeit analysiert Margaret White (die fundamentalistische Mutter/Hexe) und Chris Hargensen (das "böse Mädchen" als Gegenspielerin).
Was ist die Hauptthese der Arbeit über Carrie White?
Die These besagt, dass Carrie strukturell von Beginn an als Monsterfigur angelegt ist, ihre Monstrosität aber erst durch soziale Gewalt und Reifung hervorbricht.
Auf welchem literarischen Werk basiert der Film?
Der Film von Brian De Palma aus dem Jahr 1976 basiert auf dem gleichnamigen Debütroman von Stephen King.
- Arbeit zitieren
- Juliane Baier (Autor:in), 2020, Weibliche Monster im Horrorfilm. Das Beispiel des Films "Carrie" von Brian De Palma, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188065