Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Inanspruchnahme der Tafeln einen Einfluss auf das Selbstwertgefühl der Nutzer hat.
Anhand der Studie von Holger Schoneville und weiterführender Literatur wird auf die Fragestellung eingegangen. Zuerst wird sich die Arbeit mit der Aufgabe und Entwicklung der Tafel befassen. Im Anschluss werden die Begriffe Armut, soziale Ausgrenzung, Beschämung und Missachtung vorgestellt und im weiteren Verlauf der Ausarbeitung werden diese Begrifflichkeiten in Bezug auf die Lebensmittelausgabe gesetzt.
Anschließend wird sich, anhand drei ausgewählter Zitate der befragten Person aus der Studie, auf die ausgewählten Schwerpunkt bezogen. Zum Schluss wird das Fazit präsentiert und ein Seminarbezug hergestellt.
In der heutigen Zeit wächst die Armut und man sieht immer mehr Menschen, die auf eine Lebensmittelausgabe angewiesen sind. Die Tafel wird als vermeintlich sozialisierter Ort dargestellt, aber ist er das wirklich?
Armut und soziale Ausgrenzung werden dabei innerhalb der Gesellschaft als Verhältnisse verstanden, die gleichzeitig von Integration und Ausgrenzung gekennzeichnet sind. Hierbei stellen Scham und Missachtung emotionale Ausdrucksformen von Armut und Ausgrenzung dar, welche die positiven Selbstbeziehungen der Nutzer*innen angreifen. Es wurde in Form eines narrativen Interviews einer Nutzerin der Lebensmittelausgabe geschildert, welchen Stellenwert die Angebote der Lebensmittelausgaben einnehmen und inwieweit sich ihre Persönlichkeit und ihr Selbstwertgefühl mit der Zeit geändert hat.
Auf der einen Seite wird der Lebensmittelausgabe zugeschrieben, dass an diesem Ort Unterstützung angeboten wird, während auf der anderen Seite die Beschämung und Missachtung der betroffenen Personen zu den maßgeblichen Bedingungen zählen. Den Weg von der im Fallbeispiel beschrieben Person ist äußerst bemerkenswert, da sie sich vor der Nutzung der Lebensmittelausgabe als eine Person mit einer starken Persönlichkeit erwiesen hat, die ihren Stolz keineswegs ablegen würde, um die Tafel zu nutzen. Im Laufe des Interviews stellte sich jedoch heraus, dass sie ihr Selbstwertgefühl nach und nach herabsetzen musste, da sie aus ökonomischen Gründen auf die Hilfe der Tafel angewiesen war.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG
- 2 AUFGABE UND ENTWICKLUNG DER TAFEL
- 3 ARMUT UND SOZIALE AUSGRENZUNG
- 4 BESCHÄMUNG UND MISSACHTUNG
- 5 EMPIRISCHES INTERVIEW MIT EINER NUTZERIN DER LEBENSMITTELAUSGABE
- 5.1 DER WEG ZUR TAFEL VON Frau M.
- 6 FAZIT
- 7 BEZUG ZUM SEMINAR
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Ausarbeitung untersucht, inwieweit die Inanspruchnahme von Lebensmittelausgaben wie "Die Tafeln" einen Einfluss auf das Selbstwertgefühl der Nutzer hat. Sie analysiert die Studie von Holger Schonville aus dem Jahr 2013, die sich mit dem Phänomen der Tafeln und ihren Auswirkungen auf Menschen in Armut und sozialer Ausgrenzung befasst.
- Die Rolle der Tafeln im Kontext von Armut und sozialer Ausgrenzung
- Die subjektive Wahrnehmung der Nutzung von Lebensmittelausgaben
- Die Auswirkungen der Tafelnutzung auf das Selbstwertgefühl
- Die Bedeutung von Scham und Missachtung im Zusammenhang mit Armut und Ausgrenzung
- Die gesellschaftliche Integration und Ausgrenzung von Bedürftigen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema und die Forschungsfrage vor und erläutert den Hintergrund der Studie. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Aufgabe und Entwicklung der Tafeln in Deutschland. Kapitel drei beleuchtet die Begriffe Armut und soziale Ausgrenzung sowie ihre Auswirkungen auf Betroffene. Im vierten Kapitel werden die Themen Beschämung und Missachtung im Zusammenhang mit Armut und Ausgrenzung behandelt. Kapitel fünf präsentiert das empirische Interview mit einer Nutzerin der Lebensmittelausgabe, um den Einfluss der Tafelnutzung auf das Selbstwertgefühl zu beleuchten.
Schlüsselwörter
Armut, soziale Ausgrenzung, Tafeln, Selbstwertgefühl, Beschämung, Missachtung, Lebensmittelausgaben, gesellschaftliche Teilhabe, Integration, Ausgrenzung, empirische Studie, Sozialpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflussen die Tafeln das Selbstwertgefühl der Nutzer?
Die Inanspruchnahme wird oft als beschämend empfunden. Nutzer müssen häufig ihren Stolz ablegen, was zu einer schrittweisen Herabsetzung des Selbstwertgefühls führen kann.
Was ist das Ziel der Tafeln in Deutschland?
Die Tafeln sammeln überschüssige Lebensmittel ein und geben sie an bedürftige Menschen weiter, um Armut zu lindern und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
Warum empfinden viele Menschen Scham beim Gang zur Tafel?
Armut wird in der Gesellschaft oft als individuelles Versagen wahrgenommen. Die sichtbare Abhängigkeit von Almosen führt zu Gefühlen der Missachtung und sozialen Ausgrenzung.
Was zeigt das Fallbeispiel von "Frau M."?
Frau M., ursprünglich eine stolze Persönlichkeit, schildert in einem Interview, wie sie aufgrund ökonomischer Not gezwungen war, die Tafel zu nutzen, und wie dieser Prozess ihre Identität verändert hat.
Sind Tafeln Orte der sozialen Integration?
Obwohl sie als soziale Orte konzipiert sind, zeigt die Arbeit, dass sie gleichzeitig von Integration (Hilfe) und Ausgrenzung (Stigmatisierung) geprägt sind.
Welche Rolle spielt die Sozialpädagogik bei diesem Thema?
Die Sozialpädagogik untersucht die emotionalen Ausdrucksformen von Armut und sucht nach Wegen, die Selbstbeziehung der Betroffenen trotz materieller Not zu stärken.
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- Anonym (Author), 2020, Der Einfluss von Lebensmittelausgaben auf das Selbstwertgefühl der Nutzer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187602