In der vorliegenden Arbeit wird sich intensiv mit der Stellung der Frau im Mittelalter befasst. Es werden die Aufgaben des weiblichen Geschlechts herausgearbeitet und auch ihre Bedeutungen, vor allem im Hinblick auf die Familie. Dazu ergänzend wird die rechtliche Stellung der Frauen beleuchtet und, wenn vorhanden, werden gesellschaftliche, soziale oder wirtschaftliche Diskrepanzen aufgedeckt und analysiert. Es kristallisiert sich heraus, auf wessen Grundlage Ehegemeinschaften fungieren, welche Rollenfiguren Frauen in der Ehe eingenommen haben und inwiefern die Kirche zur Ehegemeinschaft beigetragen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über das Mittelalter
3. Lebenswelten und Familienformen im Mittelalter
3.1 Stellung von Mann und Frau
3.2. Frauen im Mittelalter
4 Eheleben im Mittelalter
4.1. Partnerwahl
4.2. Liebe in der Ehegemeinschaft
4.3. Sexualität
4.4. Ehebruch
5. Der kirchliche Einfluss auf das Familienleben und Eheleben
5.1. Das kirchliche Frauenbild
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Frau im Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung der vorherrschenden Ehe- und Familienformen sowie des kirchlichen Einflusses, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur heutigen partnerschaftlichen Lebensgestaltung zu analysieren.
- Stellung der Frau im mittelalterlichen Gesellschaftsgefüge
- Die Funktion der Munt-Ehe als rechtliches und soziales Konstrukt
- Der Einfluss der Kirche auf das Familienleben und das Frauenbild
- Wirtschaftliche Abhängigkeit und die rechtliche Unmündigkeit der Frau
- Vergleich der mittelalterlichen Lebensbedingungen mit der modernen Emanzipation
Auszug aus dem Buch
4.3. Sexualität
Im Mittelalter wurde dem Prozess des Geschlechtsaktes keine große Bedeutung geschenkt, lediglich den gezeugten Nachkommen, da diese als Altersvorsorge dienten. Aufgrund dessen, dass ohne Sexualität keine Fortpflanzung und somit auch keine Nachkommen möglich waren, war die Kirche gezwungen diese zu akzeptieren. Im Durchschnitt erfuhren Frauen während ihres Lebens zwischen 15 und 20 Schwangerschaften, wobei anzumerken ist, dass nur die Hälfte aller Säuglinge überlebte.
Verhütungsmethoden waren im Mittelalter weitestgehend unbekannt und verboten, da die Empfängnisverhütung als sündhaft angesehen worden ist. Ebenso wurden der Abtreibungsprozess sowie Kindesmorde schwer verurteilt. Daher versuchten Männer beispielsweise mit Essig und Frauen mit Scheidenzäpfchen, welche aus Krokodilkot hergestellt wurden, eine Schwangerschaft heimlich zu verhindern. Geschlechtsverkehr war nur unter dem Aspekt erlaubt, dass Nachkommen gezeugt werden sollten und nicht zur Befriedigung der Ehepartner. Jede Form der Sexualität, die außerhalb einer Ehegemeinschaft vollzogen worden ist, wurde als Unzucht betitelt. Unehelich gezeugte Kinder wurden oftmals von der Gesellschaft ausgegrenzt. In Hunger und Armut litten die Kinder sehr unter den harten gesellschaftlichen Strafen, die Müttern aber nicht den Vätern angekreidet worden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet das Interesse an der mittelalterlichen Frauenrolle durch den gesellschaftlichen Wandel und stellt die Forschungsfrage nach den Funktionsweisen damaliger Ehegemeinschaften.
2. Überblick über das Mittelalter: Dieses Kapitel skizziert die Epoche des Mittelalters zwischen 500 und 1500 und erläutert die ständische Gliederung sowie die Bedeutung der christlichen Religion.
3. Lebenswelten und Familienformen im Mittelalter: Hier wird die Familie als patriarchale Arbeits- und Überlebensgemeinschaft definiert, wobei die Unterpunkte die Rolle der Geschlechter sowie die spezifische Lebenswirklichkeit der Frau beleuchten.
4 Eheleben im Mittelalter: Dieses Kapitel behandelt die Ehe als vertragliche Bindung zwischen Sippen und thematisiert Aspekte wie Partnerwahl, Sexualität und die rechtlichen Konsequenzen bei Ehebruch.
5. Der kirchliche Einfluss auf das Familienleben und Eheleben: Die Autorin analysiert, wie die Kirche durch die Etablierung der unauflöslichen Ehe und eines spezifischen Frauenbildes zur Kontrollinstanz wurde.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Unterdrückung der Frau im Mittelalter und stellt diese in einen direkten Vergleich zur heutigen modernen Lebenssituation.
Schlüsselwörter
Mittelalter, Frauenbild, Ehegemeinschaft, Familie, Patriarchat, Munt-Ehe, Kirche, Ehebruch, Geschlechterrolle, Sozialgeschichte, Rechtliche Stellung, Emanzipation, Mittelalterliche Gesellschaft, Hausfrau, Geschlechterbeziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung der Frau im hohen Mittelalter und beleuchtet, wie eheliche und familiäre Strukturen durch rechtliche sowie kirchliche Rahmenbedingungen geprägt waren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Frauenbild, die Struktur der Familie, die Funktion der Ehe als wirtschaftliches Bündnis sowie der maßgebliche Einfluss der Kirche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise mittelalterlicher Partnerschaften zu verstehen und diese kritisch mit modernen Ehemodellen und gesellschaftlichen Vorstellungen zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse, bei der Fachliteratur und zeitgenössische Konzepte ausgewertet werden, um die soziale und rechtliche Realität der Frau zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Im Hauptteil werden neben den Familienformen die rechtliche Abhängigkeit durch die Munt, die Ehepraxis, kirchliche Dogmen und die geschlechterspezifische Ungleichheit untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Munt-Ehe, das patriarchale Familienmodell, das kirchlich geprägte Frauenbild und die gesellschaftliche Unmündigkeit der Frau.
Was unterscheidet die moderne Ehe aus Sicht der Autorin von der mittelalterlichen Form?
Während die Ehe im Mittelalter primär als wirtschaftliche und politische Sippenverbindung fungierte, basiert sie in der Moderne auf Freiwilligkeit, Gleichberechtigung und gegenseitiger Zuneigung.
Welche Rolle spielte das "Munt"-Konzept konkret für die Frau?
Die Munt war die väterliche oder eheliche Vormundschaft, die dazu führte, dass Frauen rechtlich handlungsunfähig waren und für ihr Handeln oder Vergehen stellvertretend durch den Vormund haftbar gemacht wurden.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss der Kirche auf das Frauenbild?
Die Autorin sieht diesen zweigeteilt: Einerseits wirkte das kirchliche Bild der "Evatochter" diskriminierend und unterdrückend, andererseits boten Klöster Frauen seltenen Raum für Bildung, Führung und ein eigenständiges Leben.
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- Sabine Preiß (Author), 2021, Die Rolle der Frau im Mittelalter unter Berücksichtigung vorherrschender Ehe- und Familienformen sowie dem kirchlichen Einfluss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187302