„Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf“, so lautet das Motto einer Image-Kampagne, die im Januar 2007 von privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern gestartete wurde. Hinter der Initiative steckt die Organisation „Radiozentrale“. Diese wurde im Frühjahr 2005 unter anderem von NRJ, WDR und RTLRadio gegründet und soll dem Werbeträger Radio zusätzlichen Schub und dadurch mehr Umsatzerfolg verschaffen. Das Konzept entwickelte die Kreativschmiede Grabarz & Partner.
Ralf Heuel, Partner und Geschäftsführer von Grabarz und Partner, äußerte sich über das Radio einmal wie folgt: „Kaum ein anderes Medium bietet so viele kreative Möglichkeiten und wird gleichzeitig in der Wahrnehmung immer noch so unterschätzt.“ Die Radiorezeption erfolgt heutzutage beiläufig. Wir erledigen Anderes nebenbei, wie beispielsweise Autofahren oder Zähneputzen. Das Aufkommen des Fernsehens um 1950 trug nicht zuletzt maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Die Programmkonzepte der Radiosender passten sich an diesen Wandel, vom ehemaligen, hauptsächlichen Massenmedium hin zum beiläufigen Medium, mehr oder weniger an.
Begleitprogramme oder auch Tagesbegleitprogramme lösten frühere Konzepte ab. Das Programm ist hierbei so gestaltet, dass der Hörer einen Sender über einen längeren Zeitraum, ohne viel Aufmerksamkeit aufbringen zu müssen, ununterbrochen nebenbei verfolgen kann (Durchhörbarkeit). Längere Wortbeiträge werden als mögliche Ausschaltimpulse angesehen. Folglich ist der Wortanteil bei derart gestalteten Sendern gering und die Beiträge sind kurz.
Zu Beginn der Sitzung beschäftigte sich die Seminargruppe mit den grundlegenden Merkmalen des Mediums Radio früher und diesen im Vergleich zu heute, dessen wesentliche Unterschiede zu anderen Medien und den Aufgaben, die das Medium in der modernen Medienlandschaft erfüllt. Bertholt Brecht formulierte in seiner Rede über die Funktion des Rundfunks (1932), was seiner Meinung nach aus dem Radio gemacht werden sollte. Brechts Radiotheorie war, nach der einleitenden Hinführung zum Medium Radio und einem kurzen Anschneiden der Entwicklungsgeschichte des Rundfunks von der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit, hauptsächlicher Gegenstand der Sitzung am 17. Januar.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Inhalt der Sitzung
- Hinführung an das Medium Radio
- Mediendifferenzierungen
- Kurzer Überblick über die Entwicklungsgeschichte des Rundfunks in Deutschland (1922 bis Nachkriegszeit)
- Brechts Radiotheorie
- Schluss
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Sitzung widmet sich der Radiotheorie Bertolt Brechts, die er in seiner Rede über die Funktion des Rundfunks (1932) formulierte. Die Sitzung beleuchtet die Entwicklung des Radios von seinen Anfängen in der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit und analysiert die Rolle des Mediums in der modernen Medienlandschaft. Darüber hinaus werden grundlegende Merkmale des Mediums Radio, seine Unterschiede zu anderen Medien und seine Aufgaben in der heutigen Zeit diskutiert.
- Die Entwicklung des Radios als Massenmedium
- Die Verstaatlichung des Rundfunks in der Weimarer Republik
- Die Rolle des Radios in der modernen Medienlandschaft
- Die Bedeutung des Radios als Informations- und Unterhaltungsmedium
- Brechts Kritik am Rundfunk und seine Vision eines emanzipatorischen Rundfunks
Zusammenfassung der Kapitel
Die Sitzung beginnt mit einer Hinführung an das Medium Radio, die die vielfältigen Möglichkeiten des Rundfunks in der heutigen Zeit beleuchtet. Dabei werden die verschiedenen Programmangebote von Musik- und Informationssendern sowie die Rolle des Radios als Informationsmedium, insbesondere im Bereich von Nachrichten und Verkehrsinformationen, beleuchtet.
Im Anschluss werden Mediendifferenzierungen anhand der entwicklungstechnischen Komplexität und der Sinnesmodalität erläutert. Der Fokus liegt dabei auf der Einordnung des Radios als Tertiärmedium und seiner Unterscheidung von Primär- und Sekundärmedien.
Die Sitzung schließt mit einem kurzen Überblick über die Entwicklungsgeschichte des Rundfunks in Deutschland von 1922 bis zur Nachkriegszeit. Hierbei wird die Verstaatlichung des Rundfunks durch die Rundfunkreform von 1932 und die damit einhergehende staatliche Kontrolle des Mediums beleuchtet.
Schlüsselwörter
Radio, Rundfunk, Medienlandschaft, Mediendifferenzierung, Tertiärmedium, Verstaatlichung, Rundfunkreform, Weimarer Republik, Nachkriegszeit, Bertolt Brecht, Radiotheorie, Funktion des Rundfunks, Information, Unterhaltung, Massenmedium, Programmgestaltung, Zielgruppe.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt Bertolt Brechts Radiotheorie?
Brecht forderte 1932, das Radio von einem reinen Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln, der den Hörer zum Mitproduzenten macht.
Wie hat sich die Radionutzung seit den 1950ern verändert?
Durch das Aufkommen des Fernsehens wandelte sich das Radio vom Hauptmassentool zum „Begleitmedium“, das heute oft beiläufig (z.B. beim Autofahren) konsumiert wird.
Was versteht man unter „Durchhörbarkeit“?
Es ist ein Programmkonzept, bei dem der Hörer einen Sender über lange Zeit verfolgen kann, ohne durch lange Wortbeiträge oder abrupte Wechsel zum Umschalten angeregt zu werden.
Warum wurde der Rundfunk in der Weimarer Republik verstaatlicht?
Die Rundfunkreform von 1932 zielte darauf ab, das Medium unter staatliche Kontrolle zu bringen und es als Instrument der Information und Ordnung zu nutzen.
Was ist ein „Tertiärmedium“?
Das Radio wird als Tertiärmedium eingeordnet, da auf der Produzentenseite Technik benötigt wird, während der Empfänger ebenfalls ein technisches Gerät zum Konsum braucht.
Welche Rolle spielt die „Radiozentrale“ heute?
Sie ist eine Organisation, die durch Image-Kampagnen (z.B. „Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf“) den Werbeträger Radio stärken und dessen Umsatzerfolg sichern soll.
- Quote paper
- Steffi Mohr (Author), 2008, Sitzung zu Brechts Radiotheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118607