Die „Auditive Wahrnehmungserziehung“ verlangte eine strikte Loslösung von tradierten Werten in Inhalten und Methodik des Musikunterrichtes, um stattdessen alles auditiv Wahrnehmbare zum Unterrichtsgegenstand zu machen und in einem schülerzentrierten Unterricht Hörvermögen und Kritikfähigkeit zu fördern.
Sie wendete sich bewusst gegen die Methodik des Musikunterrichts musischer Prägung, der sich den irrationalen Wirkungen der Musik und einseitig ethischen Zielsetzungen verschrieben hatte. Die Autoren der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“ wollten diese „affirmative Erziehung zum Wertbewusstsein“ durch „freie Kommunikation“ ersetzen, da sie durch die hergebrachte Musikpädagogik das Fachliche aus dem Unterricht verdrängt sahen.
Inhaltsverzeichnis
- Historische Entstehungsbedingungen der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“
- Intentionen der „,Auditiven Wahrnehmungserziehung❝
- Die „Arbeitsgemeinschaft Curriculum Musik“
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert die Entstehung und die wichtigsten Elemente des musikdidaktischen Konzeptes der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“, das in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren im Rahmen der Reformbewegung entstand. Er beleuchtet die historischen und pädagogischen Hintergründe, die zur Entwicklung dieses Konzepts führten, und untersucht die Ziele und Inhalte des neuen Unterrichtsmodells. Dabei werden die zentralen Prinzipien und die innovative Herangehensweise der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“ im Vergleich zum traditionellen Musikunterricht erläutert.
- Historische Entstehung der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“ im Kontext der Reformbewegung der 1960er und 1970er Jahre
- Ziele und Inhalte des neuen Unterrichtsmodells im Vergleich zum traditionellen Musikunterricht
- Kritik an der traditionellen Musikerziehung und ihre Folgen für die Entwicklung des neuen Konzepts
- Die Bedeutung von Wahrnehmungsschulung und rational-reflektierendem Lernen
- Die Rolle der Neuen Musik im Konzept der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“
Zusammenfassung der Kapitel
Historische Entstehungsbedingungen der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“
Dieses Kapitel beleuchtet die geschichtlichen und pädagogischen Entwicklungen, die zur Entstehung der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“ führten. Der Text beschreibt die Krise des Musikunterrichts in den 1960er Jahren, die durch die Dominanz traditioneller Lehrmethoden, die geringe Wertschätzung für das Schulfach Musik und die Abspaltung von zeitgenössischen musikalischen Entwicklungen gekennzeichnet war. Er zeigt auf, wie die „Sequenzen“-Arbeitsgruppe um Ulrich Günther und Gottfried Küntzel in Reaktion auf diese Herausforderungen ein neues, wissenschaftlich fundiertes musikdidaktisches Konzept entwickelte, das sich von traditionellen Denk- und Handlungsmustern abgrenzte.
Intentionen der „,Auditiven Wahrnehmungserziehung❝
Dieses Kapitel erläutert die wichtigsten Ziele und Intentionen des neuen Unterrichtsmodells. Es werden die Kritikpunkte an den herkömmlichen Methoden des Musikunterrichts aufgezeigt und die Vision einer neuen, wissenschaftlich begründeten und auf alle Schüler ausgerichteten Musikerziehung dargelegt. Der Text analysiert die Erweiterung des Musikverständnisses, die Einbeziehung neuer musikalischer Phänomene und die Bedeutung von Wahrnehmungsschulung und rational-reflektierendem Lernen.
Die „Arbeitsgemeinschaft Curriculum Musik“
Dieses Kapitel beschreibt den Entstehungsprozess des „Sequenzen“-Projekts und das Team der beteiligten Autoren. Es zeigt die intensive und prozesshafte Arbeitsweise des Projektes auf, die durch stetige Zusammenarbeit, Kritik und Erprobung in der Praxis geprägt war. Der Text erläutert die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs und die Rolle von Praxisfeedback in der Entwicklung des Curriculums.
Schlüsselwörter
Die „Auditive Wahrnehmungserziehung“, Curriculum-Projekt „Sequenzen“, Ulrich Günther, Gottfried Küntzel, Musikdidaktik, Reformbewegung, traditionelle Musikerziehung, Neue Musik, Wahrnehmungsschulung, rational-reflektierendes Lernen, Kritikfähigkeit, interdisziplinärer Austausch, Praxisfeedback.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der „Auditiven Wahrnehmungserziehung“?
Ziel ist es, alles auditiv Wahrnehmbare zum Unterrichtsgegenstand zu machen und die Kritikfähigkeit sowie das Hörvermögen der Schüler durch rational-reflektierendes Lernen zu fördern.
Gegen welche Form des Musikunterrichts wandte sich dieses Konzept?
Es wandte sich gegen den traditionellen Musikunterricht „musischer Prägung“, der eher auf irrationalen Wirkungen und einseitig ethischen Werten basierte.
Wer waren die Hauptautoren dieses Konzepts?
Zentrale Figuren waren Ulrich Günther und Gottfried Küntzel im Rahmen der „Arbeitsgemeinschaft Curriculum Musik“.
Welche Rolle spielt die Neue Musik in diesem Lehrplan?
Neue Musik wird als wichtiges Element einbezogen, um das Musikverständnis zu erweitern und moderne klangliche Phänomene erfahrbar zu machen.
Was war das Curriculum-Projekt „Sequenzen“?
Es war ein Reformprojekt der späten 1960er Jahre, das einen wissenschaftlich fundierten und schülerzentrierten Musikunterricht etablieren wollte.
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- Kerstin Sieben-Kaiser (Author), 2005, Auditive Wahrnehmungserziehung. Konzeption und Entwicklungsstadien sowie Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184891