In dieser Hausarbeit wird die Rolle von Museen für das kulturelle Gedächtnis anhand von Simons rational choice-Theorie untersucht. Museen stellen einen vereinfachten Weg zu Wissen dar, da dieses Wissen bereits didaktisch aufbereitet ist und der Nutzer sich nicht erst in ein Thema einarbeiten muss. Dadurch erfüllen sie aber auch die Funktion eines kulturellen Gedächtnisses, welches sie durch die Art der Ausstellung oder die Entscheidung, was ausgestellt wird und was nicht, manipulieren können.
Verknüpft wird dieser Gedanke mit Simons rational choice-Theorie. Diese besagt, dass Institutionen ihren Angestellten ein Ziel der Institution vor Augen stellen, welches die Entscheidungen der Angestellten im Sinne der Organisation erleichtern soll. Das Ziel dient als Leitfaden. Wie entscheiden Museen nun, was und wie etwas ausgestellt wird? Wird die Rolle als potenzieller Manipulateur des kulturellen Gedächtnisses bei diesen Entscheidungen berücksichtigt?
Anhand von drei Hypothesen, welche zum Großteil abgelehnt werden können, wird diese Frage verfolgt. Gefragt wird, ob die Entscheidung gefällt wird zugunsten der höchsten Einnahmen, des größten Publikumsinteresses und der wenigsten Arbeit. Es wird angedeutet, dass das Publikumsinteresse von Bedeutung ist, jedoch auch für nur wenige Menschen interessante Themen in Ausstellungen münden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorstellung der Theorie der rationalen Alternativenwahl
- Vorstellung Institution Museum
- Forschungsfrage und Vorgehen
- Hypothese 1
- Hypothese 2
- Hypothese 3
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Herbert Simons Theorie der rationalen Alternativenwahl und der Institution Museum. Im Fokus steht dabei die Rolle des Museums als Ort der Macht über die kollektive Erinnerung und die Entscheidungsprozesse, die diese Macht beeinflussen.
- Anwendung der Theorie der rationalen Alternativenwahl auf den Kontext des Museums
- Analyse der Entscheidungsfindung bei der Auswahl von Museumsausstellungen
- Bedeutung von kollektivem Gedächtnis und der Einfluss von Museen darauf
- Bedeutung von Rahmenbedingungen und Zielvorgaben in Organisationen, speziell im Museumskontext
- Untersuchung der Kriterien, nach denen Museen Ausstellungen auswählen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Stellt die Thematik der Arbeit vor und erläutert die Verbindung zwischen Herbert Simons Theorie der rationalen Alternativenwahl und dem Museum als Institution, die die kollektive Erinnerung prägt. Die Arbeit untersucht die Entscheidungsprozesse im Museum und die Kriterien, nach denen Ausstellungen ausgewählt werden.
- Vorstellung der Theorie der rationalen Alternativenwahl: Beschreibt Simons Theorie der rationalen Alternativenwahl und erklärt, wie Organisationen die Entscheidungen ihrer Mitarbeiter beeinflussen können. Das Modell des "Administrative man" wird vorgestellt, der im Gegensatz zum Homo oeconomicus nicht über vollständige Informationen verfügt, aber dennoch nach befriedigenden Lösungen strebt.
- Vorstellung Institution Museum: Definiert das Museum als Institution mit fünf Kernaufgaben: Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln. Die Arbeit erläutert die Bedeutung des Museums als Lernort und die Rolle, die es bei der Bildung und Vermittlung von Wissen spielt. Es wird auch die potenzielle Verfälschung von Wissen durch die Auswahl und Darstellung von Informationen in Museumsausstellungen thematisiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen der rationalen Alternativenwahl, Museum, kollektive Erinnerung, Entscheidungsfindung, Ausstellungskonzeption, Rahmenbedingungen, Organisationskultur, Museumsforschung, Erinnerungsforschung, und den Autoren Herbert Simon, Jan Assmann, Tony Bennett und Martin Walz.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflussen Museen das kulturelle Gedächtnis?
Museen fungieren als Orte der Macht über die kollektive Erinnerung. Durch die Entscheidung, was ausgestellt wird und wie es didaktisch aufbereitet ist, können sie das Wissen und die Wahrnehmung der Gesellschaft manipulieren.
Was besagt Herbert Simons Theorie der rationalen Alternativenwahl?
Simons Theorie besagt, dass Menschen in Organisationen (wie Museen) Entscheidungen auf Basis vereinfachter Modelle treffen. Institutionen geben Ziele vor, die als Leitfaden dienen, um Mitarbeitern die Wahl zwischen Alternativen zu erleichtern.
Welche Kriterien nutzen Museen für die Auswahl von Ausstellungen?
Die Arbeit untersucht Hypothesen wie Einnahmemaximierung, Publikumsinteresse und Arbeitsaufwand. Es zeigt sich, dass das Publikumsinteresse wichtig ist, aber auch Nischenthemen ihren Platz finden.
Was sind die fünf Kernaufgaben eines Museums?
Ein Museum hat die Aufgaben: Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln.
Was ist der „Administrative man“ nach Herbert Simon?
Im Gegensatz zum „Homo oeconomicus“ verfügt der „Administrative man“ nicht über vollständige Informationen. Er sucht nicht nach der optimalen, sondern nach einer zufriedenstellenden (befriedigenden) Lösung innerhalb gegebener Rahmenbedingungen.
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- Anonym (Autor), 2019, Museen und Simons Theorie rationaler Wahl, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182267