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Die alchemistischen Studien des jungen Goethe und deren Einfluss auf die Szene "Nacht" des Faust I

Titel: Die alchemistischen Studien des jungen Goethe und deren Einfluss auf die Szene "Nacht" des Faust I

Bachelorarbeit , 2020 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nicole Marie Schindele (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich einer Analyse der Eingangsszene von Goethes "Faust - Der Tragödie erster Teil", mit besonderem Schwerpunkt auf der Erdgeistbeschwörung im Kontext des Schaffens des jungen Goethe. In seinen Jugendjahren beschäftigte er sich mit alchemistischen Studien, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Einfluss auf die gewählte Szene genommen haben, da es sich bei dieser um eine der ältesten Szenen des Textes handelt. Für die Interpretation der Szene "Nacht" sowie der darin enthaltenen Erdgeistbeschwörung wird insbesondere die Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation im Fokus stehen. Für die konkrete Analyse der Erdgeistbeschwörung soll jedoch auch ein eher selten verfolgter allegorischer Deutungsansatz erläutert werden, um eine weitere Position der aktuellen Faustforschung aufzuzeigen. Die gerade in der Szene "Nacht" deutlich zu erkennende alchemistische Motivik wird eine detaillierte Deutung erfahren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Goethe und die Alchemie

2.1 Alchemie im Zeitalter der Aufklärung

2.2 Goethes alchemistische Periode

3. Alchemistische Motivik und Symbolik in Faust I

3.1 Die Eingangsszene des Faust I

3.2 Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation

3.3 Goethes Weltverständnis und dessen Relevanz für Fausts Streben

3.4 Die Kette der Wesen

3.5 Erkenntnis durch Freitod

3.6 Der Erdgeist als allegorische Figur

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit analysiert den Einfluss der alchemistischen Studien des jungen Goethe auf die Entstehung der Szene ‚Nacht‘ in Faust I, insbesondere unter Berücksichtigung der Erdgeistbeschwörung und der Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation.

  • Alchemistische Einflüsse auf die Jugendjahre Goethes
  • Analyse der Erdgeistbeschwörung in der Szene ‚Nacht‘
  • Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation im Faust-Drama
  • Symbolik der ‚Kette der Wesen‘ und des Webstuhl-Motivs
  • Allegorische versus symbolische Deutung des Erdgeistes

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation

Kehren wir aber zurück zur Eingangsszene des Faust I und zur Figur selbst. Faust hat, wie aus den ihn umgebenden alchemistischen Apparaturen geschlossen werden kann, solche Studien bereits verfolgt, konnte jedoch mit deren Hilfe bislang nicht zu den erhofften Ergebnissen gelangen. Mit der Äußerung „beschränkt von diesem Bücherhauf“ (V. 402) verrät Faust noch deutlicher, dass er in all den Forschungen, die er zuvor betrieben hat, vielmehr an die Grenzen seiner eigenen Möglichkeiten gestoßen ist, statt sich, wie erhofft, über diese hinwegzuheben. Er verwirft die praktische Alchemie und das gelehrte Denken und fasst den Beschluss, sich der Magie zuzuwenden: „Drum hab‘ ich mich der Magie ergeben / Ob mir durch Geistes Kraft und Mund / Nicht manch Geheimniß würde kund“ (V. 377-379).

Er befolgt sogleich die soeben getroffene Entscheidung, den Weg der Magie zu betreten, und nimmt ein „geheimnisvolle[s] Buch“ (V. 419) zur Hand, in welchem er das Zeichen des Makrokosmos erblickt.

Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Theorie beinhaltete in ihrem Kern die Vorstellung einer Art Nebeneinander zweier sphärischer Gebilde, die miteinander konkordieren. Die kleine Welt, genannt Mikrokosmos, ist der Mensch selbst, der in der großen Welt, dem Makrokosmos, existiert. Während also beide Kosmen ein in sich geschlossenes Ganzes mit klaren Grenzen darstellen, so ist der Mikrokosmos dennoch ein Teil des Makrokosmos und damit eine totale Einheit innerhalb der absoluten Totalität. Beide Welten stehen in einer engen Beziehung zueinander, da all dies, was sich im Makrokosmos finden lässt, ebenso im Mikrokosmos enthalten ist, der selbst einen Bestandteil des Ganzen bildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung skizziert die Herausforderung der Faust-Interpretation und legt den Fokus auf die Bedeutung der alchemistischen Jugendstudien Goethes für die Erdgeistbeschwörung.

2. Goethe und die Alchemie: Dieses Kapitel definiert die Alchemie im Kontext der Aufklärung und beleuchtet Goethes persönliche Auseinandersetzung mit alchemistischen und hermetischen Traditionen.

3. Alchemistische Motivik und Symbolik in Faust I: Der Hauptteil untersucht die Anwendung spezifischer Motive wie der Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation, der ‚Kette der Wesen‘ und der Allegorik des Erdgeistes in Faust I.

4. Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert die prägende Rolle der Alchemie für Goethes Faust-Dichtung und schlägt weiterführende literaturwissenschaftliche Analysen vor.

Schlüsselwörter

Goethe, Faust I, Alchemie, Aufklärung, Erdgeist, Mikrokosmos, Makrokosmos, Hermetik, Magia Naturalis, Allegorie, Symbolik, Kette der Wesen, Sturm und Drang, Erkenntnisstreben, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Goethes alchemistischen Studien während seiner Jugendjahre auf die Konzeption und Symbolik der Szene ‚Nacht‘ im ersten Teil des Faust-Dramas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Alchemie im 18. Jahrhundert, die Mikrokosmos-Makrokosmos-Theorie, hermetische Traditionen sowie die literaturwissenschaftliche Analyse von Faust I.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie alchemistische Motivik die Gestaltung der Erdgeistbeschwörung beeinflusst hat und welche Rolle diese für Fausts Erkenntnisstreben spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse in Verbindung mit einer ideengeschichtlichen Einordnung der alchemistischen und philosophischen Kontexte des 18. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Eingangsszene, die Bedeutung der Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation, das Motiv der ‚Kette der Wesen‘ sowie die allegorische Interpretation des Erdgeistes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Goethe, Faust I, Alchemie, Mikrokosmos/Makrokosmos und die allegorische Deutung des Erdgeistes charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Magie von der Mystik bei Faust?

Laut der Arbeit zielt die Magie (insbesondere die magia naturalis) darauf ab, das Geisterreich dienstbar zu machen und auf der Erde rationalistisch zu wirken, während die Mystik das Ziel verfolgt, die eigene Seele in das Geisterreich zu erheben.

Welche Bedeutung hat das Webstuhl-Motiv in der Szene?

Das Webstuhl-Motiv dient als Metapher für das Wirken des Erdgeistes. Die Arbeit arbeitet heraus, dass dieses Bild durch seine mechanische Komponente eine Brücke zwischen symbolischer und allegorischer Deutung schlägt.

Warum scheitert Fausts Beschwörung des Erdgeistes?

Faust scheitert, weil er seine eigene Position als Ebenbild Gottes überschätzt und die Natur des Erdgeistes, der das Werden und Wirken repräsentiert, nicht durch ein bloßes Schauen oder theoretisches Wissen begreifen kann.

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Details

Titel
Die alchemistischen Studien des jungen Goethe und deren Einfluss auf die Szene "Nacht" des Faust I
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien)
Note
1,3
Autor
Nicole Marie Schindele (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
34
Katalognummer
V1181855
ISBN (PDF)
9783346603890
ISBN (Buch)
9783346603906
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faust Goethe Alchemie Mikrokosmos-Makrokosmos Kette der Wesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Marie Schindele (Autor:in), 2020, Die alchemistischen Studien des jungen Goethe und deren Einfluss auf die Szene "Nacht" des Faust I, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181855
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