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Die deutschen Bankiers im Nationalsozialismus

Kurt Freiherr von Schröder – repräsentatives Beispiel oder Einzelfall?

Titel: Die deutschen Bankiers im Nationalsozialismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Katharina Klinge (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verbrechen, die während des „Dritten Reichs“ von den Nationalsozialisten begangen worden, haben im Selbstbewusstsein der Deutschen tiefe Spuren hin-terlassen. Die Frage, warum das alles passieren konnte, beschäftigt die Feuille-tons, die Literatur und Geschichtswissenschaft bis heute immer wieder. Wie wurden „normale“ Menschen zu Tätern? Wer war „nur“ ein Mitläufer, wer ein überzeugter Nationalsozialist? Was trieb Menschen in den Widerstand und woher nahmen sie ihren Mut? Lassen sich für bestimmte Milieus bestimmte Verhal-tensmuster erkennen? Oder ist das individuelle Verhalten der Täter und Wider-standskämpfer nicht kategorisierbar? In der heutigen Geschichtswissenschaft überwiegt die Ansicht, dass ein „weitge-hendes Primat der Politik“1 das Verhältnis zwischen dem Nationalsozialismus und dem Unternehmertum beherrscht hat. Diese Annahme bedeutet nicht, dass den Unternehmern die Möglichkeit der Einflussnahme verwehrt geblieben sei. Viel-mehr gingen die entscheidenden Impulse von Seiten der Politik und nicht der Wirtschaft aus2. Doch kann man diese Annahme auf alle Bereiche der Wirtschaft verallgemeinern? Und rechtfertigt sie eine potentielle Unterstützung des Re-gimes? Vorliegende Arbeit wird sich diesen Fragen mit einem Fokus auf das Bankiersmi-lieu widmen. Da vor allem Personen „für den Gang der Zeiten entscheidend“ sind, versucht sich diese Arbeit bewusst mit Hilfe der biographischen Methode dem Nationalsozialismus zu nähern und Erklärungsansätze zu finden. An der Biographie des Kölner Privatbankiers Kurt Freiherr von Schröder soll beispielhaft ein Mitglied der Finanzwelt in der Zeit des Nationalsozialismus vorgestellt wer-den, der auf Seiten Hitlers stand. Er erlangte vor allem mit dem von ihm arran-gierten Treffen zwischen Hitler und von Papen in seinem Haus zu Berühmtheit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Bankiersmilieu und der Nationalsozialismus

3. Der Bankier Kurt Freiherr von Schröder – zur Person

3.1. Sozialisation und beruflicher Werdegang

3.2. Tätigkeiten und Handlungsspielräume während der NS-Zeit

3.3. Persönlichkeitsstruktur

4. Schröder: Ein milieutypischer Bankier?

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle deutscher Bankiers im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Biographie des Kölner Privatbankiers Kurt Freiherr von Schröder. Ziel ist es, anhand dieses Fallbeispiels zu klären, inwieweit das Verhalten von Schröder als repräsentativ für sein Milieu zu werten ist oder ob es sich um einen individuellen Einzelfall handelt, und die These vom „Primat der Politik“ auf das Bankwesen zu prüfen.

  • Analyse des Bankiersmilieus im „Dritten Reich“
  • Biographische Untersuchung von Kurt Freiherr von Schröder
  • Die Rolle der Banken bei „Arisierungen“ und NS-Wirtschaftspolitik
  • Opportunismus und persönliches Handeln in der Diktatur
  • Vergleich zwischen ideologischem Engagement und unternehmerischer Rolle

Auszug aus dem Buch

3.2 Tätigkeiten und Handlungsspielräume während der NS-Zeit

Trotz seiner Sympathie für den Nationalsozialismus war von Schröder zunächst, genauso wie die gesamte deutsche Großindustrie und Finanzwelt, noch überaus vorsichtig mit der Unterstützung Hitlers. Zu groß war die Furcht vor Repressalien gegen Deutschland seitens der internationalen Finanzwelt.

Dann lernte von Schröder jedoch den NS-Wirtschaftsberater Wilhelm Keppler kennen. Dieser holte ihn 1932 in sein Gremium aus Unternehmern und Wirtschaftsfachleuten, die Hitler in Wirtschaftsfragen beraten und ihn bei den Vorbereitungen der Machtübernahme unterstützen sollte. Dieser sogenannte „Keppler-Kreis“ richtete im November 1932 eine Petition an den Reichspräsidenten von Hindenburg, welche die Reichskanzlerschaft Hitlers forderte und die auch von Schröder unterzeichnete. Inhaltlich sollte der „Keppler-Kreis“ sich im Auftrag Hitlers vor allem der Frage widmen, wie man die Wirtschaftskrise überwinden und den hohen Grad der Arbeitslosigkeit beseitigen könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problemstellung ein und erläutert den biographischen Ansatz der Arbeit am Beispiel von Kurt Freiherr von Schröder.

2. Das Bankiersmilieu und der Nationalsozialismus: Dieses Kapitel beleuchtet den Kollaps des Bankensystems während der Weltwirtschaftskrise und die zunehmende Anpassung sowie Instrumentalisierung der Finanzinstitute durch das NS-Regime.

3. Der Bankier Kurt Freiherr von Schröder – zur Person: Dieser Hauptteil analysiert Herkunft, Werdegang, politische Aktivitäten und die Persönlichkeitsstruktur von Kurt Freiherr von Schröder.

3.1. Sozialisation und beruflicher Werdegang: Es wird der Weg Schröders vom konservativen Bürgertum in die NS-Wirtschaftselite nachgezeichnet.

3.2. Tätigkeiten und Handlungsspielräume während der NS-Zeit: Hier werden Schröders Aktivitäten wie die Organisation des Treffens zwischen Hitler und von Papen sowie seine Rolle in verschiedenen Wirtschaftsgremien und der SS detailliert dargelegt.

3.3. Persönlichkeitsstruktur: Die Analyse konzentriert sich auf die Motive Schröders, seine psychologische Einordnung als Opportunist und sein Verhalten nach dem Krieg.

4. Schröder: Ein milieutypischer Bankier?: Das Kapitel vergleicht Schröders Handeln mit dem der Mehrheit seiner Bankierskollegen, um den Grad seiner Repräsentativität zu bestimmen.

5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die These vom Primat der Politik und ordnet Schröders Verhalten historisch ein.

Schlüsselwörter

Kurt Freiherr von Schröder, Nationalsozialismus, Bankiersmilieu, Arisierung, Primat der Politik, Privatbankhaus J. H. Stein, Keppler-Kreis, Wirtschaftsgeschichte, Drittes Reich, Opportunismus, Finanzwelt, SS, Wirtschaftselite, Entnazifizierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und das Verhalten deutscher Bankiers während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter dem NS-Regime, die Rolle der Banken bei der „Arisierung“ und die biographische Analyse von Kurt Freiherr von Schröder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Kurt Freiherr von Schröder als typischer Vertreter seines Berufsstandes angesehen werden kann oder eine Ausnahmeerscheinung darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit verwendet primär die biographische Methode, um sich dem historischen Kontext zu nähern und individuelle Handlungsspielräume in der Diktatur zu erforschen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Biographie von Schröder, seiner Sozialisation, seinen politischen Netzwerken wie dem „Keppler-Kreis“ und seiner Rolle als Finanzier sowie Funktionär im NS-System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Kurt Freiherr von Schröder, Nationalsozialismus, Arisierung, Bankenpolitik und Opportunismus.

Warum wird Kurt Freiherr von Schröder als „Anbahner der Neuordnung“ bezeichnet?

Dies bezieht sich auf seine Rolle als Gastgeber des historischen Treffens zwischen Hitler und von Papen in seiner Kölner Villa im Januar 1933, welches die Machtübertragung an die Nationalsozialisten einleitete.

Wie lässt sich Schröders Handeln nach dem Krieg charakterisieren?

Schröder versuchte nach dem Krieg, seine Rolle durch Denunziation Dritter und Leugnung seiner SS-Tätigkeiten zu relativieren, um sich einer strafrechtlichen Verfolgung zu entziehen.

War Schröder im Vergleich zu seinen Kollegen milieutypisch?

Nein, während die meisten Bankiers sich aus Pragmatismus distanziert verhielten oder in den „Elfenbeinturm“ zurückzogen, zeichnete sich Schröder durch eine offensive Unterstützung und eine exponierte Rolle im NS-System aus.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die deutschen Bankiers im Nationalsozialismus
Untertitel
Kurt Freiherr von Schröder – repräsentatives Beispiel oder Einzelfall?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar "Lebenswege im Dritten Reich"
Note
2,0
Autor
Katharina Klinge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V118142
ISBN (eBook)
9783640202362
ISBN (Buch)
9783640207077
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bankiers Nationalsozialismus Hauptseminar Lebenswege Dritten Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Klinge (Autor:in), 2008, Die deutschen Bankiers im Nationalsozialismus , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118142
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Leseprobe aus  25  Seiten
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