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Carl Schmitt: Ein Konservativer in revolutionären Zeiten

Title: Carl Schmitt: Ein Konservativer in revolutionären Zeiten

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Steve Nowak (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Carl Schmitt: Ein Konservativer in revolutionären Zeiten - auf den ersten Blick handelt es sich wohl kaum um ein besonderes Phänomen. Aber dieser Staatsrechtler ist nicht umsonst zu einer der umstrittensten Figuren der Weimarer Zeit geworden. Welche Art Denker verbirgt sich also hinter diesem Namen? „In zahlreichen Publikationen setzte er sich kritisch mit der Friedensordnung von Versailles und dem Genfer Völkerbund sowie den ‚liberalistischen’ Bestandteilen der Weimarer Verfassung auseinander.“ Sein Name wird heute schnell mit der NSDAP in Verbindung gebracht – ja er sei sogar deren juristische Grundlage gewesen. Denn „obwohl S. vor 1933 eine Selbstaufgabe des Weimarer Präsidialsystems und eine Machtübergabe an Hitler verhindern wollte, stellte er sich sofort auf das neue Regime ein, trat am 1. 5. 1933 der NSDAP bei und wirkte in zahlreichen Ämtern und Schlüsselpositionen an der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Rechtswissenschaften und Justiz mit.“ Besonders seine nachträgliche Rechtfertigung der Röhm-Morde in seinem Aufsatz „Der Führer schützt das Recht“ wird ihm in diesem Zusammenhang angelastet. Eben jenem Aspekt seines Wirkens hat sich vor allem Andreas Koenen in „Der Fall Carl Schmitt. Sein Aufstieg zum „Kronjuristen des Dritten Reiches“ gewidmet. Aber auch für den Konservatismus war dieser Denker von bedeutendem Einfluss. Ohne ihn wäre der Konservatismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so nicht vorstellbar gewesen. Vor allem auf seine Bedeutung für die konservative Revolution wird im Folgenden noch genauer einzugehen sein. Die konservativen Elemente Carl Schmitts lassen sich in verschiedenen Schriften nachvollziehen. Besonders hilfreich scheint hier das von David Dyzenhaus herausgegebene Werk „Law As Politics – Carl Schmitt’s Critique of Liberalism”, wo Schmitts Unterscheidung von Liberalismus und Demokratie herausgearbeitet wird. Aber wie muss Carl Schmitt nun tatsächlich eingeordnet werden? Ist er den Nationalsozialisten oder den Konservativen zuzurechen? Was ist an ihm konservativ und inwiefern können diese Züge ihn mit den Nazis in Verbindung gebracht haben? Wie kann ein konservativer Denker am Umsturz einer bestehenden Ordnung mitwirken?

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Von Carl Schmitt als Konservativem in revolutionären Zeiten

2. Vom politischen Umfeld

2.1. Der Konservatismus der Weimarer Republik

2.2. Die politische Kultur der Weimarer Republik

3. Von der konservativen Kritik

3.1. Die Kritik des Liberalismus

3.2. Die Kritik der Weimarer Verfassung

4. Fazit – Vom Konservativen Revolutionär

5. Ausblick – Von Idee und Realität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Denken Carl Schmitts im Kontext der Weimarer Republik und analysiert dessen Einordnung als konservativer Denker in einer Zeit des revolutionären Umbruchs. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie Schmitts Ablehnung des Liberalismus und der Weimarer Verfassung zu seiner theoretischen Unterstützung für den totalitären Staat beitrug und inwiefern er als Repräsentant der „Konservativen Revolution“ gelten kann.

  • Politische Ideengeschichte der Weimarer Republik
  • Die Rolle des Konservatismus in der Krise der Moderne
  • Schmitts Kritik am Liberalismus und Parlamentarismus
  • Das Verhältnis von Konservatismus, Revolution und Totalitarismus
  • Die Instrumentalisierung des Ausnahmezustands und der Führerschaft

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Kritik der Weimarer Verfassung

Carl Schmitts Kampf gegen den Liberalismus zeigt sich explizit in seiner Kritik der Weimarer Verfassung. Er beklagt durchweg die verschiedenen parteipolitischen Einzelinteressen, die in ihre Formulierung eingeflossen wären und Widersprüche verursacht hätten. Schmitt deckt den Mischcharakter der Weimarer Verfassung auf, welcher auf die aufgespaltene politische Kultur der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg zurückzuführen ist. Dementsprechend analysiert er die politische Situation und gibt eine vermeintliche Lösung nach seinen Vorstellungen von Politik und Demokratie vor. Die Aufgabe, welcher er sich stellt, setzt also am Zustand des Deutschen Reiches an: „Wer heute auf wenigen Seiten de Statu Imperii Germanici sprechen und ein Gesamtbild geben will, muss ein widerspruchsvolles Gemenge von Systemen, Systemfragmenten und Tendenzen im Auge behalten.“ Zur Lösung kommt das parlamentarische System keinesfalls in Frage. Ist es doch gerade diese liberale Ordnung, die er als Unordnung und frei von Werten konstatiert. Wie bereits gezeigt, versteht er diese als schwach und ist davon überzeugt, dass sie der Vergangenheit angehöre. Daher hatte er schnell Max Webers Idee vom liberalen Parlamentarismus als Mittel zur Führerauslese verworfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Von Carl Schmitt als Konservativem in revolutionären Zeiten: Diese Einleitung führt in die umstrittene Figur Carl Schmitts ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach seiner Einordnung zwischen Konservatismus und Nationalsozialismus.

2. Vom politischen Umfeld: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Weimarer Republik, definiert den Begriff des Konservatismus in dieser Epoche und analysiert die fragmentierte politische Kultur.

3. Von der konservativen Kritik: Hier wird Schmitts metapolitische Ablehnung des liberalen Parlamentarismus und der Weimarer Verfassung als Grundlage für sein Streben nach einem starken, homogenen Staat herausgearbeitet.

4. Fazit – Vom Konservativen Revolutionär: Das Fazit resümiert Schmitts Rolle als Dialektiker der Konservativen Revolution und zeigt auf, wie sein Streben nach Ordnung und Stabilität paradoxerweise in die totalitäre Diktatur mündete.

5. Ausblick – Von Idee und Realität: Dieser Abschnitt ordnet das Scheitern von Schmitts Intentionen, das „Dritte Reich“ ideologisch zu lenken, ein und reflektiert seine historische Mitverantwortung.

Schlüsselwörter

Carl Schmitt, Konservatismus, Weimarer Republik, Liberalismus, Konservative Revolution, Totalitarismus, Parlamentarismus, Volksgemeinschaft, Ausnahmezustand, Souveränität, Dezisionismus, Politische Philosophie, Rechtswissenschaften, Drittes Reich, Machtübergabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Denken von Carl Schmitt während der Weimarer Republik und beleuchtet seine Rolle als konservativer Denker im Kontext revolutionärer Umbrüche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kritik am Liberalismus, die Instabilität des Weimarer Systems, den Einfluss der Konservativen Revolution sowie Schmitts Rechtsverständnis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Schmitts konservativem Denken und seinem Mitwirken am Untergang der Weimarer Republik zu erklären und sein Verhältnis zum Nationalsozialismus zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine ideengeschichtliche und politikwissenschaftliche Analyse, gestützt auf zentrale Primärquellen von Schmitt sowie einschlägige Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des politischen Umfelds, die detaillierte Kritik an den liberalen Institutionen und den Weimarer verfassungsrechtlichen Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Liberalismuskritik, politischer Dezisionismus, Konservative Revolution und Totalitarismus.

Inwiefern beeinflusste die "Konservative Revolution" Schmitts Denken?

Die Arbeit ordnet Schmitt als Dialektiker dieser Strömung ein, die das Ziel verfolgte, durch die Überwindung des Liberalismus einen neuen, "totalen" Staat zu schaffen.

Wie bewertet der Autor Schmitts "Rechtfertigung" der Röhm-Morde?

Das Dokument sieht darin einen Wendepunkt, der Schmitt von seinen konservativen Weggefährten distanzierte, aber gleichzeitig seine fatale Nähe zur NS-Führungsautorität demonstriert.

Warum konnte Schmitt nach Ansicht des Autors das NS-Regime nicht "führen"?

Der Autor argumentiert, dass Schmitts intellektueller Habitus und sein christlich geprägtes Europabild mit der rassenideologischen Praxis der Nazis unvereinbar waren, was ihn schließlich politisch isolierte.

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Details

Title
Carl Schmitt: Ein Konservativer in revolutionären Zeiten
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Die politische Philosophie des Konservatismus
Grade
1,3
Author
Steve Nowak (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V118088
ISBN (eBook)
9783640202225
Language
German
Tags
Carl Schmitt Konservativer Zeiten Philosophie Konservatismus Politische Theorie Weimar Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steve Nowak (Author), 2008, Carl Schmitt: Ein Konservativer in revolutionären Zeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118088
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