In der vorliegenden Stunde finden zwar Kämpfe im Stand statt, allerdings ohne das Ziel, den Partner zu Fall zu bringen. Dafür sind Vorkenntnisse bezüglich spezieller Falltechniken nötig, die die Schüler erst zu einem späteren Zeitpunkt (ca. Klasse 4) erlernen werden. Das „Kämp-fen“ soll nur angebahnt werden und nicht spezielle Techniken, wie sie für Judo oder Ringen nötig wären, erlernt werden.
Eine Differenzierung besteht in der Einteilung der Gruppen. Es werden etwa homogene Grup-pen gebildet, so dass in jeder Gruppe zwar durchaus Schülerinnen und Schüler beider Ge-schlechter zusammen sein können, sie jedoch in Hinsicht auf das Leistungsniveau, die koordi-nativen und konditionellen Fähigkeiten etwa ähnlich sind. Somit soll allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben sein, einen Partner innerhalb der gesamten Klasse zu finden, der etwa ihrem Leistungsstand, ihrem Können und ihrer Kraft entspricht.
Eine didaktische Reduktion und zugleich Differenzierung liegt im Umfang der zu bearbeitenden Aufgaben. Zu Beginn der Arbeitsphase erhalten alle Gruppen die gleichen Ausgangsaufgaben (siehe Verlaufsplanung). Erst wenn sie diese Aufgaben erarbeitet haben, bekommen sie eine weitere Aufgabenstellung ausgehändigt. Sie sollen eigenverantwortlich entscheiden, welche Aufgabe sie zuerst bearbeitet und in welchem Umfang. Im Hinblick auf das Ziel sollen zwar vielfältige Bewegungssituationen erprobt werden, um die Wahl des Partners zu überprüfen, doch soll dies ausführlich geschehen und nicht, um möglichst viele der Aufgaben zu lösen.
Auch die gewählte Sozialform ist eine didaktische Reduktion. Die Schülerinnen und Schüler können innerhalb ihrer Gruppe die Aufgabenstellungen in einem selbst gewählten Lerntempo und einer selbst gewählten Reihenfolge bearbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Anmerkungen zu den Lernvoraussetzungen und zum Lernstand
2. Sachanalyse
3. Didaktische Begründung
3.1 Didaktische Reduktion
4. Methodische Begründung
5. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Unterrichtsstunde besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler durch verschiedene Übungen einen etwa gleich starken Partner finden, um so eine optimale Voraussetzung für weiterführende Einheiten im Bereich Ringen und Raufen zu schaffen. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die pädagogische Gestaltung von Lernprozessen, die es Kindern ermöglichen, eigenständig die Passung ihres Leistungspotenzials zu ihrem Partner zu prüfen.
- Pädagogische Förderung der sozialen Kompetenz und des fairen Umgangs miteinander
- Körpererfahrung und spielerisches Kräftemessen
- Selbstständige Organisation von Lernphasen und kooperatives Arbeiten
- Bewusstmachung der Bedeutung gleich starker Partner für den Erfolg und den Spaß am Kampf
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Der Begriff Kampf (von lat. campus, „Feld“, auch im Sinne von Schlachtfeld) bezeichnet eine Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Parteien, die jeweils einen eigenen Vorteil und/oder einen Nachteil für ihr Gegenüber erreichen möchten.
Um sich über die Einordnung des Themas bewusst zu werden, ist es nötig eine Unterscheidung zu treffen. Zum einen gibt es bei den Zweikampfsportarten die Distanzkampfsportarten, „bei denen sich beide Kämpfer im wesentlichen nicht berühren“ (Happ 1998, S. 14) (z.B. Boxen, Karate, Kung-Fu). In diesen Disziplinen wird Kontakt gemieden und als nicht gewollt angesehen. Es wird gegeneinander gekämpft und versucht, den anderen bewusst zu treffen. Zum anderen gibt es die Kontaktkampfsportarten (z.B. Judo, Ringen), denen auch das Erfahrungs- und Bewegungsfeld „Ringen und Raufen“ zugeordnet wird. Hier geht es von Anfang an um den ständigen Kontakt zum Partner, da dieser „die Voraussetzung für das gemeinsame Kämpfen“ (Happ 1998, S. 14) ist. Trotz des Kampfcharakters entsteht wegen des engen körperlichen Kontaktes eine Partnerschaftlichkeit, die sich im fairen und respektvollen Umgang miteinander und dem Aufeinander einlassen zeigt. Dazu gehört auch, nur innerhalb der erlaubten Bewegungsabläufe zu handeln und das eingeschränkte Bewegungsrepertoire zu akzeptieren, selbst wenn dies die eigene Unterlegenheit zur Folge hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anmerkungen zu den Lernvoraussetzungen und zum Lernstand: Dieses Kapitel analysiert die Zusammensetzung der Klasse, das Sozialverhalten sowie die individuellen Vorkenntnisse der Schüler im Bereich des Ringen und Raufens.
2. Sachanalyse: Hier wird der Begriff des Kampfes im sportpädagogischen Kontext definiert und eine Abgrenzung zwischen Distanz- und Kontaktkampfsportarten vorgenommen.
3. Didaktische Begründung: Dieses Kapitel erläutert die Einordnung der Stunde in das niedersächsische Kerncurriculum und begründet den Fokus auf Bewegungskönnen und Sozialkompetenz.
3.1 Didaktische Reduktion: Hier wird dargelegt, warum auf komplexe Falltechniken verzichtet wird und wie die Differenzierung der Gruppen erfolgt.
4. Methodische Begründung: Dieses Kapitel beschreibt den geplanten Stundenverlauf, die gewählten Sozialformen und die motivierende Funktion des Unterrichtseinstiegs.
5. Geplanter Unterrichtsverlauf: Diese Übersicht gliedert die Stunde in konkrete Phasen, inklusive der zeitlichen Planung, des Unterrichtsgeschehens und der eingesetzten Medien.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Ringen und Raufen, Kräfte messen, Grundschule, Sozialkompetenz, Gruppenarbeit, Körpererfahrung, Bewegungsaufgaben, Partnerfindung, Sportpädagogik, Kooperation, Zweikampf, Regelerziehung, Unterrichtsentwurf, Schulsport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Unterrichtsentwurf für ein Sportstunde in der zweiten Klasse dar, die sich dem Themenbereich Ringen und Raufen widmet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Körpererfahrung, der Stärkung sozialer Kompetenzen und der Befähigung der Schüler, spielerisch eigene Kräfte einzuschätzen.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist, dass jedes Kind einen etwa gleich starken Partner findet, um in nachfolgenden Unterrichtseinheiten faire und motivierende Zweikämpfe führen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Unterrichtsentwurf auf Basis fachdidaktischer Analysen und der Vorgaben des niedersächsischen Kerncurriculums für den Schulsport.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lernvoraussetzungen der Lerngruppe, bietet eine sachliche Einordnung des Kampfbegriffs und begründet die didaktisch-methodische Planung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Ringen und Raufen, Partnerfindung, soziale Kompetenz, Gruppenarbeit und Sportunterricht in der Grundschule.
Warum ist die Wahl eines gleich starken Partners so wichtig für die Kinder?
Ein gleich starker Partner verhindert, dass Kinder durch Unterlegenheit den Spaß verlieren oder durch Überlegenheit den Respekt vor dem anderen einbüßen, was beides die Motivation mindern würde.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit in diesem Entwurf?
Die Gruppenarbeit dient dazu, selbstständiges Organisieren zu üben und den Schülern eigenverantwortliche Entscheidungen bei der Wahl ihrer Übungen und ihres Arbeitstempos zu ermöglichen.
Was passiert in der Reflexionsphase der Stunde?
Die Schüler reflektieren, ob sie einen geeigneten Partner gefunden haben und ob dieser Partner in verschiedenen Spielsituationen gleichermaßen gut passte.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Engelke (Autor:in), 2008, Unterrichtsstunde: Ringen und Raufen im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118073