Ich habe mich für Amnesty International als die NGO entscheiden, welche ich im Rahmen meines besuchten Seminars zum Thema „Entwicklungspolitik“ untersuchen möchte. Mein Motiv hierfür war mein Eindruck, den ich aus den Medien über die Organisation gewonnen hatte, Amnesty International ist eine weltumspannende Organisation deren Wort in der Öffentlichkeit Beachtung findet und geschätzt wird.
Um die Zielsetzungen für diese Arbeit (Charakterisierung der NGO mit Hintergrund, Darstellung der NGO in formaler Hinsicht, gründliche Auswertung des Experteninterviews, Einordnung in das NGO Thema Entwicklungspolitik) erfüllen zu können, möchte ich wie folgt vorgehen:
Leitlinie für die Arbeit wird der im Seminar erarbeitete Fragenkatalog für das Interview, dabei fasse ich die einzelnen Punkte zusammen und bringe sie in eine Reihenfolge, die mir am sinnvollsten erscheint. Anfangs stelle ich meinen Gesprächspartner vor, um den Leser einen Eindruck zu geben, von welcher Quelle die Hälfte der Informationen für diese Arbeit stammen. Anschließend erörtere ich die Entstehungsgeschichte von Amnesty und stelle die formale Struktur der Organisation mit dem Fokus auf Deutschland dar. Die nächsten Punkte ,mit denen ich mich beschäftige, sollen die Ziele und die Arbeitsweise der Organisation sein, welche ich anhand von Beispielen verdeutliche, dem folgt der Punkt Finanzierung. Bis zu diesem Punkt sollte der zentrale Charakter der Organisation dem Leser klar geworden sein.
Die anschließenden Teile der Arbeit beinhalten die Unterpunkte Außenkontakte, Probleme, und Veränderungen bei Amnesty seit der Gründung. Ich schließe die Arbeit ab mit einer Einschätzung meines Gesprächspartners zur Zukunft von Amnesty International und der Einordnung der Organisation in das NGO Feld Entwicklungspolitik.
In meinem Fazit werde ich die zentralen Erkenntnisse, welche über Amnesty International gewonnen wurden, zusammenfassend darstellen. Grundsätzlich soll diese Arbeit einen umfangreichen und detaillierten Überblick über die Organisation „Amnesty International“ selbst und ihre Arbeitsweise geben, und zwar vor dem Hintergrund eines möglichen Wandels den Amnesty seit seiner Gründung vollzogen haben könnte.
Struktur der Arbeit
1. Einleitung
2. Der Gesprächspartner von Amnesty International
3. Die Entstehung von Amnesty International
4. Die formale Struktur
4.1 Amnesty International Organigramm
4.2 Expandiert oder schrumpft die Mitgliederzahl?
4.3 Interne Willensbildung bei Amnesty International
5. Die Ziele von Amnesty International
6. Die Arbeitsweise von Amnesty International
6.1 Beispiele für die Ortsgruppenarbeit auf lokaler Ebene
6.2 Beispiel für die Arbeit auf nationaler Ebene
6.3 Beispiel für die Arbeit auf internationaler Ebene
6.4 Grundsätzliches über die Arbeit von Amnesty
6.5 Gibt es eine bestimmte Region auf die Amnesty den Fokus gerichtet hat?
7. Finanzierung
8. Außenkontakte
8.1 Kontakt zur Zielgruppe vor Ort
9. Probleme von Amnesty International
10. Was hat sich bei Amnesty International seit der Gründung verändert?
11. Frage an Rolf Opalka: Wie sehen sie die Zukunft von Amnesty International?
12. Skalen
13. Einordnung von Amnesty International in das Thema Entwicklungspolitik anhand ausgewählter Kriterien
14. Fazit
15. Selbstreflektion zum Interviewverlauf
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Nichtregierungsorganisation Amnesty International im entwicklungspolitischen Kontext zu charakterisieren, ihre formalen Strukturen darzustellen, ein Experteninterview auszuwerten und die Organisation anhand spezifischer Kriterien in das Feld der Entwicklungspolitik einzuordnen.
- Historische Entwicklung und formale Struktur von Amnesty International
- Methodik der Arbeit: Aufdecken, Aufklären, Handeln und Verändern
- Analyse der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Organisationsstruktur
- Finanzierungsmodelle und Mittelverwendung
- Einordnung in entwicklungspolitische NGO-Klassifizierungen
Auszug aus dem Buch
Die Arbeitsweise von Amnesty International
Amnesty International arbeitet nach einem 4 Punkte Konzept:
1) Aufdecken
Um erfolgreich arbeiten zu können, benötigt Amnesty zunächst Informationen über begangene Menschenrechtsverletzungen. Diese Informationen können von jedermann an die Organisation herangetragen werden, meist handelt es sich um Berichte von Familienangehörigen, Nachbarn, Arbeitskollegen oder auch Touristen, hierunter insbesondere Amnesty Mitglieder. Diese Berichte werden von hauptamtlichen Länder researchern, welche dem internationalen Sekretariat unterstehen, überprüft. Hierzu reisen die Researcher, nach vorheriger Unterrichtung der jeweiligen Regierungen in die betroffenen Gebiete. In den wenigsten Ländern hat Amnesty ein Einreiseverbot. Die Researcher überprüfen die Berichte kritisch anhand von Zeugenaussagen, Gerichtsmaterial, medizinischen Attesten u.s.w. . Zusätzlich werden Informationen über Medien, Journalisten, andere NGO’s und Rechtsanwälte eingeholt. Wird dem Researcher die Einreise, wie im Falle Chinas, verweigert, finden keine undercover Untersuchungen statt, es wird auf Zeugenaussagen von Flüchtlingen, sowie andere Materialien ausgewichen. Erweisen sich die Informationen als wahrheitsgemäß und liegen Menschenrechtsverletzungen vor, fließen diese in den Bericht des Researchers zu dem jeweiligen Land ein und sind somit aufgedeckt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Motivation für die Wahl von Amnesty International als Forschungsobjekt und Erläuterung des methodischen Vorgehens für die Arbeit.
Der Gesprächspartner von Amnesty International: Porträt von Robert Opalka, Bezirkssprecher des Bezirks Ruhr-Mitte, und Einblick in seine Motivation sowie seinen Arbeitsalltag bei Amnesty.
Die Entstehung von Amnesty International: Historischer Abriss zur Gründung durch Peter Benenson in den 1960er Jahren und die Etablierung der deutschen Sektion.
Die formale Struktur: Detaillierte Darstellung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Organisationshierarchie sowie der basisdemokratischen Willensbildung.
Die Ziele von Amnesty International: Erläuterung der Zielentwicklung von der reinen Gefangenenhilfe hin zu einer allumfassenden Menschenrechtsorganisation.
Die Arbeitsweise von Amnesty International: Erläuterung des 4-Punkte-Konzepts (Aufdecken, Aufklären, Handeln, Verändern) anhand von Praxisbeispielen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.
Finanzierung: Analyse der Einnahmen und Ausgaben von Amnesty International Deutschland mit Fokus auf die Unabhängigkeit von staatlichen Zuschüssen.
Außenkontakte: Darstellung der Strategien zur Spenderakquise und der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen sowie der Zielgruppenarbeit.
Probleme von Amnesty International: Diskussion interner Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel der Mitgliedschaft und der Frustration bei schwer messbaren Erfolgen.
Was hat sich bei Amnesty International seit der Gründung verändert?: Analyse der inhaltlichen und technischen Wandlungsprozesse, insbesondere durch die Rolle des Internets.
Frage an Rolf Opalka: Wie sehen sie die Zukunft von Amnesty International?: Einschätzung des Experten zu zukünftigen menschenrechtlichen Herausforderungen und der Vision einer Welt ohne Menschenrechtsverletzungen.
Skalen: Qualitative und quantitative Einschätzung des Erfolgs von Amnesty International durch den Interviewpartner.
Einordnung von Amnesty International in das Thema Entwicklungspolitik anhand ausgewählter Kriterien: Systematische Einordnung der NGO nach Größe, Wirkungsspektrum, Typ, Funktion, Ansatz und Basisbezug.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Rolle von Amnesty International als renommierte weltumspannende Mitgliederorganisation.
Selbstreflektion zum Interviewverlauf: Kritische Auseinandersetzung des Autors mit dem Ablauf und der Qualität des Experteninterviews.
Schlüsselwörter
Amnesty International, Menschenrechte, NGO, Entwicklungspolitik, Ortsgruppe, Mitgliederorganisation, Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Urgent Action, Spenden, Struktur, Ehrenamt, Hauptamt, Menschenrechtsverletzungen, Forschungsarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Charakterisierung der NGO Amnesty International im entwicklungspolitischen Kontext, basierend auf einem Experteninterview und einer Analyse der Organisationsstruktur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Organisation?
Zentrale Themen sind der Schutz von Menschenrechten, die Bekämpfung von Folter und Todesstrafe, faire Gerichtsverfahren sowie die Förderung von Menschenrechten in bewaffneten Konflikten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein detailliertes Bild der Organisation Amnesty International zu zeichnen, ihre Arbeitsweise zu erläutern und ihre Rolle in der internationalen Entwicklungspolitik kritisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datengewinnung genutzt?
Der Autor führt ein Experteninterview mit einem Bezirkssprecher durch und stützt sich zudem auf interne Dokumente, Berichte und Literatur zur Entwicklungspolitik.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte, die formale Organisationsstruktur, die Arbeitsweise, Finanzierung, Außenkontakte, Probleme sowie den Wandel der Organisation seit ihrer Gründung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Menschenrechte, Basisdemokratie, NGO, Lobbyarbeit, Mitgliederorganisation und Expertenanalyse charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Amnesty International von klassischen Hilfsorganisationen?
Im Gegensatz zu Hilfsorganisationen leistet Amnesty keine direkte materielle Hilfe mit Gütern, sondern wirkt durch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, um politisch Einfluss zu nehmen.
Welche Herausforderungen nennt der Interviewpartner bezüglich der Zukunft von Amnesty?
Der Interviewpartner befürchtet eine europaweite Einschränkung des Asylrechts, eine zunehmende Akzeptanz von Folter im Rahmen des Kampfs gegen den Terror und eine wachsende gesellschaftliche Gleichgültigkeit.
- Quote paper
- Florian Hoffmann (Author), 2008, Amnesty International, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117904