In der nun folgenden Hausarbeit, die ein Bestandteil des Seminars „Neue Richtung“ des Master Studiums Erwachsenenpädagogik/LLL ist, möchte ich mich mit dem pädagogischen Schaffen von Adolf Reichwein beschäftigen. Da Reichwein eine Vielzahl von pädagogischen Aktivitäten unternommen hat, werde ich mich in dieser Arbeit auf drei Schwerpunkte beziehen. Dabei soll es um ein Lebensbild von Adolf Reichwein gehen, um sein Wirken an der Volkshochschule Jena und um eine seiner vielen Reisen, den „Hungermarsch durch Lappland“.
In dem ersten Abschnitt dieser Hausarbeit geht es um die Kindheit, das Elternhaus und die Sozialisation von Reichwein. Des Weiteren soll Reichweins Studienzeit in Frankfurt am Main und Marburg, seine Reisen und sein letzter großer Lebensabschnitt von 1928 bis 1944 beleuchtet werden. Der zweite große Abschnitt soll sich mit dem Bildungsverständnis Reichweins beschäftigen. Dabei ist auch ein fächerübergreifender Zusammenhang der Erwachsenenpädagogik zu erkennen, hier zu der Vorlesung von Prof. Dr. Benner – Einführung in die Pädagogik. Weiterhin soll es in diesem Abschnitt um Reichweins Zeit an der Volkshochschule Jena gehen. In dem letzten Kapitel möchte ich eine Reise von Adolf Reichwein näher beschreiben und schildern. Die Reise mit seinen Schülern aus der VHS Jena gehört zu einer der bekanntesten Reisen Reichweins. Zum Schluss soll ein kurzes Fazit über die Arbeit des Protagonisten Reichweins gezogen werden. Als Junge vom Lande, aus einer Lehrerfamilie stammend, gibt es viele spannende Punkte in seinem Leben, die es wert sind, beschrieben zu werden. Dazu tragen nicht zuletzt sein fächerübergreifendes Studium und deren nachfolgende Arbeit bei. Leider kann in dieser Arbeit auf seine ehrenamtliche Tätigkeit bei den Wandervögeln oder seine tiefen Schicksalsschläge in seinem privaten Leben nur kurz eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1 ADOLF REICHWEINS SOZIALISATION UND LEBENSGESCHICHTE
1.1 Elternhaus und Schulzeit
1.2 Studium in Frankfurt am Main und Marburg
1.3 Adolf Reichweins Reisen
1.4 Adolf Reichwein von 1928 bis 1944
2 ADOLF REICHWEINS BILDUNGSVERSTÄNDNIS IN VERBINDUNG MIT DER VOLKSHOCHSCHULE IN JENA
2.1 Adolf Reichweins Bildungsverständnis
2.2 Adolf Reichweins Zeit an der Volkshochschule Jena
3 DER HUNGERMARSCH DURCH LAPPLAND
3.1 Die Vorbereitung der Reise nach Skandinavien
3.2 „Der Marsch“
3.3 Adolf Reichweins pädagogische Zielsetzungen
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das pädagogische Wirken von Adolf Reichwein anhand seines Lebensweges, seiner Tätigkeit an der Volkshochschule Jena und seiner prägenden Reiseerfahrungen, insbesondere des „Hungermarsches durch Lappland“, zu untersuchen und ein ganzheitliches Bild seiner pädagogischen Philosophie zu zeichnen.
- Biografische Stationen und Sozialisation von Adolf Reichwein
- Die Entwicklung und Umsetzung seines Bildungsverständnisses in der Erwachsenenbildung
- Struktur und pädagogische Bedeutung der Volkshochschularbeit in Jena
- Der „Hungermarsch durch Lappland“ als pädagogisches Instrument zur Persönlichkeitsbildung
- Widerstand gegen das NS-Regime und die Mitwirkung im Kreisauer Kreis
Auszug aus dem Buch
„Der Marsch“
Sie starten ihre Reise auf der Kolahalbinsel und sind begeistert von dem geheimnisvollen, vor ihnen liegenden Land. „Und was für ein Land! Ganz nach unserem Herzen, ohne Weg und Steg, ohne Spuren und Wegweiser, viele herrliche Tagesmärsche in die Kreuz und Quere und die Hoffnung dazu, keinen Menschen zu treffen.“ (Reichwein, o. J., S. 6) Mit viel Elan hat die dreizehnköpfige Gruppe die Reise angetreten und ist fasziniert von der Weite und der Schönheit des Landes. Adolf Reichwein beschreibt in einem Brief, den er am 06. August 1928 in Finnland an seinen Freund Albert Krebs verfasst, die Lage wie folgt: „Acht Tage nur Wasser und Sumpf und Regen und Kälte, Flussdurchquerungen bis zur Brust, Sümpfe bis zum Oberschenkel, Anspannung der Gruppe bis zur letzten Muskel- und Nervenfaser. Die letzten Tage nur Birkenlaub mit folgendem Erbrechen. Und endlich, als vier Mann am Zusammenbrechen waren und ich alle noch gegen ihren Willen durch einen letzten Sumpf gepeitscht hatte, in der Ferne ein Bauernhaus. Wir waren gerettet. Später habe ich die Schar wieder restauriert, es gibt viel davon zu erzählen. Neue und ungeahnte Erfahrungen, praktische Psychologie en masse.“ (Koppmann, 1998, S. 161) Weiterhin berichtet Reichwein von einer Rettungsaktion, wo zwei seiner Schüler ihm das Leben retten. Bei einer Durchquerung eines Moores versackt Reichwein ohne sich selbst helfen zu können und wird aus dieser prekären Situation von zwei seiner Schüler gerettet. Aus dieser Situation zeigt sich ein weiteres Mal der Zusammenhalt der Gruppe und das klare Ziel vor Augen. Reichwein schreibt, „und in dieser Stunde wurde mir klar, daß wir gewinnen würden.“ (Reichwein, o. J., 21-22)
Zusammenfassung der Kapitel
1 ADOLF REICHWEINS SOZIALISATION UND LEBENSGESCHICHTE: Dieses Kapitel zeichnet die biografischen Stationen Reichweins von seiner Kindheit und Wandervogel-Zeit bis zu seiner Inhaftierung und Hinrichtung durch das NS-Regime nach.
2 ADOLF REICHWEINS BILDUNGSVERSTÄNDNIS IN VERBINDUNG MIT DER VOLKSHOCHSCHULE IN JENA: Der Autor erläutert hier Reichweins ganzheitliches Bildungskonzept und seine praktische Arbeit beim Aufbau und der Leitung der Volkshochschule Jena.
3 DER HUNGERMARSCH DURCH LAPPLAND: Dieser Abschnitt thematisiert die Vorbereitung, den Verlauf und die pädagogischen Hintergründe der legendären Skandinavien-Expedition mit Schülern aus dem Beuthenberg-Heim.
4 FAZIT: Das Kapitel reflektiert das bleibende Erbe Reichweins als Pädagoge und Widerstandskämpfer sowie die Relevanz seines interdisziplinären Denkens.
Schlüsselwörter
Adolf Reichwein, Erwachsenenbildung, Volkshochschule Jena, Reformpädagogik, Wandervögel, Lappland, Hungermarsch, Ganzheitlichkeit, Persönlichkeitsbildung, Kreisauer Kreis, Widerstand, Sozialisation, Pädagogik, Bildungsverständnis, Lebensbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich dem Leben und dem pädagogischen Wirken von Adolf Reichwein, wobei der Fokus auf seiner Biographie, seiner Arbeit in der Erwachsenenbildung und seiner besonderen pädagogischen Praxis der Gruppenreisen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Reformpädagogik, die Erwachsenenbildung im thüringischen Raum, das Wirken an der Volkshochschule Jena sowie der aktive Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein Lebensbild von Adolf Reichwein zu entwerfen und seine pädagogischen Zielsetzungen, die eine Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Bildung vorsahen, zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse, indem er biografische Werke, Briefe und Dokumente (insbesondere zu den Reisen) auswertet, um die pädagogischen Ansätze Reichweins zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sozialisation Reichweins, die Analyse seines Bildungsverständnisses in Verbindung mit seiner Arbeit in Jena sowie die detaillierte Beschreibung des Hungermarsches durch Lappland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Adolf Reichwein, Reformpädagogik, Volkshochschule, Erwachsenenbildung, Lappland, Widerstand und Kreisauer Kreis.
Welchen Stellenwert hatte der „Hungermarsch“ für die pädagogische Zielsetzung?
Der Marsch diente als „letzte Bewährung“ und sollte durch das Verlassen der gewohnten Umgebung Gemeinschaft, Verantwortungsbewusstsein und persönliche Stärke fördern.
Wie beeinflusste Reichweins Zeit in der Wandervogel-Bewegung sein späteres Handeln?
Die Zeit bei den Wandervögeln prägte seine Abneigung gegen Luxus, seine Liebe zur Natur und seinen ganzheitlichen Ansatz, der das Lernen mit körperlicher Anstrengung und Gemeinschaftserlebnissen verband.
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- Daniel Werner (Author), 2008, Adolf Reichwein - Ein Lebensbild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117867