Beim Studieren der Heeresorganisationen zur Zeit des Endes des „Dreißigjährigen Krieges“ wird deutlich, dass sich ein großer Wandel vollzogen hat. Dieser Wandel hat in allen Bereichen der Truppen angesetzt: vom Organisatorischen bis hin zur inneren Struktur. Die so veränderten Truppen wurden dann auch nicht mehr als Söldnerheere bezeichnet, sondern fanden mit der Terminologie der „Stehenden Heere“ Eingang in die Literatur. Wie sich nun der Umbruch in den Truppen vollzogen hat, in welchen Etappen und in welcher Zeit, ist die Frage, die sich diese Arbeit im Grundsätzlichen gestellt hat. Dabei kann man zwischen zwei gegensätzlichen Positionen unterscheiden: Die eine Position geht davon aus, dass das stehende Heer ein stehengebliebenes Heer ist, das in seinem Kern aus den Söldnerheeren des Dreißigjährigen Krieges gebildet wurde. Die andere Position geht eher davon aus, dass es einen nahezu vollständigen Bruch in der Armeeorganisation gegeben hat, u.a. bedingt durch einen Generationswechsel in der militärischen Elite, und dass die stehenden Heere des Absolutismus klar abzugrenzen sind von den ehemaligen Söldnertruppen. Es sollen nun beide Positionen vorgestellt werden, und anschließend, in einer abschließenden Betrachtung soll versucht werden, zu einem Urteil zu kommen. Begonnen wird mit der ersten Position der stehengebliebenen Heere.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. 1. These: Das Heer ist „stehengeblieben“
3. 2. These: Das stehende Heer hat sich neu entwickelt
4. Abschließende Betrachtung
5. Tabellen
6. Quellen und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel der Heeresorganisation am Ende des Dreißigjährigen Krieges und analysiert dabei zwei gegensätzliche wissenschaftliche Positionen: die These der Kontinuität (das Heer als „stehengebliebenes“ Produkt des Krieges) gegenüber der These eines organisatorischen Bruchs hin zu einer Neuentwicklung des absolutistischen stehenden Heeres.
- Wandel der Heeresstrukturen im 17. Jahrhundert
- Charakteristika der Söldnerheere des Dreißigjährigen Krieges
- Die Entstehung stehender Heere im Absolutismus
- Militärische Reorganisation und Professionalisierung
- Verhältnis von Finanzierung und Heerespräsenz
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Beim Studieren der Heeresorganisationen zur Zeit des Endes des „Dreißigjährigen Krieges“ wird deutlich, dass sich ein großer Wandel vollzogen hat. Dieser Wandel hat in allen Bereichen der Truppen angesetzt: vom Organisatorischen bis hin zur inneren Struktur. Die so veränderten Truppen wurden dann auch nicht mehr als Söldnerheere bezeichnet, sondern fanden mit der Terminologie der „Stehenden Heere“ Eingang in die Literatur.
Wie sich nun der Umbruch in den Truppen vollzogen hat, in welchen Etappen und in welcher Zeit, ist die Frage, die sich diese Arbeit im Grundsätzlichen gestellt hat. Dabei kann man zwischen zwei gegensätzlichen Positionen unterscheiden: Die eine Position geht davon aus, dass das stehende Heer ein stehengebliebenes Heer ist, das in seinem Kern aus den Söldnerheeren des Dreißigjährigen Krieges gebildet wurde.
Die andere Position geht eher davon aus, dass es einen nahezu vollständigen Bruch in der Armeeorganisation gegeben hat, u.a. bedingt durch einen Generationswechsel in der militärischen Elite, und dass die stehenden Heere des Absolutismus klar abzugrenzen sind von den ehemaligen Söldnertruppen. Es sollen nun beide Positionen vorgestellt werden, und anschließend, in einer abschließenden Betrachtung soll versucht werden, zu einem Urteil zu kommen. Begonnen wird mit der ersten Position der stehengebliebenen Heere.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in den historischen Kontext des Wandels von Söldnerheeren hin zu stehenden Heeren ein und stellt die beiden gegensätzlichen Forschungsthesen gegenüber.
2. 1. These: Das Heer ist „stehengeblieben“: Dieses Kapitel erläutert die Theorie, dass das stehende Heer organisch aus den Söldnerstrukturen des Dreißigjährigen Krieges hervorging und militärische Grundorganisationen beibehalten wurden.
3. 2. These: Das stehende Heer hat sich neu entwickelt: Hier wird die Gegenthese diskutiert, welche einen bewussten Bruch mit alten Organisationsformen und eine bewusste administrative Neuausrichtung durch den Landesherrn betont.
4. Abschließende Betrachtung: Der Autor führt beide Positionen zusammen und plädiert für eine Synthese, die sowohl organisatorische Kontinuitäten als auch die neu geschaffenen administrativen Voraussetzungen des Absolutismus berücksichtigt.
5. Tabellen: Dieser Abschnitt liefert statistische Daten zur Entwicklung der Truppenstärke des brandenburgischen Heeres zwischen 1640 und 1650.
6. Quellen und Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten historischen Quellen und die militärgeschichtliche Fachliteratur zur belegten Argumentation aufgeführt.
Schlüsselwörter
Stehendes Heer, Dreißigjähriger Krieg, Söldnerheere, Militärgeschichte, Absolutismus, Heeresorganisation, Brandenburg, Preußen, Truppenstärke, Drill, Entmachtung, Landesherrschaft, Demobilisierung, Reorganisation, Kriegsfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Transformation der Heeresorganisationen am Ende des Dreißigjährigen Krieges und der Entstehung des stehenden Heeres.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Unterschiede zwischen Söldnerwesen und den disziplinierten, zentralisierten Armeen des Absolutismus sowie die Frage nach der personellen und strukturellen Kontinuität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Gegenüberstellung zweier wissenschaftlicher Thesen: Ist das stehende Heer eine Fortführung der Kriegstruppen oder ein völlig neues, absolutistisches Konstrukt?
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, bei der Forschungsmeinungen (Thesen) mit zeitgenössischen Belegen und tabellarischen Daten zum brandenburgischen Heer kontrastiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kontinuitätsthese, die Argumentation für einen bewussten organisatorischen Bruch sowie eine abschließende Synthese der beiden Ansätze.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind "stehende Heere", "absolutistische Heeresverwaltung", "Disziplinierung" und "Militärstrukturwandel".
Welche Rolle spielte der Dreißigjährige Krieg für die Entwicklung stehender Heere?
Er fungierte einerseits als Experimentierfeld für neue Waffen und Disziplinierungsmaßnahmen, andererseits erzwang die enorme Belastung der Stände durch marodierende Söldner eine Neuordnung der Heeresfinanzierung.
Warum wird im Dokument explizit das Beispiel England erwähnt?
England dient als Kontrastbeispiel, um zu verdeutlichen, dass das Fehlen von Invasionen und „Besatzungshorden“ zu einer deutlich stärkeren Ablehnung der Stände gegenüber der Finanzierung eines stehenden Heeres führte.
- Quote paper
- Paul Rosen (Author), 2003, Das stehengebliebene Heer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117601