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Der Zusammenhang des Guten und Schönen in Platons Symposion

Title: Der Zusammenhang des Guten und Schönen in Platons Symposion

Seminar Paper , 2008 , 11 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Platons Symposion handelt von einem Trinkgelage, das gegen Ende des 5. Jh. v. Chr im Hause des Agathon, eines jugendlichen Tragödiendichters, stattfindet. Es gilt, den jüngsten Theatererfolg des Dichters ausgiebig zu feiern. Da die meisten Gäste bereits am Vortag zu tief in Glas geschaut haben und immer noch an den Folgen der „durchzechten Nacht leiden“, entschließen sie sich, auf weitere Alkoholexzesse zu verzichten. Stattdessen soll jeder seine Eloquenz unter Beweis stellen und eine (Lob-)Rede auf den „großen Gott“ Eros halten. Angefangen bei Phaidros und Pausanias über Eryximachos und Aristophanes bis zum Gastgeber Agathon überbieten sich die – zum Teil geschulten – Rhetoriker mit Würdigungen und Lobpreisungen auf den aus der Mythologie stammenden Halbgott Eros, den „Gott“ der Liebe.
Die unkritischen Darstellungen der Teilnehmer, die sich nur auf die Lobpreisung des Eros beschränken, enden abrupt, als der wahrheitsliebende Sokrates an die Reihe kommt und beginnt, anstatt „schön zu reden“ nun „wahr zu reden“. Um seiner Rede einen objektiven, allgemeingültigen Anstrich zu geben und damit noch glaubhafter zu wirken, erzählt er von einer Begegnung, die er einst mit Diotima, einer weisen Priesterin aus Mantineia hatte. Charakteristisch für Sokrates ist dabei, dass er sein Licht einmal mehr „unter den Scheffel stellt“ und der Festgemeinschaft anstatt einer rhetorisch ausgefeilten eigenen Rede, ein Lehrgespräch zwischen Diotima und ihm wiedergibt, welches er vor Jahren einmal mit ihr geführt hatte. Diese Diotima-Rede steht nicht nur in der Mitte des Symposions, sondern wird auch für das „Herzstück des gesamten Werkes“ gehalten. Nach dem Vorgespräch mit Agathon und nach ein paar einleitenden Worten Diotimas stellt letztere folgende Thesen auf:
- Eros ist weder schön noch hässlich, weder ein Gott noch ein Mensch, sondern ein Daimon.
- Eros übt die Funktion eines Dolmetschers (Vermittler) zwischen den Menschen und den Göttern aus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemaufriss

1. 1 Das „Schöne“ (tò kalón)

1. 2 Das „Gute“ (tò agathón)

2. Die Kalokagathia – Der Zusammenhang zwischen „schön“ und „gut“

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

a) Primärliteratur

b) Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den philosophischen Zusammenhang zwischen den Begriffen des Schönen (tò kalón) und des Guten (tò agathón) innerhalb der berühmten Diotima-Rede aus Platons „Symposion“, um zu klären, inwieweit diese Begriffe als Synonyme betrachtet werden können oder eine hierarchische Verbindung aufweisen.

  • Analyse der platonischen Ideenlehre in Bezug auf Schönheit und Güte
  • Untersuchung des Konzepts der Kalokagathia als ethisch-ästhetisches Ideal
  • Interpretation der Diotima-Rede als philosophisches Herzstück des Symposions
  • Erarbeitung der einseitigen Abhängigkeit zwischen dem Schönen und dem Guten
  • Erläuterung des Strebens nach Glückseligkeit (Eudaimonia) als menschliches Telos

Auszug aus dem Buch

1. 1 Das „Schöne“ (tò kalón)

Das „Schöne“ ist heute hauptsächlich im Bereich des Ästhetischen angesiedelt.17 Als schön be zeichnen wir vielfach „was den Blick auf sich zieht, was sich anbringt, dass man davon für es eingenommen wird. Wir sagen im Deutschen auch: es wirbt und reizt.“ 18 Doch damit ist das griechische tò kallón begrifflich nicht erfasst. Platon sieht dies nämlich wesentlich grundsätzli cher: „Der Begriff der Schönheit ist in Platons Dialogen sowohl für das Erkennen des Menschen, die Gegenstände seiner Erkenntnis als auch für das Handeln und die Lebensführung von Bedeu tung“ 19.

Phaidros, ein am Gastmahl teilnehmender Redner, stellt in seinem Beitrag die These auf, dass Eros in seinem Streben nach dem Schönem nicht nur auf (äußerliche) ästhetische Aspekte achtet, sondern dass vielmehr der Besitz der Tugend (areté) und der Glückseligkeit (eudaimonia) von wesentlicher Bedeutung ist.20 Als Begründung führt er an, dass „der Geliebte in den Augen des Liebhabers nicht hässlich erscheinen möchte und deshalb auf ein gutes Handeln und eine gute Lebensführung achten wird.“21. Hier zielt der Begriff hässlich aber nicht allein auf die äußere Er scheinung, sondern vielmehr auf die charakterlichen Eigenschaften des Geliebten ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemaufriss: Dieses Kapitel führt in den Kontext des Symposions ein und erläutert die zentrale Rolle der Diotima-Rede sowie die Ausgangsthese, dass Eros weder als Gott noch als Mensch, sondern als Vermittler zu verstehen ist.

1. 1 Das „Schöne“ (tò kalón): Hier wird der Begriff des Schönen bei Platon analysiert, der über die bloße Ästhetik hinausgeht und eng mit Tugend, Erkenntnis und Lebensführung verknüpft ist.

1. 2 Das „Gute“ (tò agathón): Dieses Kapitel beleuchtet das Gute als höchste platonische Idee, die als seinsstiftendes Prinzip fungiert und das Ziel menschlichen Strebens darstellt.

2. Die Kalokagathia – Der Zusammenhang zwischen „schön“ und „gut“: Es wird die Verbindung zwischen dem Schönen und dem Guten untersucht, wobei die einseitige Natur dieser Beziehung hervorgehoben wird, in der das Schöne als Wegweiser zum Guten fungiert.

3. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bekräftigt, dass die menschliche Suche nach Glück eine objektive Orientierung am Schönen benötigt, um zum Guten zu gelangen.

Schlüsselwörter

Platon, Symposion, Diotima, Eros, Schönes, Gutes, Kalokagathia, Tugend, Glückseligkeit, Eudaimonia, Ideenlehre, Philosophie, Liebe, Erkenntnis, Ontologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis der Begriffe „Schönes“ (tò kalón) und „Gutes“ (tò agathón) innerhalb der Diotima-Rede in Platons Symposion.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die antike Philosophie, die Ästhetik, die Ethik sowie die platonische Erkenntnistheorie im Kontext der Liebe (Eros).

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob Platon diese Begriffe synonym verwendet oder ob eine hierarchische Beziehung besteht, bei der das Gute das Schöne dominiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die sich primär auf das Kapitel 7.5 des Symposions stützt und durch aktuelle philosophische Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Begriffsbestimmung von „Schön“ und „Gut“ sowie die anschließende Untersuchung ihrer Verknüpfung durch den Begriff der Kalokagathia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Platon, Diotima, Eros, Eudaimonia, Kalokagathia und die Idee des Guten.

Warum wird Diotimas Rede als „Herzstück“ des Werkes bezeichnet?

Sie gilt als das philosophische Zentrum, da sie Sokrates' unkritische Lobpreisungs-Perspektive durch eine tiefgründige, lehrhafte Definition des Eros als Vermittler zwischen Göttern und Menschen ersetzt.

Was bedeutet die „hinführende Funktion“ des Schönen?

Das Schöne dient bei Platon als Wegweiser oder „Abglanz“, der die Seele stufenweise zur Erkenntnis und zum Besitz der höchsten Idee, dem Guten, führen soll.

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Details

Title
Der Zusammenhang des Guten und Schönen in Platons Symposion
College
LMU Munich  (Department für Philosophie)
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2008
Pages
11
Catalog Number
V117398
ISBN (eBook)
9783640199617
ISBN (Book)
9783640205523
Language
German
Tags
Zusammenhang Guten Schönen Platons Symposion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2008, Der Zusammenhang des Guten und Schönen in Platons Symposion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117398
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