Die Umstrukturierung des deutschen Energiemix steht zur Zeit im Mittelpunkt vieler verschiedener Interessengruppen. Jeder einzelne Interessenvertreter hat mehr oder weniger andere Ansichten, wie die Energieversorgung für Deutschland in Zukunft sicher gestellt werden kann. Es kollidieren unterschiedliche Interessen seitens der Politik, wobei sich klare Gegensätze zwischen den einzelnen Parteien widerspiegeln, der vier großen Energieversorgungsbereitsteller RWE, Eon, EnBW, Vattenfall und der Industrie und dem privaten Haushalt. Die CDU kritisiert den durch Bundeskanzler Schröder unter rot – grüner Bundesregierung durchgesetzten Atomausstieg, der besagt, dass bis 2020 alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden sollen. „Der Ausstieg aus der Kernenergie ist umweltpolitisch und auch technologisch verheerend.“ Daher wäre es möglich, dass umweltpolitische Ziele nicht erreicht werden, da als Ausgleich für den Atomausstieg zusätzliche Kohlekraftwerke entstehen, die wiederum mehr CO2 – Ausstoß mit sich bringen. Laut des Bundes für Umwelt und Naturschutz sind demzufolge 26 neue Kohlekraftwerke zur Sicherung des deutschen Energiebedarfs geplant. Bündnis 90 die Grünen setzen dagegen auf die erneuerbaren Energien, wie Sonnenenergie, Biomasse, Geothermie, Wasserkraft, sowie die Windenergie – aber sind diese Vorstellungen möglicherweise etwas hochgesteckt? Die Industrie und der private Haushalt hat das Ziel vor allem billige Energie zu beziehen. Selbst Deutschland als Wirtschaftsstandort, ist gewillt günstige Energie bereitzustellen. Ist allerdings die Energieversorgung durch erneuerbare Energien im ganzen überhaupt möglich?
Einerseits fördert der Atomausstieg die zwangsweise Forschung und technologische Weiterentwicklung der Regenerativen Energien, andererseits der immer stärkere Wettbewerb gegenüber Rohstoffen auf der Welt, welcher in der letzten Zeit drastisch zunahm. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die fossilen Rohstoffe im derzeit genutzten Umfang in einem stark begrenzten zeitlichen Rahmen zur Verfügung stehen. Dieses Problem der Ressourcenverknappung im Bereich der fossilen Energieträger begibt sich Deutschland immer mehr in eine Abhängigkeit gegenüber den ressourcenfördernden Staaten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielstellung und Methodik
2. Grundlagen erneuerbarer Energien
2.1. Was sind erneuerbare Energien
2.2. Formen erneuerbarer Energien
3. Politische Rahmenbedingungen
3.1. Klimaprävention
3.2. Weitere Gesetze
3.3. Weitere Förderprogramme
4. Aktueller Stand Deutschlands
4.1. Energieeffizienz
4.2. Primärer Energieverbrauch
4.3. Sekundärer Energieverbrauch
4.4. Anteile erneuerbarer Energien
5. Windenergie als Chance oder Illusion
5.1. Geschichtlicher Abriss sowie Bedeutung
5.2. Entwicklung und Potential der Windenergie
5.3. Offshore Anlagen als Problemfeld
5.4. Weitere Probleme
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Konfliktpotenzial der Energiewende in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwiefern erneuerbare Energien eine realistische Chance zur Deckung des Energiebedarfs und zur Erlangung energiewirtschaftlicher Unabhängigkeit darstellen oder ob ihre Bedeutung aufgrund technischer und politischer Barrieren illusionär bleibt.
- Analyse des deutschen Energiemix und der politischen Rahmenbedingungen
- Untersuchung von Energieeffizienz und Verbrauchswerten
- Evaluation der Potenziale und Risiken der Windenergie
- Diskussion technischer Herausforderungen wie Netzintegration und Speicherung
- Wirtschaftliche Bedeutung und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
5. Windenergie als Chance oder Illusion?
Wind, „Luftströmung, hervorgerufen durch Luftdruckgegensätze und Temperaturunterschiede. (…) Der Wind weht aus dem barometrischen Hoch ins, d.h. vom Kalten ins Warme….“. 27
5.1. Geschichtlicher Abriss sowie Bedeutung
Im Mittelalter war die Windmühle, abgesehen von der Wassermühle, eine bedeutende Arbeitsmaschine. Sie diente vor allem zum Zermahlen für das Getreide. Die Blüte der Nutzung der Windenergie lag im 19. Jahrhundert – kurz vor der Erfindung der Dampfmaschine. Es gab ca. 220000 Windmühlen, aber mit der Erfindung der Dampfmaschine schrumpfte die Zahl schnell.
Erst vor 40 Jahren wuchs die Bedeutung der Windenergie, vor allem hervorrufen in den umweltpolitischen Debatten während der Ölkrise. Es wurden in dieser Zeit Gelder für Windenergietechnologien bereit gestellt, da Windenergie als wesentlicher Bestandteil im Stromerzeugungsnetz Bedeutung finden sollte. Das erste Projekt war GROWIAN, welches auf lange Sicht aber scheiterte. Andere Konzepte wie die Monopteros, eine Einflügelige Windkraftanlage, schlugen ebenfalls fehl. In Deutschland gab es dennoch zwei Probleme, die einer Nutzung der Windenergie im Wege standen. Erstens gab es tiefe Konflikte mit den Behörden hinsichtlich der Baugenehmigung von Windanlagen und zum zweiten gab es eine Debatte über die Einspeisebedingungen des erzeugten Windkraftstromes. Nach den Lösen dieser beiden Probleme konnte die Nutzung der Windkraft aber Mitte der 90er Jahre einen großen Aufschwung erleben.28
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Umstrukturierung des deutschen Energiemix im Kontext von Interessenkonflikten und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Realisierbarkeit erneuerbarer Energien.
2. Grundlagen erneuerbarer Energien: Hier werden Definitionen und die verschiedenen Formen der regenerativen Energiegewinnung kurz erläutert.
3. Politische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Grundlagen wie das Kyoto-Protokoll, Gesetze zur Energiewende und staatliche Förderinstrumente.
4. Aktueller Stand Deutschlands: Der Status quo der Energieeffizienz sowie der Primär- und Sekundärenergieverbrauch werden anhand von Statistiken und Prognosen analysiert.
5. Windenergie als Chance oder Illusion: Anhand des Fallbeispiels Windenergie werden geschichtliche Entwicklungen, technische Potenziale, wirtschaftliche Chancen und spezifische Problematiken wie die Netzintegration diskutiert.
6. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Ausbau erneuerbarer Energien unumgänglich ist, warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen an kurzfristige Zielvorgaben.
Schlüsselwörter
Erneuerbare Energien, Energiemix, Klimaschutz, Atomausstieg, Windenergie, EEG, Energieeffizienz, Stromerzeugung, Nachhaltigkeit, Offshore, Ressourcenverknappung, Energiewirtschaft, Netzstabilität, Klimapolitik, Forschungsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Debatte um die Energiewende in Deutschland und prüft, ob erneuerbare Energien als realistische Chance für die Energieversorgung oder als illusionäres Ziel zu bewerten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Rahmensetzung, der aktuellen statistischen Auswertung des Energieverbrauchs und der detaillierten Betrachtung der Windenergie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Konflikt zwischen notwendiger Abkehr von fossilen Energieträgern und der technischen bzw. wirtschaftlichen Machbarkeit der regenerativen Alternativen wissenschaftlich darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse vorhandener Statistiken und Regierungsberichten sowie ein konkretes Fallbeispiel der Windenergie zur Illustration der Problematik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die rechtlichen Grundlagen, den Status quo des Energieverbrauchs in Deutschland und die spezifischen Herausforderungen der Windkraft, insbesondere im Hinblick auf Netzstabilität und Wirtschaftlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erneuerbare Energien, Energiemix, Klimaschutz, Windenergie, EEG, Energieeffizienz und Netzstabilität.
Welche Rolle spielt die Windenergie im Vergleich zu anderen Energieträgern?
Die Windenergie wird als richtungsweisendes Beispiel für die Energiewende hervorgehoben, das jedoch mit spezifischen Herausforderungen wie schwankender Verfügbarkeit und infrastrukturellen Problemen kämpft.
Wie bewertet der Autor die Ziele für 2050?
Der Autor stuft die in vielen Prognosen genannten 50% Anteil der erneuerbaren Energien am Energiebedarf bis 2050 kritisch als weitgehend illusorisch ein.
- Arbeit zitieren
- Christoph Staufenbiel (Autor:in), 2008, Erneuerbare Energien in Deutschland als Chance oder Illusion?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117087