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Wie kam es in Japan zum Phänomen des Bukkyōbanare und zum Leerstand tausender Tempel?

Eine Analyse von der Edo-Zeit bis heute

Title: Wie kam es in Japan zum Phänomen des Bukkyōbanare und zum Leerstand tausender Tempel?

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lea Kloepel (Author)

Orientalism / Sinology - Japanology
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Summary Excerpt Details

In dieser Literaturarbeit werden strukturelle Faktoren analysiert, die zum starken Rückgang buddhistischer Mönche und Laienanhänger buddhistischer Tempel in Japan seit der Edo-Zeit um 1600 bis heute führten. Der Begriff Tempel-Buddhismus wurde von Stephen G. Covell, einem Japanologen und Professoren für komparative Religionswissenschaften, geprägt. Sein Ziel war es, den etablierten, traditionellen Buddhismus, der insbesondere in Tempeln lebende Mönche und Priester einbezieht, zu benennen und von neueren, dezentralen Strömungen abzugrenzen. Diese Analyse bietet keine Aufarbeitung der Geschichte des Buddhismus in Japan und geht nicht auf einzelne Sekten, Gruppierungen oder deren Lehren ein. Tempel-Buddhismus bezieht sich auf alle Sekten, die diese traditionelle Lebensart beibehalten haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Das danka-System – Tempelökonomie im Wandel

2 Tempel-Buddhismus während der Meiji-Zeit

3 Der Begriff shūkyō (宗教 „religiöse Lehre“)

4 Tempel-Buddhismus im Nachkriegsjapan – Faktoren der Regression

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die strukturellen und historischen Faktoren, die seit der Edo-Zeit zum starken Rückgang des Tempel-Buddhismus in Japan sowie zum Phänomen des bukkyōbanare (Entfremdung vom Buddhismus) und dem massiven Tempelleerstand führen.

  • Historische Entwicklung des danka-Systems als ökonomisches Rückgrat des Tempel-Buddhismus.
  • Die Auswirkungen der Meiji-Restauration und der staatlichen Religionspolitik auf die buddhistischen Institutionen.
  • Die Begriffsgeschichte von shūkyō und die Folgen der Säkularisierung.
  • Sozioökonomische Einflussfaktoren wie Urbanisierung, demografischer Wandel und verändertes Vertrauen in religiöse Organisationen.
  • Anpassungsstrategien der Tempel durch unkonventionelles Marketing und moderne Medien.

Auszug aus dem Buch

Tempel-Buddhismus im Nachkriegsjapan – Faktoren der Regression

Die willentliche Mittäterschaft etablierter buddhistischer und shintōistischer Organisationen am zweiten Weltkrieg hinterließ wie in Kapitel drei angedeutet, bei der Bevölkerung einen tiefen Zwiespalt ihnen gegenüber, der sich bis heute hartnäckig zu halten scheint. Dies spiegelt sich laut Reader (2012: 15) darin wider, dass in Japan nach einer solch traumatischen Periode, geprägt von Verlusten und Zerstörungen, wider Erwarten viele Menschen diesen Organisationen und Institutionen vermehrt abneigend gegenüber standen. Der Vertrauensverlust zeigt sich eindrücklich in folgender Studie (Abb. 1) von 2015, in der 68% aller Befragten angaben „nicht sehr viel“ Vertrauen in „religiöse Organisationen“ zu haben. Somit nehmen sie den letzten Platz unter 15 Organisationen ein.

Zwar kam es nach Einführung der neuen Verfassung 1949 und der durch sie geförderten Religionswahlfreiheit des Volkes im Laufe der 50er Jahre zu vielen Neugründungen kleinerer buddhistisch geprägter Splittersekten, einem Phänomen, das auch als scheinbare „rush hour of the gods“ (Reader, 2012: 9) bezeichnet wird, jedoch standen die neuen Gruppierungen unter strengen Regulierungen durch Besatzungsbehörden und in der Kritik bei den Medien, die sich ihnen gegenüber wenig aufgeschlossen zeigten.

Durch die „Demokratisierung des Landes“ (Woodard, 1972: 252) sollte das alte, autoritäre Denken überwunden werden und das neue, freie Denken den Menschen helfen den nächsten großen Schritt in die Moderne zu tätigen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage zum Rückgang des Tempel-Buddhismus und die methodische Vorgehensweise der Literaturanalyse.

1 Das danka-System – Tempelökonomie im Wandel: Analyse der Entstehung und Bedeutung des Haushalts-Spenden-Systems als finanzielles Fundament der buddhistischen Tempel seit der Edo-Zeit.

2 Tempel-Buddhismus während der Meiji-Zeit: Untersuchung der staatlichen Repressionen gegen den Buddhismus im Zuge der Meiji-Restauration und der Trennung von Shintō und Buddhismus.

3 Der Begriff shūkyō (宗教 „religiöse Lehre“): Diskussion der Entstehung und der negativen Konnotation des modernen japanischen Religionsbegriffs sowie dessen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Verständnis.

4 Tempel-Buddhismus im Nachkriegsjapan – Faktoren der Regression: Darstellung des Vertrauensverlusts in religiöse Institutionen nach dem Zweiten Weltkrieg und der Einfluss von Urbanisierung und Säkularisierung.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der vielschichtigen Ursachen für das bukkyōbanare und die Identitätskrise des modernen Tempel-Buddhismus.

Schlüsselwörter

Bukkyōbanare, Tempel-Buddhismus, danka-System, Säkularisierung, Meiji-Zeit, Religionsbegriff, Japan, Tempelleerstand, Shintōismus, Religionssoziologie, Traditionsverlust, Moderne, Haushalts-Spenden-System, Identitätskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historischen und sozioökonomischen Ursachen für den starken Rückgang buddhistischer Anhänger und den zunehmenden Leerstand von Tempeln in Japan.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das danka-System, die staatlichen Eingriffe während der Meiji-Zeit, der Wandel des Religionsverständnisses in Japan sowie die Auswirkungen von Säkularisierung und Urbanisierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie es zum Phänomen des bukkyōbanare (Entfremdung vom Buddhismus) und dem damit verbundenen Verfall tausender Tempel kommen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die eine chronologische Aufarbeitung des Themas vornimmt und Forschungsergebnisse internationaler Religionswissenschaftler interpretiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil beleuchtet die institutionelle Entwicklung des Tempel-Buddhismus von der Edo-Zeit bis in die Nachkriegszeit, inklusive der soziokulturellen Auswirkungen durch gesellschaftliche Modernisierungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind bukkyōbanare, danka-System, Säkularisierung, Meiji-Zeit und die gesellschaftliche Wahrnehmung religiöser Organisationen in Japan.

Warum wird der Buddhismus in Japan heute oft als „Begräbnis-Buddhismus“ bezeichnet?

Dieser Begriff spiegelt die starke Reduzierung der Tempelaufgaben auf Totenriten wider, was insbesondere bei jüngeren Generationen zu einer negativen Wahrnehmung und Identitätskrisen führt.

Welche Rolle spielt das danka-System für den aktuellen Zustand der Tempel?

Das danka-System bildete das ökonomische Rückgrat; dessen Erosion durch den demografischen Wandel und gesellschaftliche Veränderungen entzog vielen Tempeln die finanzielle Basis.

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Details

Title
Wie kam es in Japan zum Phänomen des Bukkyōbanare und zum Leerstand tausender Tempel?
Subtitle
Eine Analyse von der Edo-Zeit bis heute
College
Free University of Berlin  (Japanologie)
Grade
1,0
Author
Lea Kloepel (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1168405
ISBN (PDF)
9783346577719
Language
German
Tags
Buddhismus Japan Japanologie Bukkyōbanare Tempel-Buddhismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Kloepel (Author), 2021, Wie kam es in Japan zum Phänomen des Bukkyōbanare und zum Leerstand tausender Tempel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168405
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