In der vorliegenden Arbeit geht es um die Frage, ob die Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik vorteilhaft für die Bürger der DDR war.
Zur Beantwortung dieser Frage, wird zuerst geklärt wie sich der Begriff der Familienpolitik zusammensetzt, dazu wird die (zweigeteilte) Definition des Familienpolitikbegriffes von Max Wingen herangezogen. Im Anschluss wird kurz darauf eingegangen wie sich Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg zusammensetzte bzw. teilte. Danach werden die Familienpolitiken der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 – 1990 auf die Aspekte Familien- und Frauenleitbild sowie die wichtigsten Eckdaten hin beleuchtet. Wobei angemerkt werden muss, dass die DDR keine eigenständige Familienpolitik hatte, sondern diese ein Teilgebiet der Frauen- und Bevölkerungspolitik ausmachte. In einem weiteren Abschnitt wird auf die Wiedervereinigung Deutschlands und dem damit verbundenen Einigungsvertrag eingegangen. Es wird dargestellt unter welchen Bedingungen es zu der Wiedervereinigung kam und was in Bezug auf die Familienpolitik in dem Einigungsvertrag von 1990 festgehalten wurde.
Abschließend wird die eingangs gestellte Frage, ob die Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik vorteilhaft für die Bürger der DDR war, aus zwei Perspektiven heraus beantwortet. Unter der Bezeichnung „Bürger“ werden Kinderlose und Familien zusammengefasst. Für die Kinderlosen brachte die Wiedervereinigung zwar auch Nachteile mit sich, aber nicht in Bezug auf die Familienpolitik, da ihre Maßnahmen und Instrumente nur für Familien bestimmt waren und somit die Kinderlosen auch zu DDR Zeiten nicht berührten. Die Familien allerdings hatten durch die Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik mit teilweise erheblichen Einschnitten zu leben, da viele bis dahin geltende familienpolitische Maßnahmen mit dem Beitritt zur Bundesrepublik abgeschafft wurden.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition Familienpolitik
- Familienpolitik von 1949 - 1990
- Ausgangslage nach dem zweiten Weltkrieg
- Bundesrepublik
- Familienleitbild
- Frauenleitbild
- Eckdaten
- DDR
- Familienleitbild
- Frauenleitbild
- Eckdaten
- Einigungsvertrag
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die deutsche Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik vorteilhaft für die Bürger der DDR war. Sie analysiert die Entwicklung der Familienpolitik in der Bundesrepublik und der DDR von 1949 bis 1990, beleuchtet die unterschiedlichen Familienleitbilder und Frauenbilder sowie die wichtigsten Eckdaten der jeweiligen Familienpolitik. Darüber hinaus wird der Einigungsvertrag im Hinblick auf die Familienpolitik betrachtet.
- Entwicklung der Familienpolitik in der Bundesrepublik und der DDR
- Unterschiede in den Familienleitbildern und Frauenbildern
- Einfluss des Einigungsvertrags auf die Familienpolitik
- Bewertung der Auswirkungen der Wiedervereinigung auf die Familienpolitik in der DDR
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und erläutert den Aufbau der Arbeit. Das zweite Kapitel definiert den Begriff der Familienpolitik und geht auf die drei konstitutiven Merkmale der Familie sowie die drei Dimensionen des Politikbegriffs ein. Das dritte Kapitel behandelt die Entwicklung der Familienpolitik in der Bundesrepublik und der DDR von 1949 bis 1990. Es beleuchtet die Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg, die Familienleitbilder und Frauenbilder sowie die wichtigsten Eckdaten der jeweiligen Familienpolitik. Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Einigungsvertrag im Hinblick auf die Familienpolitik.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Wiedervereinigung, DDR, Bundesrepublik, Familienleitbild, Frauenleitbild, Einigungsvertrag, Ost-West-Vergleich, Familienrecht, Gleichberechtigung.
Häufig gestellte Fragen
War die Wiedervereinigung für DDR-Bürger familienpolitisch vorteilhaft?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Familien in der DDR durch den Wegfall vieler bisheriger Maßnahmen oft erhebliche Einschnitte hinnehmen mussten, während Kinderlose kaum betroffen waren.
Wie unterschied sich das Frauenbild in Ost und West?
In der DDR war die Vollberufstätigkeit der Frau das Leitbild, während in der frühen Bundesrepublik eher das Modell der Hausfrauenehe dominierte.
Hatte die DDR eine eigenständige Familienpolitik?
Nein, die Familienpolitik in der DDR war primär ein Teilgebiet der Frauen- und Bevölkerungspolitik.
Was wurde im Einigungsvertrag zur Familienpolitik festgehalten?
Der Vertrag regelte den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik und damit auch die Übernahme des westdeutschen Familienrechts und der entsprechenden Sozialleistungen.
Wer ist Max Wingen?
Max Wingen wird in der Arbeit als Quelle für die Definition des Familienpolitikbegriffes herangezogen.
Welche Nachteile ergaben sich für DDR-Familien konkret?
Viele spezifische DDR-Förderungen und die flächendeckende, günstige Kinderbetreuung wurden durch das westliche System ersetzt, was oft zu einer schlechteren finanziellen oder organisatorischen Lage führte.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Nina Eger (Author), 2007, Familienpolitik - War die deutsche Wiedervereinigung in Bezug auf die Familienpolitik vorteilhaft für die Bürger der DDR? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116814