Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit der Fragestellung auseinander, wie wichtig interkulturelle Kompetenzen bei der Arbeit mit von Zwangsheirat betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund sind.
Die Hausarbeit bietet zunächst eine Definition der Zwangsheirat und geht danach auf den Unterschied zwischen einer Zwangsheirat und einer arrangierten Ehe ein. Im Anschluss folgt eine Erläuterung der interkulturellen Kompetenzen. Anschließend werden rechtliche Grundlagen erläutert und veranschaulicht. Danach werden Motive und kulturelle Rahmenbedingungen einer Zwangsehe im Kontext von Migration und Geschlechterstereotype näher beleuchtet. Daraufhin werden die diversen Handlungskonzepte der Frauenberatung näher erläutert. Daran anknüpfend wird nochmal explizit auf die Relevanz von interkulturellen Kompetenzen im Beratungskontext eingegangen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, hier werden alle Erkenntnisse zusammengefasst und es wird auf die Leitfrage Bezug genommen.
Zwangsheirat ist ein stark diskutiertes Thema und auch in Deutschland seit einigen Jahrzehnten Gegenstand diverser öffentlichen und politischen Debatten. Es handelt sich bei einer Zwangsheirat um eine eklatante Menschenrechtsverletzung, von der in den meisten europäischen Ländern mehrheitlich junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund betroffen sind. Die Gründe und Motive einer Zwangsverheiratung beruhen nicht auf bestimmten religiösen Traditionen, sondern sind auf unterschiedliche soziale, ethnische und kulturelle Kontexte zurückzuführen. Doch in Deutschland besteht, wie in vielen anderen Ländern Europas, ein großes Defizit an empirischen Erkenntnissen und Studien über Zwangsverheiratung. Jedoch sind hinreichende Erkenntnisse wesentliche Voraussetzungen für ein effektives politisches Handeln und für die Beratung und Unterstützung von Zwangsheirat betroffenen und bedrohten jungen Migrant*innen.
Inhaltsverzeichnis
- Hinführung
- Begriffserklärung
- Zwangsheirat
- Unterschied Zwangsheirat und arrangierte Ehe
- Interkulturelle Kompetenzen
- Rechtliche Grundlagen
- Motive und kulturelle Rahmenbedingungen
- Handlungsmöglichkeiten der Beratung
- Relevanz interkultureller Beratungsangebote
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Bedeutung interkultureller Kompetenzen in der Arbeit mit von Zwangsheirat betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund. Die Arbeit beleuchtet die komplexen Aspekte der Zwangsheirat, analysiert ihre Ursachen und Folgen und untersucht die Rolle von interkulturellen Kompetenzen bei der Beratung und Unterstützung Betroffener.
- Definition und Abgrenzung von Zwangsheirat und arrangierter Ehe
- Rechtliche Grundlagen und Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Zwangsheirat
- Kulturelle Rahmenbedingungen und Motive für Zwangsheirat im Kontext von Migration und Geschlechterstereotypen
- Handlungsmöglichkeiten der Beratung im Umgang mit Zwangsheirat
- Die Bedeutung interkultureller Kompetenzen in der Beratung von Betroffenen
Zusammenfassung der Kapitel
- Hinführung: Die Einleitung stellt das Thema Zwangsheirat als ein relevantes Problem in Deutschland vor und hebt die Bedeutung empirischer Erkenntnisse und interkultureller Kompetenzen für die Beratung und Unterstützung Betroffener hervor.
- Begriffserklärung: Dieses Kapitel liefert eine umfassende Definition von Zwangsheirat und beleuchtet die Unterschiede zwischen Zwangsheirat und arrangierter Ehe. Es behandelt den subjektiven Charakter von Zwang und die Herausforderungen bei der objektiven Messung. Darüber hinaus werden die rechtlichen und moralischen Verstöße einer Zwangsheirat sowie die Häufigkeit und Folgen dieser Praxis in Deutschland beleuchtet.
- Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen im Umgang mit Zwangsheirat und veranschaulicht die Relevanz der rechtlichen Grundlagen für die Beratung und Unterstützung Betroffener.
- Motive und kulturelle Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert die kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe von Zwangsheirat und geht auf die Rolle von Migration, Geschlechterstereotypen und traditionellen Werten ein.
- Handlungsmöglichkeiten der Beratung: Dieses Kapitel stellt verschiedene Handlungskonzepte der Beratung im Umgang mit Zwangsheirat vor und erläutert die Herausforderungen und Chancen der Beratungstätigkeit.
Schlüsselwörter
Die vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit dem komplexen Thema Zwangsheirat, den rechtlichen Grundlagen und der Bedeutung interkultureller Kompetenzen in der Beratung und Unterstützung von betroffenen Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund. Schlüsselbegriffe sind Zwangsheirat, arrangierte Ehe, interkulturelle Kompetenzen, Migration, Geschlechterstereotype, Beratungskonzepte, rechtliche Rahmenbedingungen und Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Zwangsheirat und einer arrangierten Ehe?
Bei einer arrangierten Ehe stimmen beide Partner der Vermittlung durch Dritte zu, während bei einer Zwangsheirat mindestens ein Partner durch Gewalt oder Drohungen zur Ehe gezwungen wird.
Warum sind interkulturelle Kompetenzen in der Beratung so wichtig?
Sie ermöglichen es Beratern, die kulturellen Rahmenbedingungen und Motive der Betroffenen im Kontext von Migration und Tradition besser zu verstehen und effektive Hilfe anzubieten.
Welche Motive führen oft zu einer Zwangsverheiratung?
Motive sind oft soziale, ethnische und kulturelle Kontexte, wie die Sicherung von Traditionen oder Geschlechterstereotypen, und nicht primär religiöse Gründe.
Gilt Zwangsheirat in Deutschland als Menschenrechtsverletzung?
Ja, Zwangsheirat wird als eklatante Menschenrechtsverletzung eingestuft und ist in Deutschland Gegenstand politischer und rechtlicher Debatten sowie entsprechender Gesetzgebung.
Wer ist am häufigsten von Zwangsheirat betroffen?
In europäischen Ländern sind mehrheitlich junge Frauen mit Migrationshintergrund betroffen, aber auch junge Männer können Opfer dieser Praxis werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Interkulturelle Kompetenzen bei der Arbeit mit von Zwangsheirat betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1166998