Im Rahmen meines Studiums für das Lehramt Grund-, Haupt- und Realschule (B.A.) mit dem Schwerpunkt Deutsch als Langfach, besuchte ich die Vorlesung „Einführung in die literarische und Lesesozialisationsforschung“ bei Frau Prof. Dr. Christine Garbe. Sowohl diese Veranstaltung als auch das begleitende Tutorium bei Maik Philipp, beschäftigten sich mit der Frage, wie aus Kindern und Jugendlichen Leserinnen und Leser werden. Mit Blick auf meinen zukünftigen Beruf als Deutschlehrerin an der Grundschule, ist die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der eigenen Lesegeschichte von besonderer Bedeutung: zum einen, um ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was alles für eine gelingende Lesekarriere geschehen muss und zum anderen, um sensibilisiert im Umgang mit Leseanregungen zu werden.
Warum lese ich? Diese Frage versuche ich anhand der vorliegenden Hausarbeit, eine Analyse meiner persönlichen Lektüreautobiographie unter Bezugnahme des in der Veranstaltung vermittelten Wissens und der empirischen Untersuchungen zur Lesesozialisation nach Werner Graf, Bettina Hurrelmann et al., und Petra Wieler zu beantworten. Ich versuche, mit einer induktiven Vorgehensweise meine individuelle Lesegeschichte zu rekonstruieren und anhand von Werner Grafs Text „Fiktionales Lesen und Lesegeschichte“ (1995) zu analysieren. Hierbei werde ich die verschiedenen Abschnitte meiner Lesegeschichte, aufgeteilt in Lesekind-heit, Phase der Alphabetisierung, Lesekrise und sekundäre literarische Initiation bis hin zu meinem jetzigen Leseverhalten anhand meiner Erinnerungen darstellen, mit den Theorien vergleichen und diese zuordnen. Vorrangig beziehe ich mich hierbei auf die Studie von Werner Graf, um meine Vermutung zu belegen, dass ich der von ihm definierten „Gefühlsleserin“ zuzuordnen bin und meine Lesepraxis diesem Modus entspricht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kurzbeschreibung der Studie von Werner Graf
- Lesegeschichte
- Lesekindheit – primäre literarische Initiation
- Alphabetisierung und erste eigene Lektüre
- Lesen in der Pubertät und sekundäre literarische Initiation
- Leseverhalten heute
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert die eigene Lektüreautobiographie, um die Frage zu beantworten, warum die Autorin liest. Sie untersucht die individuelle Lesegeschichte im Kontext der empirischen Untersuchungen zur Lesesozialisation von Werner Graf, Bettina Hurrelmann et al. und Petra Wieler.
- Rekonstruktion der individuellen Lesegeschichte
- Analyse der Lesesozialisation anhand von Werner Grafs Studie „Fiktionales Lesen und Lesegeschichte“
- Einordnung der eigenen Lesepraxis in die von Graf definierte Lesetypologie
- Bedeutung des familiären Leseklimas für die Lesesozialisation
- Der Einfluss der primären und sekundären literarischen Initiation auf das Leseverhalten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Lesesozialisation ein und erläutert die Relevanz der eigenen Lesegeschichte im Kontext des Lehramtsstudiums. Die Studie von Werner Graf wird kurz vorgestellt, wobei die Fokussierung auf die Entwicklung des Belletristiklesers hervorgehoben wird. Im Kapitel „Lesegeschichte“ wird die eigene Lesekindheit und die primäre literarische Initiation im Rahmen des familiären Vorlesealltags beschrieben. Die Alphabetisierung und die ersten eigenen Lektüreerfahrungen werden ebenfalls beleuchtet.
Schlüsselwörter
Lesesozialisation, Lektüreautobiographie, Werner Graf, primäre literarische Initiation, familiäres Leseklima, Belletristikleser, Gefühlsleserin, Lesekindheit, Alphabetisierung, sekundäre literarische Initiation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Lektüreautobiografie?
Es ist die Rekonstruktion und Reflexion der eigenen Lesegeschichte von der Kindheit bis zur Gegenwart, um die eigene Lesesozialisation besser zu verstehen.
Welche Rolle spielt das familiäre Leseklima?
Das Vorlesen in der Kindheit und die Präsenz von Büchern im Elternhaus bilden oft die Basis für eine gelingende Lesekarriere (primäre literarische Initiation).
Was versteht Werner Graf unter einer „Gefühlsleserin“?
Es ist ein Lesetypus, bei dem die emotionale Involvierung und das Miterleben der Handlung im Vordergrund stehen, statt rein sachlicher Information oder formaler Analyse.
Was ist eine „Lesekrise“ in der Pubertät?
Viele Jugendliche hören während der Pubertät vorübergehend auf zu lesen oder wenden sich anderen Medien zu, was als Krise in der Lesebiografie bezeichnet wird.
Warum ist die Reflexion der Lesegeschichte für angehende Lehrer wichtig?
Lehrer entwickeln dadurch ein Bewusstsein für Leseanregungen und können Schüler besser in ihrer literarischen Entwicklung unterstützen.
Was bedeutet „sekundäre literarische Initiation“?
Dies bezeichnet eine Phase, oft nach der Pubertät, in der sich junge Erwachsene Literatur erneut und bewusster annähern, häufig durch schulische oder universitäre Impulse.
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- Bettina Freude-Schlumbohm (Author), 2007, Lektüreautobiografie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116217