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Die Reproduktion sozialer Ungleichheit. Auswirkungen der Institution Familie auf die Entstehung sozialer Ungleichheit in Deutschland

Titel: Die Reproduktion sozialer Ungleichheit. Auswirkungen der Institution Familie auf die Entstehung sozialer Ungleichheit in Deutschland

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 45 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Stefanie Schary (Autor:in)

Pädagogik - Familienerziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem empirischen und theoretischen Stand der Familienforschung aus der interdisziplinären Sichtweise, basierend auf dem von Prof. Dr. Ecarius und Dr. Schierbaum erschienen „Handbuch Familie - Gesellschaft, Familienbeziehungen und differentielle Felder.“

Das Konzept der Familie gilt als „besondere Beziehungs- und Lebensform,“ sie übernimmt individuelle Funktionen der „Reproduktion, Statuszuweisung, Sozialisierung und soziale[n] Kontrolle“ und ist durch Beziehungen zwischen den Mitgliedern und „relative Dauerhaftigkeit bestimmt.“.

Laut Schierbaum wirken sich gesellschaftliche Veränderungen immens auf familiäre Prozesse, Werte und Alltagsgeschehen aus. Gesellschaft und Familie stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Aus diesem Grund wird die Ausgestaltung des Familienlebens, der Erziehung und der Elternrollen an gesellschaftlichen Idealen orientiert.
Der vorliegende Text beschäftigt sich mit der Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und den Auswirkungen auf die Sozialstruktur und familiäre Entwicklungen. Die Bundesrepublik Deutschland zählt zu den wohlhabenden Ländern der Welt. Als Sozialstaat ist sie bemüht um soziale Gerechtigkeit und die soziale Sicherheit der BürgerInnen.
Trotz der sozialen Gesetzgebung lässt sich gemäß des Armuts- und Reichtumsberichtes der Bundesregierung eine Ungleichverteilung der Lebenschancen in Deutschland feststellen. Laut Bericht ist das sogenannte Äquivalenzeinkommen bei dem sozial-ökonomisch starken oberen Fünftel der BürgerInnen um das Vierfache höher als beim schwächeren unteren Fünftel der Bevölkerung.

In den letzten Jahren lässt sich eine gewisse Polarisierung der Einkommen feststellen - die Schere zwischen Arm und Reich wächst stetig an. Sozial benachteiligte Individuen werden mit extremen Hürden konfrontiert, welche die soziale Mobilität und eine Verbesserung des Lebensstandards behindern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Familie - eine theoretische Konzeption

2.1. Familie aus zeitgeschichtlicher Perspektive

2.2. Mutter- und Vaterrolle

2.3. Erziehung, Erziehungsstile & historische Aspekte

3. Soziale Ungleichheit

3.1. Die soziale Herkunft

3.2. Das Modell der Sinus Milieus

3.3. Bildungsungleichheit

3.4. OECD-Studie 2021

4. Soziale Reproduktion durch die Familie

4.1. Intergenerationale Transmissionen

4.2. Soziale Reproduktion des Erziehungsstils

4.3. Die Rolle der Familie als Bildungsort

4.4. Soziale Reproduktion des Bildungsverständnisses

4.5. Primäre und sekundäre Herkunftseffekte

4.6. Milieuspezifische Reproduktionsmechanismen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer interdisziplinären erziehungswissenschaftlichen Perspektive, welchen Einfluss die Institution Familie auf die Entstehung und Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland hat. Dabei wird analysiert, wie familiale Sozialisationsprozesse, Erziehungspraktiken und das elterliche Bildungsverständnis die Bildungschancen und den Lebensweg von Kindern nachhaltig prägen.

  • Wandel des Familienbegriffs und der elterlichen Rollenverteilung
  • Theoretische Modelle zur sozialen Ungleichheit und Herkunft
  • Zusammenhang zwischen Erziehungsstilen und Bildungserfolg
  • Mechanismen der intergenerationalen Transmission von sozialen Privilegien

Auszug aus dem Buch

2.1. Familie aus zeitgeschichtlicher Perspektive

In der vorindustriellen Zeit bestimmte die „Kleinfamilie“ das „private Leben“ und basierte insbesondere auf den „ökonomischen Bestandteile[n]“ des „Familienhaushaltes.“ (Schierbaum 2021, S. 2). Jedoch verändert sich dieses Verständnis durch die industrielle Entwicklung der (Vor-)Moderne. Es kommt zu einem Wandel des Familienverständnisses vom „Familienhaushalt“ zum „Familienbegriff.“ (vgl. ebd.). Es lässt sich also sagen, dass die Familie einerseits zum gesellschaftlichen und individuellen Wandel beiträgt und Traditionen bewährt, jedoch andererseits von „kulturelle[n], soziale[n] und ökonomische[n] Bedingungen“ beeinflusst wird. (vgl. ebd.). Somit steht die Institution Familie in einer „dialektische[n] Beziehung“ zu den gesellschaftlichen Gegebenheiten. (vgl. ebd.).

In Altertum, Mittelalter und Neuzeit wurde die Institution Familie betrachtet als „Einheit von Wohnen und Arbeiten“ oder als „Arbeits-, Konsum- und Wohneinheit,“ (Schierbaum 2021, S. 14) die gemeinsam am „Erhalt des Familienbesitzes“ arbeitet. (vgl. Schierbaum 2021, S. 3). Sie organisierte sich in „Sippen, Clans, Gentes“ (vgl. ebd., S. 2) oder „oikos“ und „domus.“ (vgl. ebd., S. 3). Die Zusammengehörigkeit wurde „durch die Bande der Blutsverwandtschaft,“ (vgl. Weber-Kellermann 1989, S. 22) Ehen und „gegenseitige Unterstützung“ geregelt. (vgl. Schierbaum 2021, S. 2). Verbunden durch die Verpflichtung gemeinsamer „Normengefüge“ waren Familienmitglieder in ihren Rechten geschützt. (vgl. Schieder 1996, S. 103). Die „Stammfamilie“ bestand aus „Vorfahren, Nachkommen oder angeheirateten Gruppen“ (vgl. Zonabend 2005, S. 71).

Die Organisation in Sippen führte zu der Entstehung einer „feudal-aristokratischen Führungsschicht,“ in die Individuen nur „durch Geburt und Vermögen aufsteigen“ konnten. (vgl. Schieder 1996, S. 103).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Familienforschung ein, definiert Familie als Sozialisationsinstanz und erläutert die Forschungsfrage bezüglich der Reproduktion sozialer Ungleichheit.

2. Die Familie - eine theoretische Konzeption: Dieses Kapitel betrachtet die Familie als historisch wandelbare Beziehungsform und analysiert ihre zentralen Funktionen für Individuum und Gesellschaft.

2.1. Familie aus zeitgeschichtlicher Perspektive: Hier werden die historischen Wandlungsprozesse des Familienverständnisses, insbesondere der Übergang vom Familienhaushalt zum modernen Familienbegriff, dargestellt.

2.2. Mutter- und Vaterrolle: Dieses Kapitel diskutiert die historisch gewachsenen und sich wandelnden Leitbilder von Mutterschaft und Vaterschaft sowie die gesellschaftlichen Erwartungen an Elternrollen.

2.3. Erziehung, Erziehungsstile & historische Aspekte: Hier werden theoretische Ansätze zur Erziehung in der Familie sowie verschiedene Erziehungsstile und deren historische Entwicklung untersucht.

3. Soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit und beleuchtet verschiedene theoretische Modelle zur Kategorisierung von Gesellschaft und Herkunft.

3.1. Die soziale Herkunft: Hier wird der Begriff der sozialen Herkunft als soziokulturelles Erbe und dessen Bedeutung für die Positionierung im sozialen Raum erörtert.

3.2. Das Modell der Sinus Milieus: Dieses Kapitel stellt das SINUS-Milieumodell als Instrument zur ganzheitlichen Erfassung der Lebenswelten und Wertorientierungen der Bevölkerung vor.

3.3. Bildungsungleichheit: Hier wird der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, elterlichem Status und dem Bildungserfolg von Kindern analysiert.

3.4. OECD-Studie 2021: Dieses Kapitel präsentiert aktuelle statistische Befunde zur sozialen Ungleichheit und Bildungsbeteiligung in Deutschland im internationalen Vergleich.

4. Soziale Reproduktion durch die Familie: Hier wird untersucht, wie die Familie durch Erziehung und Bildungsvermittlung zur sozialen Reproduktion beiträgt.

4.1. Intergenerationale Transmissionen: Dieses Kapitel erklärt, wie Werte, Einstellungen und Sozialisationspraktiken von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

4.2. Soziale Reproduktion des Erziehungsstils: Hier wird der Einfluss elterlicher Erziehungsstile auf die kindliche Entwicklung und ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung sozialer Disparitäten analysiert.

4.3. Die Rolle der Familie als Bildungsort: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung der Familie als biographischer Bildungsraum jenseits formaler schulischer Institutionen.

4.4. Soziale Reproduktion des Bildungsverständnisses: Hier wird der Einfluss elterlicher Partizipation und Bildungsaspirationen auf den akademischen Erfolg der Kinder untersucht.

4.5. Primäre und sekundäre Herkunftseffekte: Dieses Kapitel nutzt das Erklärungsmodell von Boudon, um die Mechanismen hinter der Bildungsbenachteiligung aus sozio-ökonomisch schwächeren Milieus zu verdeutlichen.

4.6. Milieuspezifische Reproduktionsmechanismen: Hier werden die spezifischen Verhaltensweisen und Entscheidungslogiken verschiedener Milieus in Bezug auf schulische Bildungsaspirationen zusammengefasst.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die Forschungsfrage zur Rolle der Familie bei der Reproduktion sozialer Ungleichheit.

Schlüsselwörter

Familie, soziale Ungleichheit, soziale Reproduktion, Erziehungsstile, Bildungsungleichheit, intergenerationale Transmission, soziale Herkunft, Bildungsaspirationen, Milieumodelle, Sozialisation, Habitus, OECD-Studie, Bildungsort, gesellschaftlicher Wandel, Schichtmodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die Familie als Institution dazu beiträgt, soziale Ungleichheiten zu reproduzieren, anstatt diese durch Bildung aufzubrechen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel des Familienbildes, verschiedene Erziehungsstile, der Begriff der sozialen Herkunft sowie Theorien zur Bildungs- und Milieuanalyse.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Institution Familie durch Erziehung, Bildungsstrategien und die Weitergabe von Werten maßgeblich die Entstehung und Verstetigung sozialer Ungleichheit in Deutschland beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und aktuelle Daten, wie die der OECD-Studie 2021, zur Untermauerung heranzieht.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil analysiert, wie durch Mechanismen der intergenerationalen Transmission und spezifische elterliche Erziehungspraktiken das soziale Erbe und die Bildungschancen von Kindern über Generationen hinweg geprägt werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind soziale Reproduktion, intergenerationale Transmission, Bildungsungleichheit, Habitus und soziale Herkunft.

Welche Rolle spielen die "Sinus-Milieus" in der Analyse?

Das Sinus-Milieumodell dient dazu, die Bevölkerung nicht nur sozio-ökonomisch, sondern auch nach subjektiven Wertorientierungen zu gruppieren, um zu verstehen, wie unterschiedliche Milieus Bildung unterschiedlich bewerten und nutzen.

Was sind primäre und sekundäre Herkunftseffekte?

Primäre Effekte bezeichnen die Fähigkeitsentwicklung durch familiäre Ausstattung, während sekundäre Effekte die bildungsbezogenen Entscheidungen und Aspirationen der Eltern beschreiben, die maßgeblich den schulischen Erfolg bestimmen.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Reproduktion sozialer Ungleichheit. Auswirkungen der Institution Familie auf die Entstehung sozialer Ungleichheit in Deutschland
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik)
Note
1,3
Autor
Stefanie Schary (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
45
Katalognummer
V1158309
ISBN (PDF)
9783346555717
ISBN (Buch)
9783346555724
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Ungleichheit Reproduktion Familie Mutter- und Vaterrolle Erziehung Erziehungsstile Soziale Herkunft Habitus Sinus Milieus Bildungsungleichheit Bildung Herkunftseffekte IntergenerationaleTransmissionen Milieus Soziale Reproduktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Schary (Autor:in), 2021, Die Reproduktion sozialer Ungleichheit. Auswirkungen der Institution Familie auf die Entstehung sozialer Ungleichheit in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158309
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Leseprobe aus  45  Seiten
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