Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem empirischen und theoretischen Stand der Familienforschung aus der interdisziplinären Sichtweise, basierend auf dem von Prof. Dr. Ecarius und Dr. Schierbaum erschienen „Handbuch Familie - Gesellschaft, Familienbeziehungen und differentielle Felder.“
Das Konzept der Familie gilt als „besondere Beziehungs- und Lebensform,“ sie übernimmt individuelle Funktionen der „Reproduktion, Statuszuweisung, Sozialisierung und soziale[n] Kontrolle“ und ist durch Beziehungen zwischen den Mitgliedern und „relative Dauerhaftigkeit bestimmt.“.
Laut Schierbaum wirken sich gesellschaftliche Veränderungen immens auf familiäre Prozesse, Werte und Alltagsgeschehen aus. Gesellschaft und Familie stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Aus diesem Grund wird die Ausgestaltung des Familienlebens, der Erziehung und der Elternrollen an gesellschaftlichen Idealen orientiert.
Der vorliegende Text beschäftigt sich mit der Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und den Auswirkungen auf die Sozialstruktur und familiäre Entwicklungen. Die Bundesrepublik Deutschland zählt zu den wohlhabenden Ländern der Welt. Als Sozialstaat ist sie bemüht um soziale Gerechtigkeit und die soziale Sicherheit der BürgerInnen.
Trotz der sozialen Gesetzgebung lässt sich gemäß des Armuts- und Reichtumsberichtes der Bundesregierung eine Ungleichverteilung der Lebenschancen in Deutschland feststellen. Laut Bericht ist das sogenannte Äquivalenzeinkommen bei dem sozial-ökonomisch starken oberen Fünftel der BürgerInnen um das Vierfache höher als beim schwächeren unteren Fünftel der Bevölkerung.
In den letzten Jahren lässt sich eine gewisse Polarisierung der Einkommen feststellen - die Schere zwischen Arm und Reich wächst stetig an. Sozial benachteiligte Individuen werden mit extremen Hürden konfrontiert, welche die soziale Mobilität und eine Verbesserung des Lebensstandards behindern.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Die Familie - eine theoretische Konzeption
- 2.1. Familie aus zeitgeschichtlicher Perspektive
- 2.2. Mutter- und Vaterrolle
- 2.3. Erziehung, Erziehungsstile & historische Aspekte
- 3. Soziale Ungleichheit
- 3.1. Die soziale Herkunft
- 3.2. Das Modell der Sinus Milieus
- 3.3. Bildungsungleichheit
- 3.4. OECD-Studie 2021
- 4. Soziale Reproduktion durch die Familie
- 4.1. Intergenerationale Transmissionen
- 4.2. Soziale Reproduktion des Erziehungsstils
- 4.3. Die Rolle der Familie als Bildungsort
- 4.4. Soziale Reproduktion des Bildungsverständnisses
- 4.5. Primäre und sekundäre Herkunftseffekte
- 4.6. Milieuspezifische Reproduktionsmechanismen
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die Institution Familie die Entstehung sozialer Ungleichheit in Deutschland beeinflusst. Sie analysiert die Rolle der Familie als Sozialisationsinstanz und ihre Auswirkungen auf die soziale Struktur und familiäre Entwicklungen, insbesondere im Kontext der Reproduktion sozialer Ungleichheit.
- Die Familie als Sozialisationsinstanz
- Historische Entwicklungen des Familienverständnisses
- Soziale Ungleichheit und Bildungsungleichheit in Deutschland
- Soziale Reproduktion durch die Familie: Intergenerationale Transmissionen, Erziehungsstile und Bildung
- Milieuspezifische Reproduktionsmechanismen und ihre Auswirkungen auf Bildungschancen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet die Institution Familie aus theoretischer Perspektive und betrachtet historische Entwicklungen, die sich auf die Familienform auswirkten. Die Mutter- und Vaterrolle sowie Erziehung und Erziehungsstile werden in ihrem historischen Verlauf und in aktuellen theoretischen Konzeptionen vorgestellt. Kapitel 3 definiert die Begriffe soziale Ungleichheit und Bildungsungleichheit und setzt sie in Bezug zur sozialen Herkunft. Es stellt das Modell der Sinus-Milieus vor und beleuchtet die aktuelle Situation sozialer Ungleichheit in Deutschland anhand der OECD-Studie 2021. Kapitel 4 erörtert die soziale Reproduktion durch die Familie, darunter die Intergenerationale Transmission, die Rolle der Familie als Bildungsort, das Bildungsverständnis der Elterngeneration und milieuspezifische Reproduktionsmechanismen.
Schlüsselwörter
Familie, soziale Ungleichheit, Bildungsungleichheit, soziale Reproduktion, Intergenerationale Transmission, Erziehung, Bildung, Sinus-Milieus, OECD-Studie, primäre und sekundäre Herkunftseffekte, milieuspezifische Reproduktionsmechanismen.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Schary (Autor:in), 2021, Die Reproduktion sozialer Ungleichheit. Auswirkungen der Institution Familie auf die Entstehung sozialer Ungleichheit in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158309