Die Berichterstattung der Medien zur jährlich stattfindenden Tour de France hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, was auf ein gesteigertes Zuschauerinteresse – in Deutschland spätestens seit dem Toursieg von Jan Ullrich 1997 – zurückzuführen ist.
Hat sich die Tour de France als Veranstaltung in ihrer Organisation und Auslegung dieser Form des Medien- und Publikumsinteresses angepasst? Oder ist es vielmehr so, dass die Tour in ihrer Gestaltung und Vermarktung erst diese Form der Nachfrage geschaffen hat?
Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, ob die eigentliche Akzentuierung der Veranstaltung im sportlichen Bereich liegt oder zielgerichtet von ökonomischen Interessen abhängig ist und geleitet wird. Zudem wird untersucht, ob die mediale Darstellung der Tour de France dem Publikum eine objektive Berichterstattung anbietet und ob – und wenn welchen Einfluss – Werbeträger und Sponsoren auf die Vermarktung der Veranstaltung nehmen. Dabei sollen insbesondere die Rückkopplungsprozesse auf den verschiedenen Wahrnehmungsebenen zwischen Veranstaltung, den Medien und dem Publikum aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Problemstellung und Relevanz
- 1.2 Aufbau der Arbeit
- 2 Radsportliche Entwicklung
- 2.1 Berufsradsport
- 2.2 Entwicklung zum Etappenrennen
- 2.3 Tour de France
- 2.4 Weitere Landesrundfahrten
- 3 Werbeveranstaltung und sportliche Herausforderung
- 3.1 Die Tour unter sportlichen Aspekten
- 3.1.1 Athleten
- 3.1.2 Berichterstattung und Streckenführung
- 3.1.3 Doping
- 3.2 Die Tour unter ökonomischen Aspekten
- 3.2.1 Veranstalterprofil
- 3.2.2 Planungsverlauf und Vermarktung
- 3.2.3 Logistischer Hintergrund
- 3.3 Die Tour unter medialen Aspekten
- 3.3.1 Entwicklung
- 3.3.2 Medienpräsenz
- 3.3.3 Quotenentwicklung
- 4 Mediengenierte Wirklichkeit
- 4.1 Hochleistungssport und Medien
- 4.1.1 Darstellungsebenen
- 4.2 Publikumswirkung
- 4.2.1 Publikumsintegrative Momente
- 4.2.2 Medienrealität
- 5 Fazit
- Literaturverzeichnis
- Monographien
- Zeitschriftenartikel
- Internetartikel
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Examensarbeit befasst sich mit der Tour de France als mediengenerierter Werbeveranstaltung und sporthistorisches Großereignis. Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung der Tour de France im Kontext der medialen Berichterstattung zu analysieren und die Auswirkungen der medialen Inszenierung auf die Wahrnehmung des Events durch das Publikum zu untersuchen. Dabei werden die sportlichen, ökonomischen und medialen Aspekte der Tour de France in den Vordergrund gestellt, um die Interaktion zwischen Sport, Medien und Publikum zu beleuchten.
- Die Entwicklung des Radsport-Etappenrennens und die Entstehung der Tour de France
- Die mediale Inszenierung der Tour de France und die Rolle der Medien in der Konstruktion der Wirklichkeit
- Die ökonomischen Aspekte der Tour de France und die Vermarktung des Events
- Die Auswirkungen der medialen Berichterstattung auf die Wahrnehmung des Events durch das Publikum
- Die Rolle des Publikums in der Tour de France und die Integration des Publikums in die mediale Inszenierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Problemstellung und Relevanz der Thematik sowie den Aufbau der Arbeit erläutert. Im zweiten Kapitel wird die radsportliche Entwicklung vom Berufsradsport bis zur Entstehung der Tour de France und weiterer Landesrundfahrten dargestellt. Das dritte Kapitel beleuchtet die Tour de France unter sportlichen, ökonomischen und medialen Aspekten. Dabei werden die Athleten, die Berichterstattung und Streckenführung, das Dopingproblem, das Veranstalterprofil, der Planungsverlauf und die Vermarktung sowie der logistische Hintergrund der Tour de France analysiert. Das vierte Kapitel befasst sich mit der mediengenerierten Wirklichkeit und untersucht die Darstellung des Hochleistungssports in den Medien sowie die Auswirkungen der medialen Inszenierung auf die Wahrnehmung des Events durch das Publikum. Dabei werden die publikumsintegrativen Momente und die Medienrealität der Tour de France beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Tour de France, Radsport, Medien, Berichterstattung, Werbeveranstaltung, sporthistorisches Großereignis, Publikum, Wahrnehmung, Medienrealität, Ökonomie, Vermarktung, Doping, Athleten, Streckenführung, Veranstalterprofil, Publikumsintegration.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Tour de France eine Sport- oder eine Werbeveranstaltung?
Die Arbeit analysiert, dass die Tour beides ist: eine extreme sportliche Herausforderung und ein durch ökonomische Interessen geleitetes Großereignis.
Welchen Einfluss haben Medien auf die Wahrnehmung der Tour?
Medien inszenieren die Tour und schaffen eine "mediengenerierte Wirklichkeit", die das Zuschauerinteresse massiv beeinflusst.
Wie wichtig war Jan Ullrich für den Radsport-Hype in Deutschland?
Sein Toursieg 1997 gilt als Wendepunkt, der zu einer sprunghaft ansteigenden Berichterstattung und medialen Präsenz in Deutschland führte.
Welche Rolle spielt Doping in der medialen Darstellung?
Doping wird als kritischer Aspekt beleuchtet, der die Glaubwürdigkeit des Sports und die Berichterstattung immer wieder vor Herausforderungen stellt.
Wie finanzieren sich Großereignisse wie die Tour de France?
Die Finanzierung erfolgt maßgeblich durch Sponsoren, Werbeträger und den Verkauf von Übertragungsrechten an die Medien.
Was sind "publikumsintegrative Momente"?
Damit sind Strategien gemeint, die Zuschauer vor Ort und an den Bildschirmen aktiv in das Event einzubinden, um die Bindung an die Veranstaltung zu erhöhen.
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- Andreas Lemke (Author), 2006, Von der mediengenerierten Werbeveranstaltung zum sporthistorischen Großereignis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115343