Diese Hausarbeit soll sich, unter der Berücksichtigung der Werke von Elfriede Jelinek "Ein Sportstück" und Friedrich Christian Delius "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" mit der Frage beschäftigen, inwiefern der Fußball als Religionsersatz fungieren könnte. Delius Werk handelt von den Anfängen der Fußballkultur in Deutschland. Jelineks Werk betrachtet den Sport und seine Fankulturen in der heutigen Zeit eher aus einem kritischeren Blickwinkel. Um die Parallelen der Religion und des Fußballs in den Werken herausfinden zu können, werden zunächst die Funktionen der Religion generell erläutert, um diese anschließend mit den Funktionen des Fußballs in den Werken vergleichen zu können.
Wenn man an das Jahr 2014 denkt, dann verbindet vermutlich jeder Deutsche dies mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien. In Brasilien verwendet man mittlerweile „Gol da Alemanha“ (Übersetzt: Tor für Deutschland) als Sprachwitz, wenn jemandem ein Missgeschick passiert. Der Fußball hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr Präsenz im Leben der Menschen erlangt. Ob in Südafrika, Italien, Argentinien oder Kenia, überall auf der Welt wird Fußball gespielt. Die dazugehörige Fankultur verehren ihre Vereine wie Götter, indem sie jeden Spieltag das Stadion besuchen und ihre Trikots in den Vereinsfarben tragen.
Gute Fußballer werden als "Fußballgott" bezeichnet und die Hand mit der Maradona ein Tor während der Weltmeisterschaft 1986 erzielte, war die "Hand Gottes". Die Begriffe deuten bereits an, dass der Fußball möglicherweise eine Ersatzreligion darstellen könnte, welche die (traditionellen) Religionen ablösen könnte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Religion als Begriffsbestimmung
- Definition Religion
- Funktionen der Religion
- Fußball als Religionsersatz in den Werken
- Der Religionsersatz in Der Sonntag, an dem Ich Weltmeister wurde
- Der Religionsersatz in Ein Sportstück
- Vergleich der Werke
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Frage, inwiefern der Fußball als Religionsersatz in den Werken von Elfriede Jelinek („Ein Sportstück“) und Friedrich Christian Delius („Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“) fungieren könnte. Die Arbeit analysiert die beiden Werke im Kontext der Entwicklung der Fußballkultur in Deutschland, wobei ein kritischer Blick auf die Fankulturen und den Einfluss des Fußballs auf die Gesellschaft geworfen wird.
- Die Bedeutung des Fußballs in der modernen Gesellschaft
- Die Funktionen der Religion im Vergleich zum Fußball
- Der Fußball als Kultphänomen und seine Rituale
- Die Rolle des Fußballs als Quelle von Identität und Zugehörigkeit
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Kommerzialisierung des Fußballs
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Das Kapitel führt in die Thematik des Fußballs als möglichen Religionsersatz ein. Es beleuchtet die steigende Präsenz des Fußballs im Leben der Menschen und die Entwicklung einer Fankultur, die ihre Vereine wie Götter verehrt. Das Kapitel stellt die beiden Werke von Elfriede Jelinek und Friedrich Christian Delius vor und erläutert die Fragestellung der Hausarbeit.
2. Die Religion als Begriffsbestimmung
2.1 Definition Religion
Das Kapitel befasst sich mit der Definition des Begriffs „Religion“. Es wird deutlich, dass es keine eindeutige Definition gibt, da der Begriff sehr komplex und vielschichtig ist. Der Abschnitt beleuchtet verschiedene Definitionen und Konzepte, die den Religionsbegriff im Laufe der Geschichte geprägt haben, und kritisiert den stark christlich geprägten Ansatz der westlichen Moderne.
2.2 Funktionen der Religion
Dieses Kapitel behandelt die Funktionen der Religion in der Gesellschaft, basierend auf den soziologischen Ansätzen von Emile Durkheim. Es wird erläutert, wie die Religion den Gläubigen an seinen Glauben näher bringt und gleichzeitig eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung und Integration der Gesellschaft spielt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Religion, Fußball, Religionsersatz, Fankultur, Identität, Gesellschaft, Kommerzialisierung, Elfriede Jelinek, Friedrich Christian Delius, „Ein Sportstück“, „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“, Soziologie, Emile Durkheim.
Häufig gestellte Fragen
Kann Fußball als Ersatz für traditionelle Religionen dienen?
Die Arbeit untersucht diese These anhand der Verehrung von Vereinen wie Gottheiten, dem Einsatz religiöser Begriffe wie „Fußballgott“ und der Durchführung stadionbasierter Rituale, die Parallelen zu religiösen Praktiken aufweisen.
Welche literarischen Werke werden in der Analyse verglichen?
Es werden Elfriede Jelineks „Ein Sportstück“, das Sport kritisch betrachtet, und Friedrich Christian Delius’ „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“, das die Anfänge der deutschen Fußballkultur thematisiert, herangezogen.
Welche Funktionen der Religion werden auf den Fußball übertragen?
Basierend auf Emile Durkheim werden Funktionen wie die gesellschaftliche Integration, Stabilisierung und die Vermittlung von Identität und Zugehörigkeit analysiert, die Fans im Fußball finden.
Was kritisiert Elfriede Jelinek in ihrem Werk „Ein Sportstück“?
Jelinek wirft einen kritischen Blick auf den modernen Sport, die damit verbundenen Fankulturen und die Massenphänomene, die oft irrationale Züge annehmen können.
Welche Bedeutung hat der Begriff „Hand Gottes“ im Fußballkontext?
Der Begriff bezieht sich auf das berühmte Tor von Maradona 1986 und dient in der Arbeit als Beispiel für die sakrale Sprache, die im Fußball zur Mythisierung von Ereignissen verwendet wird.
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- Anika Preuß (Author), 2021, Fußball als Religionsersatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152599