Diese Arbeit zielt darauf ab, eine syntaktische Erklärung für die Paradoxität der epistemischen Widersprüche zu liefern, die darin besteht, dass diese Paradoxität zumindest aus syntaktischer Sicht auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass sich die Modalverben i.d.R. wie Anhebungsverben verhalten. Bei der Verteidigung dieser These werde ich wie folgt vorgehen: Zu Beginn meiner Ausführungen wird begründet, warum sich die Modalverben wie Anhebungsverben verhalten. Im Anschluss daran wird untersucht, ob es in Modalsätzen PRO gibt (Kapitel 2). Daraufhin wird zu erörtern sein, worin Yalcins Kritik an relationaler Semantik besteht. Im Anschluss daran wird eine neue Semantik zur Analyse der epistemischen Widersprüche entwickelt. Schließlich werden zwei pragmatische Begriffe definiert, die der neuen Semantik entsprechen. Daraufhin wird die syntaktische Erklärung für die Paradoxität der epistemischen Widersprüche geliefert. Diese Erklärung soll begründen, warum die Domain-Semantik auf Anhebungsverben anwendbar ist (Kapitel 4). Abschließend werde ich die wichtigsten Punkten zusammenfassen (Kapitel 5).
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung.
- 2 Modalverben als Anhebugsverben..
- 3 Domain-Semantik..
- 4 Domain-Semantik und Anhebungsverben.........
- 5 Schluss......
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit setzt sich mit den syntaktischen Ursachen für ein semantisch-logisches Phänomen auseinander, welches als "epistemischer Widerspruch" bezeichnet wird. Sie untersucht, warum Modalverben als Anhebungsverben fungieren und wie diese Eigenschaft mit der Entstehung epistemischer Widersprüche zusammenhängt.
- Analyse des Verhaltens von Modalverben im Hinblick auf Anhebungsstrukturen
- Untersuchung der Rolle von PRO (Pro-Argument) in Modalsätzen
- Kritik an der relationellen Semantik im Kontext epistemischer Widersprüche
- Entwicklung einer neuen Semantik zur Analyse epistemischer Widersprüche
- Definition pragmatischer Begriffe im Zusammenhang mit der neuen Semantik
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung - Einführung in das Thema epistemischer Widersprüche und deren Verbindung zu den moorschen Sätzen. Darstellung der Problematik und des Forschungsziels.
- Kapitel 2: Modalverben als Anhebugsverben - Begründung, warum Modalverben wie Anhebungsverben fungieren, basierend auf der "Generalized Raising Hypothesis" (GRH). Analyse des Verhaltens von Modalverben in Bezug auf expletive Subjekte und Passivkonstruktionen.
- Kapitel 3: Domain-Semantik - Diskussion der Kritik von Yalcin an der relationellen Semantik. Entwicklung einer neuen Semantik zur Analyse epistemischer Widersprüche.
- Kapitel 4: Domain-Semantik und Anhebungsverben - Präsentation der syntaktischen Erklärung für die Paradoxität epistemischer Widersprüche. Begründung der Anwendbarkeit der Domain-Semantik auf Anhebungsverben.
Schlüsselwörter
Epistemische Widersprüche, Modalverben, Anhebungsverben, Domain-Semantik, relationelle Semantik, PRO, Yalcin, Moore-Paradox, syntaktische Erklärung, pragmatische Probleme.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein „epistemischer Widerspruch“?
Es handelt sich um ein semantisch-logisches Phänomen (ähnlich dem Moore-Paradox), bei dem eine Aussage widersprüchlich erscheint, obwohl sie syntaktisch korrekt gebildet ist (z. B. „Es regnet, aber ich glaube nicht, dass es regnet“).
Warum verhalten sich Modalverben wie Anhebungsverben?
Die Arbeit begründet dies mit der „Generalized Raising Hypothesis“ (GRH). Modalverben erlauben Strukturen, bei denen das Subjekt aus einem untergeordneten Satz in den Hauptsatz „angehoben“ wird, ohne ein eigenes Argument des Verbs zu sein.
Was besagt die Domain-Semantik?
Die Domain-Semantik ist ein Ansatz zur Analyse der Bedeutung von Modalverben, der versucht, die Paradoxität epistemischer Widersprüche durch die Definition spezifischer Wissensbereiche (Domains) zu erklären.
Welche Kritik übt Yalcin an der relationalen Semantik?
Yalcin kritisiert, dass die relationale Semantik die Besonderheiten epistemischer Widersprüche in eingebetteten Sätzen nicht adäquat abbilden kann, und schlägt stattdessen eine neue semantische Analyse vor.
Gibt es in Modalsätzen ein „PRO“ (Pro-Argument)?
Die Arbeit untersucht im zweiten Kapitel, ob in Modalsätzen ein unsichtbares Subjekt-Pronomen (PRO) existiert, wie es bei Kontrollverben üblich ist, oder ob die Anhebungsstruktur dies ausschließt.
Was ist das Ziel dieser syntaktischen Untersuchung?
Das Ziel ist es zu beweisen, dass die logische Paradoxität epistemischer Widersprüche letztlich auf die syntaktische Eigenschaft von Modalverben als Anhebungsverben zurückzuführen ist.
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- Mohammad Hassan Heshmatifar (Author), 2021, Domain-Semantik und Anhebungsverben. Eine syntaktische Erklärung für epistemische Widersprüchlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151853