Der amerikanische Soziologe Erving Goffman untersucht in seinem Werk „Wir alle spielen Theater – Die Selbstdarstellung im Alltag“ die Struktur und Besonderheit zwischenmenschlicher Interaktionen. Er bedient sich dabei Metaphern aus dem Feld des Theaters, um das menschliche Verhalten in sozialen Interaktionen mit anderen zu beschreiben. Seine Grundannahme besteht dabei in der Perspektivierung der sozialen Welt als eine Theateraufführung, auf der jeder Mensch ein Stück inszeniert. Diese Inszenierung ist geprägt von unterschiedlichen Rollen, die der Mensch in der Interaktion mit anderen einnimmt, um ein Bild von sich zu vermitteln und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Seine Identität passt sich dabei der jeweiligen Situation an, d. h. sie drückt sich durch Selbstdarstellung nach außen aus und ist situativ verankert.
Inhaltsverzeichnis
- Goffman: Wir alle spielen Theater (S. 5 – 18 und S. 217 – 233)
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beleuchtet die Grundannahme des amerikanischen Soziologen Erving Goffman, dass menschliche Interaktionen als Theateraufführungen betrachtet werden können. Goffman analysiert, wie Individuen in sozialen Interaktionen Rollen einnehmen und sich selbst präsentieren, um einen bestimmten Eindruck zu vermitteln.
- Die Selbstdarstellung als Theatermetapher
- Die Hinterbühne und die Vorderbühne
- Der Einfluss von sozialen Normen und Erwartungen
- Die Anwendung von Goffmans Theorie im Schulkontext
- Beispiele für Goffmans Grundannahme in verschiedenen Lebensbereichen
Zusammenfassung der Kapitel
- Der Text stellt Goffmans Grundannahme der Selbstdarstellung als Theatermetapher vor, welche sich auf unterschiedliche Lebensbereiche übertragen lässt.
- Es werden die Konzepte der Vorderbühne und Hinterbühne erläutert und ihre Relevanz für die Selbstdarstellung und den Umgang mit sozialen Normen und Erwartungen beschrieben.
- Die Arbeit analysiert die Anwendung von Goffmans Theorie im Schulkontext, indem sie die Rollen von Lehrkräften und Schülern sowie die Dynamiken zwischen Unterricht und „Unterleben“ untersucht.
- Anhand von Beispielen aus verschiedenen Lebensbereichen wird die Universalität von Goffmans Grundannahme verdeutlicht, die sich auf die verschiedenen Lebensbereiche der Gesellschaft übertragen lässt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Schlüsselkonzepte der Selbstdarstellung, soziale Interaktion, Theatermetapher, Hinterbühne, Vorderbühne, Rollenverhalten, soziale Normen, Schulkontext, „Unterleben“ und Goffman's Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Hauptthese von Erving Goffmans "Wir alle spielen Theater"?
Goffman betrachtet die soziale Welt als Theateraufführung, in der Menschen Rollen einnehmen, um bei anderen einen bestimmten Eindruck zu hinterlassen (Selbstdarstellung).
Was versteht Goffman unter "Vorderbühne" und "Hinterbühne"?
Die Vorderbühne ist der Ort der offiziellen Interaktion und Selbstdarstellung. Die Hinterbühne ist der private Bereich, in dem man sich von der Rolle erholen und die Inszenierung vorbereiten kann.
Wie lässt sich Goffmans Theorie auf die Schule übertragen?
Im Schulkontext spielen Lehrer und Schüler Rollen auf der "Vorderbühne" des Unterrichts, während das "Unterleben" (z.B. Pausenhof oder Lehrerzimmer) als Hinterbühne fungiert.
Ist Identität laut Goffman etwas Festes?
Nein, Identität ist bei Goffman situativ verankert. Sie passt sich der jeweiligen sozialen Interaktion und den Erwartungen des Gegenübers an.
Warum betreiben Menschen Selbstdarstellung?
Ziel ist es, soziale Interaktionen reibungslos zu gestalten und ein Bild von sich zu vermitteln, das den sozialen Normen und den eigenen Zielen in der Situation entspricht.
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- Anonym (Author), 2021, Zu Erving Goffmans "Wir alle spielen Theater", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1144707