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Der Insolvenzplan für die Unternehmenssanierung

Kritische Analyse und praktische Bedeutung

Titel: Der Insolvenzplan für die Unternehmenssanierung

Diplomarbeit , 2008 , 85 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Dipl.-Kfm. (FH) David Noak (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Leitmotiv der Insolvenzordnung hat sich nach der Insolvenzrechtsreform im Jahre 1999 grundlegend geändert. Die Sanierung krisenbehafteter Unternehmen stand im Fokus der Reform und sollte die in der Vergangenheit häufig praktizierte Liquidation als Verfahrensziel ablösen. Hintergrund war unter anderem die steigende Anzahl von Unternehmensinsolvenzen in der Vergangenheit. Sie zerstörten zahlreiche Arbeitsplätze und verursachten erhebliche volkswirtschaftliche Schäden.

In Anlehnung an das amerikanische Recht wurde zu diesem Zweck das sogenannte Insolvenzplanverfahren eingeführt. Das Insolvenzplanverfahren bildet das Kernstück der Insolvenzrechtsreform und stellt primär ein Instrument zur Unternehmenssanierung dar. So ist es seit der Reform beispielsweise möglich, den Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung mit Einführung des Tatbestands der drohenden Zahlungsunfähigkeit innerhalb eines Jahres vor Eintritt der Zahlungsunfähigkeit frei zu wählen. Des Weiteren wird der Insolvenzschuldner bei Antragstellung vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Ferner besteht die Möglichkeit, geschlossene Verträge, sofern sie betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll sind, einseitig zu beenden.

Trotz dieser tiefgreifenden Reformen sind die Sanierungsmöglichkeiten, die mithilfe des Insolvenzplanverfahrens möglich sind, bisher in der Öffentlichkeit relativ unbekannt geblieben. Häufig finden Diskussionsforen über das Insolvenzplanverfahren in Fachgremien statt, die größtenteils aus Insolvenzspezialisten bestehen. Den von der Insolvenz direkt betroffenen Gruppen, wie zum Beispiel Unternehmen, Gläubigern oder Investoren bleiben Informationen über die Sanierungschancen des Insolvenzplanverfahrens größtenteils verwehrt. Dabei sollten gerade diese Gruppen von den Sanierungschancen Kenntnis erlangen, um die bestehenden Möglichkeiten zu ihrem Vorteil nutzen zu können.

Aktuelle Zahlen belegen die unbedeutende Rolle des Insolvenzplanverfahrens in der Praxis. Nach Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn wurden in den Jahren 1999 bis 2005 ca. 240.000 Insolvenzanträge gestellt. Die Anzahl eingereichter Insolvenzpläne betrug im gleichen Zeitraum gerade einmal 965. Somit ist die Nutzung des Insolvenzplans als Instrument zur Unternehmenssanierung nach wie vor die Ausnahme. Dass jedoch mit dem Insolvenzplanverfahren Unternehmenssanierungen möglich sind, zeigen die erfolgreichen Sanierungen populärer Unternehmen wie Babcock Borsig, Ihr Platz und Herlitz. [...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Rahmenbedingungen der Insolvenzrechtsreform

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 Insolvenz und Insolvenzrecht

2.1.2 Sanierung

2.2 Entwicklung der Insolvenzrechtsreform in Deutschland

2.2.1 Defizite der alten Rechtsordnungen

2.2.2 Einführung der Insolvenzordnung als zentraler Reformbestandteil

2.3 Grundlagen der Insolvenzordnung

2.3.1 Wesen der Insolvenzordnung

2.3.2 Zielsetzungen der Insolvenzordnung

2.3.3 Einordnung des Insolvenzplans in die Insolvenzordnung

2.4 Insolvenzverfahren im Überblick

2.4.1 Beteiligte Gruppen

2.4.2 Insolvenztatbestände

2.4.3 Ablauf des Insolvenzverfahrens

3 Unternehmenssanierung mittels Insolvenzplan

3.1 Zweck und Rechtsnatur des Insolvenzplans

3.2 Arten von Insolvenzplänen

3.3 Aufbau des Insolvenzplans

3.4 Insolvenzplanverfahren

3.4.1 Planinitiativrecht

3.4.2 Vorprüfung des Insolvenzplans

3.4.3 Abstimmung über den Insolvenzplan

3.4.4 Wirkungen und Überwachung des Insolvenzplans

3.5 Besonderheiten bei Eigenverwaltung

3.6 Kritische Würdigung

4 Praktische Bedeutung des Insolvenzplans zum Zwecke der Unternehmenssanierung

4.1 Anwendung von Insolvenzplanverfahren in der Praxis

4.2 Praktische Anwendungsprobleme des Insolvenzplans

4.2.1 Kritik der Insolvenzverwalter am Planverfahren

4.2.2 Kosten des Insolvenzplanverfahrens

4.2.3 Negative Publizität der Insolvenz

4.2.4 Verspätete Insolvenzantragstellung

4.2.5 Auswahl des Insolvenzverwalters

4.3 Vorteile einer Sanierung mittels Insolvenzplan

4.3.1 Grundsätzliche Vorteile einer gerichtlichen Sanierung

4.3.2 Insolvenzplan vs. Liquidation

4.3.3 Insolvenzplan vs. übertragende Sanierung

4.4 Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der aktuellen Anwendungsproblematik

4.5 Der Fall Herlitz als Musterbeispiel einer Sanierung mittels Insolvenzplan

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung und Bedeutung des Insolvenzplanverfahrens als Instrument zur Unternehmenssanierung nach der deutschen Insolvenzrechtsreform. Dabei wird analysiert, warum das Instrument trotz seiner potenziellen Vorteile nur selten genutzt wird, welche praktischen Anwendungsprobleme existieren und wie diese durch gezielte Maßnahmen sowie frühzeitige Planung überwunden werden können, um Unternehmen nachhaltig zu sanieren.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen der Insolvenzrechtsreform und Einführung der Insolvenzordnung.
  • Methodik und Gestaltungsmöglichkeiten der Sanierung durch Insolvenzpläne.
  • Analyse der praktischen Bedeutungslosigkeit und Barrieren bei der Anwendung des Insolvenzplans.
  • Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Sanierungschancen mittels "prepackaged plan".
  • Fallbeispiel der Herlitz AG als Muster für eine erfolgreiche Sanierung.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Kritik der Insolvenzverwalter am Planverfahren

Das Insolvenzplanverfahren wird insbesondere von den Insolvenzverwaltern oftmals als zu kompliziert bezeichnet. Diese Aussagen werden aber meist von Insolvenzverwaltern getroffen, die bisher selbst kaum Erfahrungen mit dem Insolvenzplanverfahren gesammelt haben oder sich bisher mit der Materie nicht intensiv genug auseinandergesetzt haben. Dass es sich bei dem Insolvenzverfahren um ein anspruchsvolles Verfahren handelt, ist unumstritten. Doch auch das Regelinsolvenzverfahren mit dem Ziel, ein Unternehmen zu liquidieren, ist mindestens ebenso komplex wie das Planverfahren. Die Behauptung der Verwalter, Planverfahren seien zu komplex, ist somit auf die mangelnde Auseinandersetzung mit diesem Thema zurückzuführen. Dies beweist auch die Tatsache, dass die Insolvenzpläne sogenannter Großverfahren oftmals nicht mehr als 30 Seiten umfassen. Die allgemeine Vorstellung der Praxis, Insolvenzpläne seien unüberschaubare, komplizierte Werke erweisen sich als Fehlbehauptungen.

Auch Fehlallokationen in der Zuweisung der Verfahren sind für die ablehnende Haltung der Verwalter verantwortlich. So ist es für manche Insolvenzverwalter bei ca. 400 zugewiesenen Insolvenzverfahren pro Jahr mangels Zeit nicht möglich, bei jedem Unternehmen die Sanierungsmöglichkeiten detailliert zu überprüfen. Deshalb fokussieren die Verwalter ihre Bemühungen häufig auf pressewirksame Verfahren von Großunternehmen. Bei den übrigen Verfahren, die in der Öffentlichkeit keine Rolle spielen, werden die Alternativen Liquidation oder Unternehmensverkauf bevorzugt.

Doch gerade die in der Öffentlichkeit durchgeführten Großverfahren wie Kirch Media, Babcock Borsig, Senator Film oder Herlitz haben bewiesen, dass es sich beim Insolvenzplanverfahren um ein sinnvolles und praktikables Sanierungsinstrument handelt. Darüber hinaus führen übertragende Sanierungen und Liquidationen gegenüber einer Sanierung durch Insolvenzplan zu einer deutlich höheren Wertvernichtung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Reform des deutschen Insolvenzrechts und die zentrale Rolle des Insolvenzplans für die Unternehmenssanierung, wobei die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und praktischer Umsetzung aufgezeigt wird.

2 Rahmenbedingungen der Insolvenzrechtsreform: Dieses Kapitel definiert wesentliche Fachbegriffe wie Insolvenz und Sanierung und beschreibt die historische Entwicklung sowie die Mängel der Vorgängerregelungen, die zur Einführung der Insolvenzordnung führten.

3 Unternehmenssanierung mittels Insolvenzplan: Hier werden die rechtliche Natur, die verschiedenen Planarten sowie der formale Aufbau und das Verfahren zur Einreichung und Abstimmung eines Insolvenzplans detailliert dargestellt.

4 Praktische Bedeutung des Insolvenzplans zum Zwecke der Unternehmenssanierung: Dieser Teil analysiert die tatsächliche Anwendung, identifiziert Barrieren wie Kosten und Haftungsrisiken und zeigt durch Handlungsempfehlungen und das Fallbeispiel der Herlitz AG Wege zu einer erfolgreicheren Nutzung auf.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt, dass der Insolvenzplan bei frühzeitiger Planung und Kooperation aller Beteiligten ein überlegenes Instrument zur Vermeidung von Liquidationen darstellt.

Schlüsselwörter

Insolvenzplan, Insolvenzordnung, Unternehmenssanierung, Insolvenzverwalter, Insolvenzverfahren, Sanierungschancen, Gläubigerautonomie, Insolvenzantrag, Liquidation, prepackaged plan, Obstruktionsverbot, Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit, Insolvenzrecht, Restrukturierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, warum der Insolvenzplan als Instrument zur Sanierung krisenbehafteter Unternehmen in der deutschen Praxis trotz seiner gesetzlichen Einführung weiterhin nur selten eingesetzt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Grundlagen der Insolvenzrechtsreform, den prozessualen Abläufen des Insolvenzplanverfahrens und den praktischen Hürden, die einem effektiven Einsatz des Instruments in mittelständischen Unternehmen entgegenstehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, dem Leser das Insolvenzplanverfahren als attraktive Sanierungsalternative näherzubringen und die Ursachen für die derzeitige praktische Bedeutungslosigkeit zu identifizieren sowie Lösungsvorschläge für eine breitere Anwendung zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit gliedert sich in einen Theorieteil zur rechtlichen Fundierung und einen Praxisteil, der sich auf aktuelle statistische Daten, Studien sowie eine Analyse der Fallstudie "Herlitz" stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Systematik des Insolvenzplanverfahrens, von der Planinitiativnahme und Vorprüfung bis hin zur Abstimmung und Überwachung sowie dem Vergleich mit anderen Sanierungsformen wie der Liquidation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Insolvenzplan, Insolvenzordnung, Unternehmenssanierung, prepackaged plan, Insolvenzverwalter und Gläubigerautonomie.

Warum spielt der "prepackaged plan" eine wichtige Rolle in dieser Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass eine frühzeitige Planung vor oder unmittelbar bei Antragstellung die Erfolgsaussichten massiv erhöht und den operativen Geschäftsbetrieb schützt, weshalb der prepackaged plan als Idealfall einer erfolgreichen Sanierung hervorgehoben wird.

Welche Erkenntnisse liefert das Fallbeispiel Herlitz?

Das Beispiel zeigt, dass durch eine offene Kommunikation mit den Gläubigern, die Einsetzung eines kompetenten Verwalters und die frühzeitige Einreichung eines Insolvenzplans selbst Großkonzerne zügig saniert und Arbeitsplätze gesichert werden können.

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Insolvenzplan für die Unternehmenssanierung
Untertitel
Kritische Analyse und praktische Bedeutung
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,1
Autor
Dipl.-Kfm. (FH) David Noak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
85
Katalognummer
V114452
ISBN (eBook)
9783640150236
ISBN (Buch)
9783640150465
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische Analyse Bedeutung Insolvenzplans Zwecke Unternehmenssanierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. (FH) David Noak (Autor:in), 2008, Der Insolvenzplan für die Unternehmenssanierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114452
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Leseprobe aus  85  Seiten
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