Diese Bachelorarbeit behandelt grundlegende Verständnisfragen zum Nachhaltigkeitsbegriff und teilt diesen in seine Bestandteile auf, bevor die einzelnen Aspekte aus ethischer Sicht untersucht werden. Zuletzt wird eine "ethische" Formulierung des Nachhaltigkeitsbegriffes gegeben. Ein Überblick über die aktuelle Situation und Gesetzgebung in Bezug auf Nachhaltigkeit sowie ein Ausblick auf etwaige zukünftige Entwicklungen schließt die Arbeit ab.
Am zweiten Mai 2018 konnte in Deutschland der Welterschöpfungstag begangen werden. Inwieweit dies ein Grund zur Freude ist, bleibt jedoch dahingestellt, denn an diesem Tag hat Deutschland all jene natürlichen Ressourcen, die über das Jahr hinweg genutzt werden können, bereits verbraucht. Dieser Welterschöpfungstag wird alljährlich vom "Global Footprint Network", sowohl für Deutschland als auch für andere Nationen der Erde, sowie für die gesamte Weltbevölkerung, ausgerechnet. Bei dieser Lebensweise bräuchte Deutschland drei Erden, um diesen Status langfristig halten zu können. Betrachtet man die Tatsache, dass die gesamte Weltbevölkerung aller Nationen insgesamt "nur" 1,7 Erden verbrauchen würde, so ist zur erkennen, dass in Deutschland nicht unbedingt auf die Einhaltung der natürlichen Ressourcenkapazitäten der Erde Rücksicht genommen wird. Was ist der Grund für diese Lebensweise und wie weit ist die Ausbeutung noch aufzuhalten? Was kann der Einzelne und was kann die Gesellschaft tun, um von dieser ausufernden Lebensweise abzukommen? Welche Zielvorgaben und Denkanstöße sind möglich, um einen globalen Kollaps auf lange Sicht zu vermeiden?
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Entwicklung und Bedeutung des Nachhaltigkeitsbegriffes
1. Ursprung des Nachhaltigkeitsbegriffes
2. Vom Club of Rome bis zur Brundtland Kommission
3. Der Umweltgipfel von Rio und die Kyoto-Konferenz
4. Das Verständnis des Nachhaltigkeitsbegriffes
III. Die ethische Dimension des Nachhaltigkeitsbegriffes
1. Der Begriff der Ethik
2. Die Elemente des Nachhaltigkeitsbegriffes
a.) Natur und Umwelt als Umgebung des Menschen
b.) Verantwortung als Maxime nachhaltigen Handelns
c.) Generationengerechtigkeit als Grundlage der Zukunft
d.) Entwicklung als Prozess von Erhalt und Erneuerung
3. Eine „ethische Definition“ der Nachhaltigkeit
IV. Aktuelle Entwicklungen im Nachhaltigkeitsbereich
1. Politik und Gesetzgebung in Deutschland
a.) Politische Bestrebungen im Nachhaltigkeitsbereich
b.) Die Staatszielbestimmung des Art. 20a GG
c.) Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG)
d.) Bundesimmissionenschutzgesetz (BImSchG)
e.) Bewertung der deutschen Nachhaltigkeitsentwicklung
2. Ökologischer Fußabdruck und planetare Belastungsgrenzen
3. Internationale Entwicklungen seit der Kyoto-Konferenz
4. Kritik am Nachhaltigkeitsbegriff
V. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, das ethische Verständnis sowie die aktuelle politische und gesellschaftliche Bedeutung des Nachhaltigkeitsbegriffs. Ziel ist es, die Vielschichtigkeit des Begriffs zu analysieren, seine ethische Dimension – insbesondere im Kontext von Verantwortung und Generationengerechtigkeit – herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Praxis, etwa durch Umweltgesetzgebung oder den ökologischen Fußabdruck, Anwendung findet.
- Historische Herleitung des Nachhaltigkeitsbegriffs (von der Forstwirtschaft bis heute).
- Ethische Fundierung durch Konzepte wie Verantwortung und Generationengerechtigkeit.
- Analyse der politischen Umsetzung und Gesetzgebung in Deutschland (Art. 20a GG).
- Methodische Ansätze zur Messung von Nachhaltigkeit (Ökologischer Fußabdruck, planetare Belastungsgrenzen).
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff und Ausblick auf zukünftige Handlungsbedarfe.
Auszug aus dem Buch
3. Eine „ethische Definition“ der Nachhaltigkeit
Nachdem nunmehr die grundlegendsten ethischen Aspekte der Nachhaltigkeit angesprochen wurden, soll hier nun der Versuch unternommen werden, den Nachhaltigkeitsbegriff ethisch zu definieren.
Wie im vorangegangenen Abschnitt zu erkennen ist, ist eine Entwicklung ohne den Eingriff in die Natur unmöglich. Beides muss in einem Zusammenspiel miteinander harmonieren.
Die Autorin Iris Pufé formuliert die Nachhaltigkeit in einer kurzen Formel so:
„Nachhaltigkeit = Umwelt + Entwicklung“.94
Diese Formel bringt auf den Punkt, was die Lösung zwischen Umwelt und Entwicklung sein sollte: ein Zusammenspiel zwischen den beiden Grundelementen, um die es bei der Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung geht. Das eine bedingt das andere. Reine Stagnation zugunsten der Umwelt würde die Entwicklung ausschalten, zu rasante Entwicklung hingegen würde die Umwelt zu sehr schädigen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ökologische Problematik anhand des Welterschöpfungstages und führt den Begriff der Nachhaltigkeit als zentralen Gegenstand der Arbeit ein.
II. Entwicklung und Bedeutung des Nachhaltigkeitsbegriffes: Dieses Kapitel zeichnet die historische Evolution des Nachhaltigkeitsbegriffs von seinen forstwirtschaftlichen Wurzeln im 18. Jahrhundert bis zur internationalen Etablierung durch den Club of Rome und die Brundtland-Kommission nach.
III. Die ethische Dimension des Nachhaltigkeitsbegriffes: Hier werden die philosophischen Grundlagen (Ethik, Verantwortung, Gerechtigkeit) beleuchtet, die dem Konzept der Nachhaltigkeit zugrunde liegen und eine „ethische Definition“ hergeleitet.
IV. Aktuelle Entwicklungen im Nachhaltigkeitsbereich: Das Kapitel analysiert die praktische Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in der deutschen Gesetzgebung, thematisiert den ökologischen Fußabdruck sowie planetare Belastungsgrenzen und übt Kritik an den bestehenden Begriffen.
V. Resümee und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die ethische Relevanz der Arbeit und betont die Notwendigkeit, dass Nachhaltigkeit über Absichtserklärungen hinaus aktiv von jedem Einzelnen gelebt werden muss.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Verantwortung, Ethik, Generationengerechtigkeit, Umweltrecht, Ökologischer Fußabdruck, Planetare Belastungsgrenzen, Brundtland-Kommission, Umweltschutz, Klimawandel, Handlungsfreiheit, Ressourcenmanagement, Anthropozentrik, Ökozentrik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Nachhaltigkeitsbegriff hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner ethischen Fundierung und seiner aktuellen Anwendung in Politik und Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentral sind die theoretische Herleitung des Begriffs, die philosophische Einordnung in Ethik-Konzepte sowie die Untersuchung aktueller Messgrößen wie den ökologischen Fußabdruck und die deutsche Umweltgesetzgebung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Begriff der Nachhaltigkeit jenseits seiner rein forstwirtschaftlichen Wurzeln ethisch zu definieren und aufzuzeigen, wie er als globales Leitprinzip für zukunftsfähiges Handeln fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Fachbegriffen und internationalen Diskursen, um eine theoretische und ethische Einordnung des Nachhaltigkeitsbegriffs vorzunehmen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung, die ethische Dimension (Verantwortung, Gerechtigkeit) und die kritische Analyse der praktischen Anwendbarkeit in Politik und Wissenschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit, Verantwortung, ethische Definition und Umweltpolitik.
Warum wird der Begriff der "Generationengerechtigkeit" als Grundlage der Zukunft bezeichnet?
Weil nachhaltiges Handeln laut Autor nur dann gerechtfertigt ist, wenn es auch zukünftigen Generationen ermöglicht, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, was eine Verantwortung über die aktuelle Lebenszeit hinaus impliziert.
Was kritisiert der Autor am aktuellen Verständnis des Nachhaltigkeitsbegriffs?
Kritisiert wird insbesondere die Offenheit und Unschärfe des Begriffs, die eine "Einfallstor für Interpretationen in die falsche Richtung" bietet und teilweise als bloßes Schlagwort ohne konkrete Umsetzung genutzt wird.
- Arbeit zitieren
- Florian Eichenlaub (Autor:in), 2018, Die Dimensionen der Nachhaltigkeit. Ein Blick auf die Entwicklung und das Verständnis des Nachhaltigkeitsbegriffs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143613