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Patriarchat - Definition, Entstehung, Erklärungsansätze

Titel: Patriarchat - Definition, Entstehung, Erklärungsansätze

Referat (Ausarbeitung) , 2007 , 18 Seiten

Autor:in: Moritz Zinkernagel (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Begriff des alltäglichen Sprachgebrauchs wird Patriarchat oft nur synonym und sehr allgemein für "Männerherrschaft" gebraucht und "patriarchale Strukturen" bringt oft nur ein diffuses Bild von einer wie auch immer gearteten Benachteiligung von Frauen zum Ausdruck, ohne daß dahinter ein klar definierter Sachverhalt zu erkennen wäre. Um den Begriff klarer einzugrenzen, befasse ich mich im ersten Teil dieser Arbeit mit der Herkunft und Definition des Begriffs Patriarchat, bzw. mit dem, was darunter zu verstehen ist und welche Rolle er im wissenschaftlichen Kontext spielt. Diesbezüglich möchte ich vor allem darauf eingehen, in wie weit Patriarchat als eigenständiges Konzept der feministischen Wissenschaft zu verstehen ist, welche Anforderungen an dieses Konzept gestellt werden, aber auch welche Kritik daran geübt wird, da der Begriff Patriarchat von zentraler Bedeutung für die zweite Frauenbewegung ist, welche aus der Studentenbewegung der 1960er Jahre hervorgegangen ist, und die aus ihr entstandene feministische Theorie , um Diskriminierung und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern als Teil eines übergreifenden Phänomens zu erfassen. Als Schlüsselbegriff war und ist er relevant für feministische WissenschaftlerInnen aller Disziplinen.
Im zweiten Teil dieser Arbeit befasse ich mich dann mit der historischen Betrachtung patriarchalischer Strukturen und den verschiedenen Vermutungen über ihrer Entstehung, gefolgt von einem kurzen Abschnitt über verschiedenen Erklärungsansätze für den Fortbestand patriarchaler (Gesellschafts-)Strukturen bis hinein in die heutige Zeit.
Der Wandel der feudalistisch strukturierten Gesellschaft zur industriell - kapitalistisch strukturierten Gesellschaft im Laufe des 19 Jh. brachte große, alle gesellschaftlichen Lebensbereiche betreffende Veränderungen mit sich, die bis heute Bestand haben bzw. aus denen sich die heutigen Zustände herleiten lassen. Dieser Wandel brachte auch einschneidende Veränderungen bezüglich der gesellschaftlichen Rolle der Frau mit sich, aus denen sich wiederum die patriarchalen Strukturen der heutigen Zeit herleiten lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herkömmliche Begriffsdefinition

3.1 Patriarchat als wissenschaftliches Konzept

3.2 Kritik

4. Entstehung patriarchaler Strukturen

5. Erklärungsansätze für den kontinuierlichen Bestand patriarchaler Gesellschaftsstrukturen

6. Patriarchalismus im Übergang von der traditionellen zur kapitalistischen Gesellschaft

7. Entwicklung der Frauenarbeit

8. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen unentgeltlicher und Erwerbsarbeit

9. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Patriarchatskonzept innerhalb der feministischen Wissenschaft, um dessen wissenschaftliche Relevanz sowie die historischen und ökonomischen Ursachen für den kontinuierlichen Fortbestand patriarchaler Strukturen in der modernen Gesellschaft kritisch zu beleuchten.

  • Historische Herkunft und wissenschaftliche Definition des Patriarchatsbegriffs
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendbarkeit des Konzepts
  • Analyse der Ursprünge und Erklärungsansätze für den Fortbestand patriarchaler Strukturen
  • Untersuchung des Wandels der Geschlechterrollen im Übergang zum Industriekapitalismus
  • Wechselwirkung zwischen unentgeltlicher Hausarbeit und Erwerbsarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Patriarchat als wissenschaftliches Konzept

In der feministischen Wissenschaft ist die Bedeutung des Begriffs komplexer. Hier umfaßt er Monopolisierung von Machtpositionen, asymmetrische Machtbeziehungen, soziale Ungleichheiten und Unterdrückung in allen gesellschaftlichen Bereichen, nicht nur in Ausschnitten daraus, wie etwa der Familie.

"Unter Patriarchat werden (...) die Beziehungen zwischen den Geschlechtern verstanden, in denen Männer dominant und Frauen untergeordnet sind. Patriarchat beschreibt ein gesellschaftliches System von sozialen Beziehungen der männlichen Herrschaft (...)." (Millet 1977, zitiert nach Becker, Kortendiek (Hrsg.) 2004: 15)

"(...) es meint die Manifestation und Institutionalisierung der Herrschaft der Männer über Frauen und Kinder innerhalb der Familie und die Ausdehnung der männlichen Dominanz über Frauen auf die Gesellschaft insgesamt." (Lerner 1991: 295, zitiert nach Becker, Kortendiek (Hrsg.) 2004: 15)

"(...) a system of social structures and social practices in which men dominate, oppress and exploit women." (Walby 1990: 20, zitiert nach Becker, Kortendiek (Hrsg.) 2004: 15)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor führt in die Problematik des Begriffs Patriarchat ein und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, das Konzept theoretisch und historisch einzuordnen.

2. Herkömmliche Begriffsdefinition: Es wird die etymologische Herkunft des Begriffs erläutert sowie dessen Verständnis als System männlicher Herrschaft in Familie und Recht.

3.1 Patriarchat als wissenschaftliches Konzept: Dieses Kapitel beleuchtet das komplexere Verständnis von Patriarchat in der feministischen Theorie als umfassendes Herrschaftssystem.

3.2 Kritik: Hier werden Einwände gegen das Patriarchatskonzept diskutiert, insbesondere hinsichtlich der historischen Engführung und der Gefahr zirkulärer Argumentation.

4. Entstehung patriarchaler Strukturen: Der Text betrachtet wissenschaftliche Diskurse zu den historischen Ursprüngen patriarchaler Strukturen und deren möglicher Verbindung zu Klimaveränderungen.

5. Erklärungsansätze für den kontinuierlichen Bestand patriarchaler Gesellschaftsstrukturen: Dieses Kapitel analysiert Institutionen, kulturelle Begebenheiten und das Wirtschaftssystem als Faktoren für die Stabilität patriarchaler Verhältnisse.

6. Patriarchalismus im Übergang von der traditionellen zur kapitalistischen Gesellschaft: Der Autor untersucht den Wandel vom Primärpatriarchalismus des Feudalismus zum Sekundärpatriarchalismus der Industriegesellschaft.

7. Entwicklung der Frauenarbeit: Es wird dargelegt, wie Frauen trotz Erwerbstätigkeit in Krisenzeiten in untergeordnete, geschlechtsspezifische Berufsfelder zurückgedrängt wurden.

8. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen unentgeltlicher und Erwerbsarbeit: Hier wird aufgezeigt, wie die unentgeltliche Versorgungstätigkeit der Frau die ökonomische Basis für die kapitalistische Erwerbswelt bildet.

9. Fazit: Die Arbeit resümiert den Nutzen des Patriarchatskonzepts als Analyseinstrument und reflektiert über die Persistenz patriarchaler Machtverhältnisse.

Schlüsselwörter

Patriarchat, Feministische Wissenschaft, Männerherrschaft, Geschlechterverhältnis, Industrialisierung, Erwerbsarbeit, Unentgeltliche Arbeit, Sozialstrukturen, Sekundärpatriarchalismus, Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Machtverhältnisse, Historische Entwicklung, Feministische Theorie, Unterdrückung, Gesellschaftsstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und historischen Analyse des Patriarchatsbegriffs und dessen Bedeutung für die Beschreibung gesellschaftlicher Unterdrückung von Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Begriffs, der historischen Entstehung patriarchaler Strukturen, dem Wandel zur kapitalistischen Gesellschaft und der Rolle der Arbeitsteilung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Nutzen des Patriarchatskonzepts als wissenschaftliches Instrument zu bewerten und Ursachen für den Fortbestand patriarchaler Strukturen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und verknüpft dabei historische, kulturwissenschaftliche und feministische Theorien zur Beschreibung des Patriarchalismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Kritik am Konzept, die Analyse der historischen Wurzeln und den Wandel der Geschlechterrollen im Industriekapitalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Patriarchat, Geschlechterverhältnis, Erwerbsarbeit, unentgeltliche Arbeit und feministische Theorie definieren.

Was genau beschreibt der "Sekundärpatriarchalismus"?

Dies ist ein Konzept, das die "neo-patriarchalen" Strukturen der modernen, bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft beschreibt, welche den feudalen Primärpatriarchalismus abgelöst haben.

Warum ist laut Autor die unentgeltliche Arbeit der Frauen essenziell?

Sie wird als notwendige Basis betrachtet, die dem Markt entzogene Versorgungsleistungen erbringt, ohne die eine kapitalistische Gesellschaft nicht überlebensfähig wäre.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Patriarchat - Definition, Entstehung, Erklärungsansätze
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Frauenforschung + Männerforschung = Geschlechterforschung?
Autor
Moritz Zinkernagel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V114332
ISBN (eBook)
9783640158607
ISBN (Buch)
9783640159673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Patriarchat Definition Entstehung Erklärungsansätze Frauenforschung Männerforschung Geschlechterforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Zinkernagel (Autor:in), 2007, Patriarchat - Definition, Entstehung, Erklärungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114332
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Leseprobe aus  18  Seiten
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