Ziel dieser Arbeit ist es, die Teutschen Poemata hinsichtlich der Paratexte zu untersuchen. Erforschungen zum Leben und Werk Flemings scheinen in großem Umfang bereits stattgefunden zu haben, jedoch fokussieren sie sich auf die Lyrik und nicht auf die Rahmenstücke des Werks. Die Arbeit beginnt mit einer Einführung der Paratexte durch Gérard Genette. Auch wenn viele seiner Annahmen bis heute als allgemeingültig erachtet werden, rückt seine Konzeption der Autorherrschaft immer wieder in den Blickpunkt von Kritikern, weshalb diese Genettes Annahme revidieren bzw. versuchen, sie richtigzustellen. Es folgen die Analysen der einzelnen Paratexte, dem Titelblatt,- und Kupfer, Widmungen, einer Vorrede, Zwischentiteln, einer Grabschrift und einem Register.
Obwohl die Grabschrift als Teil eines Gedichtes fungiert, liefert sie in Bezug auf die Paratextualität des Werks wichtige Erkenntnisse und wird deshalb mit den Paratexten gleichgesetzt. Die Analyse erfolgt durch ein Zusammenspiel aus der Beschreibung des Aufbaus der einzelnen Paratexte, der Hinzuziehung spezifischer Forschungsliteratur sowie der Bestimmung ihrer Funktionen. Nach den Einzelanalysen erfolgt eine Untersuchung der Paratexte im Verbund. Schlägt man ein frühneuzeitliches Buch auf, dann begegnet man neben dem primären Text weiteren Textelementen wie einem Titelblatt,- und Kupfer, Widmungen und einer Vorrede. Diese Bestandteile stellen den Rahmen um den Text herum dar und werden als “Paratexte“ bezeichnet. Gérard Genettes Studie Seuils (1987), wörtlich: “Schwellen“, stellt bis heute das wichtigste Modell der Rahmenstücke dar. Im Wesentlichen versucht Genette, Gattungsgesetzte zu formulieren, Subformen von Paratexten zu bestimmen und sie in einem größeren Zusammenhang zu betrachten.
Um Aufschluss über die Bedeutung von Paratexten und ihrer Beziehung zueinander zu erlangen, wird in dieser Arbeit das lyrische Gesamtwerk des barocken Dichters Paul Fleming, die Teutschen Poemata (1642), untersucht. Das Werk wurde zwei Jahre nach dem Tod des Autors im Jahr 1640, durch seinen Schwiegervater Heinrich Niehausen, herausgegeben. Es besteht aus 17 Büchern, deren Inhalt im Zeitraum von 1633-1639 auf Flemings Reisen entstanden ist, als dieser als Hofjunker von Herzog Friedrich II von Schleswig-Holstein-Gottorf tätig war. Vor seinem Tod unterteilte der Autor seine Werke nach Gattungen (Epigramme, Oden, Sonetten) sowie nach Gegenständen (geistliche-, Glückwunsch-, Leichen-, Hochzeits-, und Liebesgedichte).
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Paratexte – Eine Einführung nach Gérard Genette
- 3. Analyse der Paratexte in Paul Flemings Teutschen Poemata (1642)
- 3.1 Frontispiz
- 3.2 Titelblatt- und Kupfer
- 3.3 Widmungen
- 3.4 Vorrede
- 3.5 Zwischentitel
- 3.6 Grabschrift
- 3.7 Register
- 4. Paratexte im Verbund – Analyseergebnisse
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Paratexte des lyrischen Gesamtwerks von Paul Fleming, den "Teutschen Poemata" (1642), um einen Forschungsbeitrag auf einer bislang unberührten Ebene zu leisten. Dabei wird die These verfolgt, dass die Paratexte des Werks multifunktional sind und ein Ensemble bilden, welches sich gegenseitig ergänzt und aufeinander bezieht.
- Analyse der Paratexte im Kontext des Werkes "Teutsche Poemata"
- Rekonstruktion der multifunktionalen Rolle der Paratexte
- Untersuchung der Interdependenz der Paratexte im Ensemble
- Beitrag zur Forschung über Paul Fleming und seine Werke
- Erweiterung des Verständnisses von Paratexten in der frühen Neuzeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Paratexte ein und stellt den Kontext der Arbeit dar. Kapitel 2 präsentiert eine Einführung in die Theorie der Paratexte nach Gérard Genette, der die Bedeutung dieser Elemente für das Verständnis von Texten hervorhebt. Kapitel 3 analysiert die einzelnen Paratexte in den "Teutschen Poemata" und untersucht ihre Struktur, ihre Funktion und ihre Beziehung zum Haupttext.
Schlüsselwörter
Paratexte, Paul Fleming, "Teutsche Poemata", Gérard Genette, Titelblatt, Frontispiz, Widmung, Vorrede, Grabschrift, Register, Barock, Frühe Neuzeit, Lyrik, Gedicht, Literaturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Paratexte in der Literaturwissenschaft?
Paratexte sind Elemente, die den eigentlichen Haupttext umrahmen, wie Titelblätter, Widmungen, Vorreden, Register und Kupferstiche.
Wer entwickelte die Theorie der Paratexte?
Gérard Genette ist der bekannteste Theoretiker, der in seinem Werk "Seuils" (Schwellen) die Funktionen und Formen von Paratexten definierte.
Welche Besonderheiten weisen Paul Flemings "Teutsche Poemata" auf?
Das Werk wurde posthum 1642 veröffentlicht und enthält zahlreiche barocke Paratexte, die Aufschluss über die Entstehung und die Reisen des Dichters geben.
Welche Funktion hat eine Grabschrift als Paratext?
Obwohl sie Teil der Lyrik sein kann, fungiert sie im Kontext des Gesamtwerks oft als Rahmenstück, das Erkenntnisse über die Autorinszenierung liefert.
Was ist ein Frontispiz?
Ein Frontispiz ist eine Illustration (meist ein Kupferstich), die sich auf der dem Titelblatt gegenüberliegenden Seite befindet und das Thema des Buches bildlich einleitet.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Paratexte in Paul Flemings "Teutsche Poemata" (1642). Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141138